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Veröffentlicht am 13. Juli 2020 von Juan Proll

eSwatini: Was muss man in Swasiland sehen? Pigg’s Peak, die alte Goldgräberstadt

Für viele ist eSwatini, früher Swasiland, nur ein Durchreiseland mit kurzer Aufenthaltsdauer. Die Frage „Was muss man in eSwatini sehen?“ scheint schnell beantwortet. Und so reicht es häufig nur zu einem Kurzbesuch im royalen Viertel von Lobamba, dem Mantenga Cultural Village oder in einem der Kunsthandwerkermärkte des Königreiches. Gerne ist auch mal ein Besuch im Milwane Wildlife Sanctuary oder im Hlane Nationalpark eingeplant, um mehr von eSwatinis schöner Tierwelt zu sehen.

Sehenswürdigkeiten eSwatini Swasiland
In eSwatini (Swasiland) gibt es mehr zu sehen als man denkt
Foto: Ashim D‘Silva

Swasiland: Was muss man in eSwatini sehen?

Wer seine Reisezeit besonders gut „timt“ und auf Mitte bis Ende August ausrichtet, der hat die Chance, die jährlich über mehrere Tage stattfindende Umhlanga-Schilftanz-Zeremonie mitzuerleben. Aber dann? Dann stellt sich erneut die Frage: „Was sonst muss man in eSwatini sehen?“ Meine Empfehlung hierzu: Pigg’s Peak.

Goldgräberstadt Pigg’s Peak: Klingt „schweinisch“ ist aber „goldig“

Pigg’s Peak könnte in der Übersetzung so viel heißen wie: „Schweinegipfel“. Als hätten irgendwelche kolonialen Bergsteiger dort oben eine Schweinezucht aufgebaut. Tatsächlich hat der Ort aber nichts mit Schweinen, sondern mit Goldfunden zu tun. Pigg steht nicht für Schwein und eine entsprechend falsche Rechtschreibung. Pigg steht für William Pigg, der auch nicht Franzose ist, wie auf manchen Webseiten gerne behauptet wird, sondern Engländer. Er entdeckt im Goldrausch des südlichen Afrika der 1880er Jahre eine ergiebige Goldader in den Bergen. Sofort geht die Goldsucherei im Nordwesten des Landes los und in unmittelbarer Nähe entsteht die Siedlung Pigg’s Peak, eine echte Goldgräberstadt im montanen Herzen eSwatinis. In der Folge interessieren sich sowohl die südafrikanischen Buren wie auch die Engländer immer mehr für eSwatini und versuchen die Kontrolle über das Land und seine Minen zu bekommen. Keine gute Zeit für das Volk der Swazis, die sich erst um 1800 hier häuslich eingerichtet hatten. Sie übergeben gezwungenermaßen das Zepter vorübergehend an die weiße Übermacht und erhalten es erst 1968 zurück, nachdem alles Gold aus dem Lande geschaffen ist.

eSwatini Was muss man sehen?
Aussicht von Pigg’s Peak über die Weiten eSwatinis (Swasiland)
Foto: Michael Jansen

Pigg’s Peak ist heute ein sehr guter Ausgangspunkt, um diesen Teil der Geschichte nachzuspüren. Und somit durchaus etwas, was man in eSwatini sehen muss, wenn die bekannten Sehenswürdigkeiten bereits bewundert wurden.

Was muss man in Swasiland sehen?
Das landschaftlich schöne eSwatini, früher Swasiland
Foto: Ndumiso Silindza

Vom Gold zum Asbest zur Forstwirtschaft

Die Goldmine von Pigg’s Peak ist lange Zeit die bedeutendste Mine in eSwatini. Erst sehr viel später übernimmt Asbest diese Rolle, das nur unweit des Goldes gefunden wird. Pigg’s Peak liegt strategisch hervorragend, um sich auch als Versorgungsort der Region zu etablieren. Als die Goldvorräte 1954 zu Ende gehen, steht Asbest in voller Blüte. Erst als die Welt erkennt, dass Asbest treffender „Aspest“ genannt werden müsste, weil sein Feinstaub fatale Folgen für die Atemwege hat, wird auch hier der Abbau eingestellt. Glücklicherweise für Pigg’s Peak beginnt man schon Anfang der 1950er Jahre damit, mit der Forstwirtschaft eine Alternative zur Minenwirtschaft aufzubauen. Seit dem sind es die riesigen Eukalyptus- und Pinienwälder, die das Panorama um Pigg’s Peak herum dominieren.

Was muss man in eSwatini gesehen haben? – Mehr als nur nach Lobamba gehen!

Alle diejenigen, die vom südlichen Kruger Nationalpark über den Grenzort Jeepes Reef nach eSwatini hinein- und bis zur Hauptstadt Mbabane durchfahren, kommen automatisch durch Pigg’s Peak. Die besondere Atmosphäre hier oben ist sofort spürbar: die Wälder, die Berge, die frische Luft und die vielen netten Menschen, die den Reisenden zuwinken und zulächeln. Der Ort bietet Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. Das Zentrum ist eher unscheinbar, aber hässlich ist anders. Man kann hier bequem aussteigen und entspannt herumlaufen, ohne Angst vor Bösewichten haben zu müssen. Und wer tatsächlich über Nacht oder über zwei Nächte bleibt, findet hier sogar Unterkünfte. Das bekannteste unter ihnen ist das Pigg’s Peak Hotel und Casino. Während der Apartheid in Südafrika war es der willkommene Wochenendsitz spielfreudiger Südafrikaner, die aufgrund restriktiver Gesetzgebung im eigenen Land nur hier ihre Glücksspiellust ausleben konnten. Solltet ihr also hier untertauchen wollen, dann bitte Vorsicht, sonst ist die Urlaubskasse schneller leer als geplant. Aber auch mit wenig Geld kann man neben ausgiebigen Wanderungen in den Wäldern noch folgende Aktivitäten in der Umgebung unternehmen. Das musst man in eSwatini gesehen haben:

  • Bulembu Museum & Village Tour
    Auf dem Weg von Pigg’s Peak nach Bulembu (ca. 19 Kilometer) geht es nach knapp 4 Kilometer an der alten Pigg’s Peak Goldmine vorbei. Es gibt seit Jahren Pläne, diese in eine Museumsmine für den Tourismus umzuwandeln. In Bulembu gibt es aber ein Minenmuseum und die Möglichkeit zu einer interessanten Minenstadt-Tour. Unglaublich aber wahr: Eine 20 km lange Materialseilbahn – gebaut von der Leipziger Firma Adolf Bleichert & Co. – beförderte zwischen 1939 und 2001 Asbest von Bulembu in eSwatini über die Staatsgrenze hinweg nach Barberton in Südafrika. Für den Rückweg wurde sie mit Koks beladen, mit dem man in Bulembu ein Kraftwerk betrieb.
  • Malolotja Naturschutzgebiet
    Eines der schönsten Hochland Naturschutzgebiete des Landes mit rollenden Hügeln, tiefen, bewaldeten Flussschluchten sowie einer Tier- und Pflanzenwildnis, in der man sich verlieren kann. 200 Kilometer Wanderwege in allen angenehmen und unangenehmen Längen, schönste Blumenpracht im Frühling irgendwann zwischen September und November, und die Möglichkeit, sich am Eingang Mountainbikes auszuleihen – all das macht dieses Naturschutzgebiet, etwa 30 Minuten von Pigg’s Peak entfernt, zu einem echten Erlebnis. Aber Achtung: Das Wetter kann unberechenbar sein und so empfiehlt es sich, auf alle Wetterlagen vorbereitet zu kommen.
  • Nsangwini Rock Art
    Eine historische Begegnung mit gut erhaltenen San-Felszeichnungen. Einige Tausend Jahre alt, idyllisch gelegen, versteckt an der nördlichen Flanke des Nkomati Tals zwischen Pigg’s Peak und dem Maguga Damm. Aber Vorsicht: der Pfad dorthin ist steil, geht etwa 20 Minuten über teilweise loses Gestein hinunter und ca. 25 Minuten hinauf. Der Abzweig von der Hauptstraße ist gut markiert. Die gut 7,5 Kilometer bis zum Parkplatz verlaufen über eine gut befahrbare Schotterstraße.
  • Maguga Dam
    12 Kilometer von Pigg’s Peak entfernt, kann man auf einem Rundweg an eSwatinis größtem und landschaftlich schönstem Stausee entlangfahren. Fotostopps bieten sich an, aber auch das „View Point Restaurant“ mit seiner ganz eigenen Perspektive auf den Damm. Wer nicht nur außerhalb des Wassers, sondern auch am und im Wasser aktiv werden will, hat hier einige Wassersport- und Freizeitmöglichkeiten, wie zum Beispiel Angeln, Schwimmen oder Bootsfahrten.

Darüber hinaus ist auch noch das kleine Phophonyane Naturschutzgebiet mit seinem schön anzusehenden Wasserfall und das Peak Fine Craft Centre, ein Kunsthandwerkermarkt, besuchbar. Die Frage „Was muss man in eSwatini gesehen haben?“ kann also durchaus zu einer größeren Liste von Sehenswürdigkeiten und spielend zu einem längeren Aufenthalt führen.

Damit sind zwar eSwatinis Attraktionen nach wie vor noch nicht erschöpfend beschrieben, aber ich hoffe, dass ich euch zumindest ein paar Ideen und Orientierungen geben konnte, die euch bei der Planung eine etwas größere Auswahl bieten. Egal, ob für eine Selbstfahrerreise in Südafrika und eSwatini oder einer geführten Rundreise durch die beiden Länder. Wenn ihr noch Rückfragen habt oder zusätzliche Unterstützung braucht, dann meldet euch bei uns und wir planen gemeinsam.

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