Veröffentlicht am 2. Dezember 2019 von Juan Proll
– Zuletzt aktualisiert am 30. September 2026
eSwatini – Kultur im Mantenga Cultural Village
Das Königreich von eSwatini – so lautet der neue Name des Königreiches von Swasiland. Für viele kam diese Änderung überraschend an jenem 19. April 2018, als das Land den 50. Geburtstag seines Königs feierte und dieser sich selbst mit dem neuen Namen ein Geburtstagsgeschenk machte. Er wolle mit der kolonialen Vergangenheit brechen, und „Swaziland“ sei im Ausland zu häufig mit „Switzerland“ verwechselt worden, heißt es.
Entdecke die Swatini-Kultur im Mantenga Cultural Village
eSwatini bedeutet „Land der Swasis“ – und das ist es nicht erst seit 2018, sondern bereits seit etwa 1800. Eine bewegte Geschichte folgt vom Erobernden zum Eroberten, bis Swasiland beziehungsweise eSwatini 1968 die Unabhängigkeit von den Briten erreicht. Dem Jahr, in dem auch der heutige König, Mswati III., zur Welt kommt.
Im nun angelaufenen 52. Jahr der Unabhängigkeit ist die flächenmäßig zweitkleinste Nation auf dem afrikanischen Festland die letzte verbliebene Bastion der absoluten Monarchie im gesamten Afrika. Knapp 1,1 Millionen Menschen kann der König seine Untertanen nennen. eSwatini bleibt für Afrika-Reisende das Land der Wahl für den royalen Flair.

Das Mantenga Cultural Village in eSwatinis kulturellem Herzland
Das bedeutungsvollste royale Domizil eSwatinis – dort wo auch die königliche Mutter lebt – liegt im Ezulwini Valley, gerne auch als „Ort des Himmels“ bezeichnet. Ezulwini ist so etwas wie der Geburtsort des Tourismus in diesem Land. Die Szenerie mit seinen atemberaubenden Ausblicken über das Tal und die Berglandschaft im Hintergrund hat sicherlich seinen Anteil an dieser Entwicklung. Zu seinen Bestsellern gehören heute Hotels, Restaurants, Reitställe, ein Golfplatz, Kasinos, heiße Quellen, Handwerksmärkte, Kunstgalerien und eben das Mantenga Cultural Village.

Die Idee des Kulturdorfes ist, die Geschichte, Kultur und Tradition der Swasi für die Besucher lebendig werden zu lassen. Vor der malerischen Kulisse des Nyonyane-Berges erwartet den Kulturinteressierten ein nachgebautes Swasi-Dorf aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist so echt, wie es fast 200 Jahre später echt sein kann, eben nur aus Naturmaterialien unter Verwendung alter Techniken gebaut. Das Mantenga Cultural Village ist eine der beliebtesten Attraktionen des Landes.
Ihr dürft euch natürlich frei in diesem Modeldorf bewegen, aber warum solltet ihr, wenn die offiziellen Führungen so viel Unterhaltungswert haben. Ich wünschte, meine Geschichtslehrerin aus Schulzeiten hätte mir in ähnlich anschaulicher Weise den Aufbau eines römischen Dorfes erklären können. Was im Mantenga Cultural Village lockere Erzählkunst ist, war bei ihr biedere Vergraulprosa.
Hier sind die lokalen Kulturvermittler wirklich in der Lage, dass Leben jener Zeit vor eurem imaginären Auge dreidimensional aufflackern zu lassen. Ihr erfahrt von der Art und Weise, wie die Hütten gebaut wurden, welche einzelnen Funktionen sie in der Dorfgemeinschaft erfüllten, wie sie die Kommunikation strukturierten und das Zusammenleben regulierten.

Der Tanz des Sangoma im Mantenga Cultural Village
Zweimal täglich, um 11:15 Uhr und um 15:15 Uhr findet auf einem kleinen Schauplatz am Rande des Dorfes eine Tanz-Perfomance statt. Es lohnt sich. Ob ihr das vor der Dorf-Führung oder danach macht, wird von der Zeit abhängen, wann ihr dort ankommt. Ich plane es nach Möglichkeit so, dass ich den Tanz zum Schluss habe. Eine Art krönender Abschluss, der mich bestens gelaunt und mit einem frischen Lächeln wieder wegfahren lässt. Da ich es immer nur zur Nachmittagsvorstellung schaffe, kommt außerdem hinzu, dass ich häufig noch eine knappe Stunde Fahrt bis zum Hotel vor mir habe und dort nicht allzu spät ankommen möchte.

Die Tanztruppe ist mitreißend. Sie präsentiert Ngoma-Tänze, die im Wesentlichen aus drei Hauptvarianten bestehen, dem uMzansi-, isiShameni- und isiBhaca-Stil. Die traditionellen uMzansi-Routinen kann man gut daran erkennen, dass sie die höchsten und härtesten Fußkicks haben und damit enden, dass sich die Tänzer mit vollem Schwung nach hinten fallen lassen und dabei Mitleid erregend auf ihren Po klatschen. Es ist eine lebhafte Show, begleitet von pulsierenden Trommeln und mitreißendem Gesang.

Die Zeit vergeht irre schnell. Vor allem, wenn ihr dann auch noch auf einen Drink oder sogar etwas zu essen in das dortige Restaurant geht. Oder wenn ihr stattdessen noch den kleinen Waldweg zum nahegelegenen Wasserfall lauft, immerhin der volumenmäßig größte Wasserfall eSwatinis und Teil der Mantenga Nature Reserve.
Wer sich gleich ein paar Tage Zeit nimmt, der hat hier auch beste Wandermöglichkeiten, bergauf und talab, Natur pur und Wildtiere als Zugabe obendrauf. Diese Dinge könnt ihr ganz bequem in einer Selbstfahrerreise in Südafrika und eSwatini einbauen.
Oder ihr interessiert euch sogar für eine geführte Südafrika-eSwatini-Rundreise.
Was am besten passt und wie ihr es am besten macht? Meldet euch bei uns und wir planen gemeinsam.





