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Veröffentlicht am 20. Juni 2022 von Juan Proll

10 Tipps für den Krüger Nationalpark – Safari im Mietwagen

Der Kruger National Park (Krüger Nationalpark) bietet über 19.000 km2 Wildlife-Vergnügen, eine Fläche in etwa so groß wie das gesamte Bundesland Rheinland-Pfalz. Doch statt Shopping-Tipps für Mainz, Trier, Koblenz oder Ludwigshafen gebe ich euch in meinem heutigen Blog wertvolle Tipps für den Krüger Nationalpark – Südafrikas größte, berühmteste und beliebteste Oase afrikanischer Tierwelt.

Im Kruger Nationalpark tummeln sich vorsichtig geschätzt etwa 1.000 Leoparden, 1.500 Löwen, über 4.000 Krokodile, 17.000 Elefanten, 48.000 Büffel und wohl mindestens 150.000 Impalas. Aber auch Giraffen, Zebras, Nashörner, Wildhunde, Hyänen, Flusspferde, Gnus und andere Antilopen sind in diesem Mekka südafrikanischer Wildtiere zuhause.

Sonnenuntergang im Krüger Nationalpark Tipps für Selbstfahrer
Safaris im Krüger Nationalpark versprechen Abenteuer und zauberhafte Momente mitten in der Natur.

Flusslandschaften und relativ flaches Land mit immer wieder auftauchenden Felseninseln sind charakteristisch für den Park. Mopanewälder, Buschweiden und Affenbrotbäume schmücken den nördlichen Teil. Offene Gras- und Baumsavannen durchziehen die zentralen Gebiete. Vorwiegend Dornenakazien und Grasland bedecken den Süden. Die Landschaft des Parks strotzt vor Vielfalt und die touristische Infrastruktur mit Wegen, Unterkünften und Aktivitäten ist hervorragend. Doch meist ist die Zeit für einen Besuch im Krüger Nationalpark knapp. Für diejenigen, die nicht auf einer geführten Tour sondern als Selbstfahrer*in unterwegs sind, habe ich heute 10 Tipps, wie ihr das beste aus eurem Aufenthalt im Krüger Nationalpark herausholen könnt:

Tipp 1 – Bucht frühzeitig, wenn ihr innerhalb des Nationalparks übernachten wollt

Der Kruger Nationalpark ist weltweit sehr beliebt. Viele derjenigen, die zu einem Besuch hierherkommen, wollen auch innerhalb des Schutzgebietes übernachten. So bleibt ihr mittendrin und könnt an den campnahen Wasserstellen mit Glück noch viel Tierwelt sehen. Spaßig sind auch die Begegnungen mit den „Bushbabies“ in den Bäumen um eure Unterkunft herum, wie zum Beispiel im Skukuza Camp. Aber so schön wie es hier ist, so schnell sind auch viele Unterkünfte zur beliebtesten Reisezeit ausgebucht. Deshalb solltet ihr mit der Buchung eurer Unterkunft nicht zu lange warten. Die Rest Camps bieten Bungalows, Hütten und Zeltplätze an.

Wer noch dazu von einem der Camps aus einen frühmorgendlichen Bushwalk machen möchte – was ich nur absolut empfehlen kann –, der sollte diese Option gleich mitbuchen.

Shindzela Safari Camp
Unser Krüger Nationalpark Tipp: Wenn die Unterkünfte innerhalb des Parks bereits ausgebucht sind, hast du auch in den angrenzenden und nicht umzäunten privaten Schutzgebieten ein tolles Erlebnis. Wie hier im Shindzela Tented Camp im Timbavati Game Reserve.

Unsere Lieblings-Touren mit Krüger Nationalpark:

Südafrika – der Norden & Osten (Geführte Kleingruppenreise)

Bushveld & Krüger Nationalpark (Geführte Gruppenreise)

Nördliches Südafrika: Norden & Ostküste Intensiv (Selbstfahrerreise)

Tipp 2 – Spart Zeit bei der Anmeldung

Gerade an den Eingangstoren in der Südhälfte des Nationalparks kann schon mal sehr viel los sein. Dort heißt es, den Wagen zu parken und sich an der Rezeption anzumelden. Viele der vor euch eingetroffenen Besucher*innen könnt ihr locker überholen, wenn ihr vorbereitet seid. Denn folgende Formalitäten füllen die meisten erst vor Ort aus:

Letzteres Formular könnte bei eurem bevorstehenden Besuch bereits wieder hinfällig sein, war bzw. ist es doch ein spezielles COVID-19-Pandemie-Formular.

Wenn ihr an die Rezeption kommt und diese Formulare bereits vorher ausgefüllt habt, könnt ihr gleich weiter an die Kasse und somit Zeit sparen.

Eingang Gate Krüger Nationalpark
Eines von insgesamt 9 Eingangstoren „Gates“ zum Krüger Nationalpark.

Tipp 3 – Kauft euch eine Kruger Nationalpark Broschüre „Guide & Map“

Auch an der Rezeption findet ihr eine Reihe von Park-Broschüren. Im Zweifelsfall fragt dort nach. Diese Broschüren sind sehr hilfreich, um als Selbstfahrer*in jederzeit den Überblick im Park zu behalten. Auch vereinfachen sie spontane Planungen.

Tipp 4 für euren Aufenthalt im Krüger Nationalpark – Nutzt die Toilette am Gate

Nicht, dass die Toiletten hier eine besondere Park-Attraktion wären. Aber sie sind in der Regel auf etliche Kilometer und Zeit die letzte Gelegenheit, die Blase auf Re-Start zu stellen. Es gibt nichts Unangenehmeres als nach langer Sucherei endlich einen Löwen auf einem Elefanten reitend zu entdecken und dann aber dringend auf Toilette zu müssen.

Auch im Park gilt: Überlegt es euch gut, ob ihr einfach weiterfahrt, wenn ihr an einer Toilette vorbeikommt. Im Zweifelsfall kann aber auch hier die oben empfohlene Broschüre helfen.

Tipp 5 – Wann ist die richtige Reisezeit für den Krüger Nationalpark?

Der Kruger ist das ganze Jahr über geöffnet und zu jeder Zeit auch interessant. Aber je nach Jahreszeit gibt es schon einige Besonderheiten:

Der südafrikanischen Sommer liegt in der Zeit des mitteleuropäischen Winters. Doch schon ab November ist es oft sehr heiß, meist auch schwül. Das geht locker bis April. Vor allem zwischen Dezember und Februar fällt in der Kruger-Region auch der meiste Regen. Damit steigt die Zahl der Moskitos und das Malaria-Risiko erhöht sich. In dieser Zeit wächst außerdem das Gras sehr hoch und erschwert das Entdecken von Tieren. An den bekannten Wasserstellen ist häufig genug gähnende Leere, denn Wasser gibt es jetzt überall. Aber … Freunde von Skorpionen, Spinnen und Schlangen kommen hier besser auf ihre Kosten. Vogelliebhaber*innen können eine viel größere Vielfalt genießen. Und obendrauf ist es die Zeit, in der vor allem viele Antilopen kalben und die Jungtiere gut zu sehen sind.

Der südafrikanische Winter bedeutet bei einem Besuch im Kruger Nationalpark Trockenheit und ein kräftiges Himmelblau. Von April bis Oktober bringt der fehlende Regen die Tiere an immer weniger verbleibende Wasserstellen. Morgens und abends kann es ziemlich kalt werden. Skorpione, Spinnen und Schlangen verschwinden. Ebenso die Moskitos, wodurch sich gleichzeitig das Malaria-Risiko verringert. Eine ganze Reihe von Vögeln emigriert in wärmere Gefilde. Dafür ist das Gras aber niedrig und ihr könnt die Tiere besser sehen.

Zu bedenken sind außerdem Südafrikas Schulferien-Zeiten. Denn dann geht es für viele Locals in die Natur. Vor allem im Dezember und Januar, während der südafrikanischen Sommerferien, kann es daher im Krüger überdurchschnittlich voll werden.

Mehr Details zur besten Reisezeit in Südafrika findet ihr in diesem Blog.

Regen Elefantenherde Krüger Nationalpark
Für viele gilt die Trockenzeit als beste Reisezeit für Tierbeobachtungen. Doch selbst bei Regen kann man mit etwas Glück viele Tiere sehen – wie diese Elefantenherde im Krüger Nationalpark.

Tipp 6 – Plant die richtige Tageszeit

Viele Besucher*innen meinen aus Reiseführern oder den Erzählungen anderer Guides zu wissen, dass der Morgen und der späte Nachmittag beziehungsweise der frühe Abend die besten Tageszeiten sind, um Tiere zu sehen. Ich will das nicht komplett in Frage stellen, aber gerne relativieren. Darum sag ich mal gleich als erstes: Entspannt euch!

Tiere kann man in diesem und in anderen Nationalparks den ganzen Tag über sehen. In den letzten Jahren habe ich alle möglichen Uhrzeiten während des Tages und in der Nacht erleben dürfen. Eine wichtige Erfahrung, die ich über die Jahre gemacht habe: Es gibt sehr viele Faktoren, die die Begegnung mit den Tieren im Park beeinflussen. Kein Wunder also, dass ich zum Beispiel die meisten meiner Leoparden tagsüber zwischen 10 und 16 Uhr gesichtet habe. Oft genug sogar in bester Mittagszeit. Augen auf also und daran glauben, dass das Glück auf eurer Seite steht.

Doch was sind solche Faktoren, welche die Chancen auf Tiersichtungen erhöhen oder verschlechtern? Zwei Beispiele:

  1. Hitze und Kälte
    Strahlendblauer Himmel und hohe Temperaturen führen über weite Teile des Tages zu hoher Inaktivität. So wie wir Menschen auch scheinen einige Tiere ein direktes Sonnenbad zu genießen. Die große Mehrheit aber sucht den Schatten und bewegt sich kaum. Erst am Nachmittag, wenn die Sonne nachlässt, nehmen die Tiere wieder verstärkte Aktivitäten auf.

    Kälte dagegen kann bedeuten, dass sogar nachtaktive Tiere noch bei Tageslicht mit der Futtersuche beginnen. So sind sie in der Nacht früher fertig und können schneller in den Bau zurück, bevor es so richtig kalt wird. Andere wiederum sind eher morgens unterwegs, um sich ein paar wärmende Strahlen der aufgehenden Sonne zu gönnen.

    Tagaktive Tiere halten sich dagegen morgens länger warm, bevor sie ihr Nachtlager verlassen. Sie warten auf ein paar entscheidende Temperaturgrade mehr und setzen sich dafür auch gerne erst später in Bewegung.

  2. Nässe und Trockenheit
    Viele Tiere mögen zwar die Früchte des Regens (z.B. frisches Gras) aber nicht den Regen selbst. Also ziehen sie sich gerne zurück und versuchen trocken zu bleiben. Groß zu irgendwelchen Trinkstellen bewegen müssen sie sich auch nicht. Denn Regen bedeutet Wasser überall. Keine guten Voraussetzungen also für gute Sightings.

    Trockenheit dagegen hat ihre Vorteile. Die Tiere trauen sich raus aus dem schützenden Dickicht. Und je länger die Trockenheit andauert, desto mehr konzentriert sich das Leben an den verbleibenden Wasserstellen. Wenn diese Trinkoasen auch noch sichtbar für euch sind, dann ist das wunderbar.

Zeitverschiebungen im Tagesablauf der Tiere sind also aus unterschiedlichen Gründen möglich. Bedeckte Tage ohne Regen bei angenehmen Temperaturen finde ich häufig sehr gute Tage für Safaris. Nur bietet es nicht gerade die kontrastreichsten Fotos.

Mein großer Favorit bleibt aber der sonnige Nachmittag, der im afrikanischen Sommer oder Winter zu unterschiedlichen Zeiten starten kann. Ich rede von dem Moment, in dem wir hinaus in die Landschaft schauen und mit ansteckender Begeisterung vom tollen Sonnenlicht reden: kräftig aber nicht grell, dafür warm und romantisch. Die Tiere scheinen diese Zeit genauso zu mögen und flanieren in Massen durch die Savanne.  

Löwen Abendlicht Krügernationalpark Tipps

Tipp 7 – Wo seht ihr im Krüger Nationalpark welche Tiere?

Dass es gerade in der Südhälfte des Krüger Nationalparks eine größere Dichte von Camps gibt, ist kein Zufall. Es ist die Region, wo der meiste Regen fällt, das Grün besonders nahrhaft ist und wo daher auch die meisten Tiere unterwegs sind. Natürlich bedeutet es ebenso, dass ihr hier die meisten Menschen antrefft.

Das zentrale Kruger-Gebiet gilt vielen als Großkatzen-Country. Das gilt besonders für Geparden, die hier für ihr Jagdverhalten bessere Bedingungen antreffen als anderswo im Park. Grundsätzlich sind Katzen zwar überall dort, wo es reichlich Futter gibt. Geparden mögen aber die offeneren Savannen mit aufgelockertem Buschwerk. Genug, um ihnen ein bisschen Deckung zu geben, aber auch frei genug, um ihre Sprintqualitäten voll auszuleben.

Dagegen geht es im Norden recht ruhig zu: weniger Tiere, weniger Menschen. Aber da das Klima hier tropischer ist, seht ihr eine zunehmend vielfältigere Pflanzenwelt. Hier könnt ihr noch richtig was entdecken. Oder zumindest einen entspannten Camping-Urlaub mit einer exotischen Tierwelt um euch herum erleben.

Wer innerhalb des Nationalparks übernachtet hat gleich mehrere Optionen: Denn auch die Nationalpark Behörde bietet Pirschfahrten an. Ob am frühen Morgen oder in der Nacht. Mit den erfahrenen Rangern und ihren geschulten Augen habt ihr sehr gute Chancen, gleich noch mehr Tierwelt zu sehen. Und für das ganz besondere Erlebnis empfehle ich einen Bushwalk, also eine Wanderung zu Fuß in die Wildnis der Big Five. Sehr aufregend!

Fährten lesen lernen Bush Walk Südafrika
Auf Bush Walks zu Fuß kannst du von deinem Guide lernen, Tierspuren zu identifizieren.

Tipp 8 – Habt keine Angst vor den Schotterpisten

Das Straßenverkehrsnetz im Kruger Nationalpark ist sehr gut ausgebaut. Doch nur die Hauptverbindungsstraßen zwischen einigen Rest Camps und zu den Gates sind asphaltiert. Die vielen Nebenstraßen sind dagegen Schotterpisten. Aber keine Angst: selbst mit einem normalen PKW könnt ihr diese Straßen fahren. Wenn es unbedingt Vierradantrieb erfordert, wird zuvor darauf hingewiesen. In der Regel geht es aber im Zweiradantrieb, jedenfalls solange ihr keinen tiefergelegten Manta als Mietwagen vorbestellt habt. Der Vorteil der kleineren Nebenstraßen: dort ist weniger Verkehr, was häufig intensivere Begegnungen mit der Tierwelt erlaubt.

Hauptstraße Krüger Nationalpark Selbstfahrer Tipps
Die Hauptstraßen des Krüger Nationalparks sind geteert. Unser Tipp: Auch mal die Schotterstraßen ausprobieren!

Eine der schönsten Wegstrecken führt über eine Schotterpiste direkt am Fluss entlang vom Skukuza Rest Camp zum Lower Sabie Rest Camp. Ich liebe diese Tour am frühen Morgen. Sobald das Gate öffnet, geht es los. Der Morgen erwacht und die Tierwelt begrüßt euch schläfrig. Irgendwann erreicht ihr die Umgebung des Lower Sabie Camps. Und plötzlich geht es mit dem Wild so richtig ab. Ein kleiner See ist voller Krokodile und Flusspferde. Dazwischen bemühen sich Storche, Marabus und Eisvögel um ihr Sushi-Frühstück. Es ist schwer, sich hiervon zu trennen. Aber irgendwann ist es Zeit für euer Frühstück. Das könnt ihr dann entspannt und bei schöner Aussicht auf den Fluss und seine Tierwelt im Lower Sabie Restaurant einnehmen.

Tipp 9 – Denkt rechtzeitig über eure Verpflegung nach

Gerade wer im Park übernachtet, sollte sich auch Gedanken über die Verpflegung machen. Die großen Camps haben alle (private) Restaurants und bieten in der Regel gutes Essen an. Wer allerdings auf Selbstversorgung setzt, sollte sich schon vor dem Parkbesuch mit dem Einkauf auseinandersetzen. Das ist erstens günstiger und zweitens zuverlässiger als ein Einkauf in den Camp-Shops. Die haben zwar auch Vorräte da, aber die Regale sind gerade in der Hauptsaison schnell leergekauft.

Um die „Verpflegung“ für eure Autos müsst ihr euch weniger Sorgen machen. Zumindest was den Durst betrifft, könnt ihr in den großen Camps an den dortigen Tankstellen immer „frisch vom Fass“ zapfen.

Tipp 10 für eure Krüger Nationalpark Safari – Fernglas und Kamera

Eins wird gerne vergessen und oft bereut: das Fernglas. Stellt sicher, dass ihr im Auto wenigstens ein Fernglas pro zwei Personen dabeihabt. Zu oft sind bestimmte Tiere zu weit vom Auto und für das bloße Auge entfernt.

Den Fotofreunden unter euch empfehle ich eine Kamera mit einem mindestens 400 mm Teleobjektiv neben dem Normalbereichsobjektiv. Oder – wenn ihr mit einer Kompakt- oder Bridge-Kamera unterwegs seid – habt ein äquivalentes optisches Zoom dabei.

Ein Besuch im Krüger Nationalpark ist eine der Hauptattraktionen in Südafrika. Wir stehen gerne für Rückfragen und zur Unterstützung bei der Planung eures Abenteuers bereit – egal ob auf einer geführten Safari oder einer Selbstfahrer*in-Reise unterwegs. Dank unseres engen Kontaktes zu unserer Tochterfirma in Südafrika wissen wir über die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also melde dich bei uns! Dein Traum, unsere Expertise – Dein ganz individuelles Südafrika-Erlebnis.