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Veröffentlicht am 22. August 2022 von Juan Proll

Unterschiede zwischen Nationalparks und privaten Schutzgebieten: Wie unterscheiden sich Wild- und Naturschutzgebiete in Afrika?

Reisende nach Afrika treffen häufig auf sehr unterschiedliche Bezeichnungen für die unterschiedlichen Wild- und Naturschutzgebiete: National Park, National Reserve, Conservancy oder Consession Area, Game Reserve und andere. Was sind die Unterschiede zwischen Nationalparks und privaten Schutzgebieten? Was davon ist staatlich und was ist privat? Und warum ist das überhaupt interessant? Der heutige Blog klärt auf.

Serengeti Nationalpark Unterschied private Schutzgebiete
Der Serengeti Nationalpark in Tansania grenzt an das Maasai Mara National Reserve in Kenia an – doch was ist der Unterschied?

Die Namen sind vielfältig: darunter Kruger National Park (Südafrika), Maasai Mara National Reserve (Kenia), Ngorongoro Conservation Area (Tansania), Palmwag Concession Area (Namibia) oder Central Kalahari Game Reserve (Botswana). In all diesen Wild- und Naturschutzgebieten finden Safari-Freunde großartige Tierwelt und faszinierende Landschaften. Dass die unterschiedlichen Bezeichnungen unterschiedliche Bedeutungen haben, könnt ihr sicher erahnen. Aber welche das sind, ist vielen nicht bekannt.

Afrikas Safari-Länder haben mit ihrem Umwelt- und Naturschutzsystem den Schutz der Natur- und Tierwelt ebenso im Blick wie die Balance des Zusammenlebens von Mensch und Tier. Während einige Schutzgebiete nur Tierwelt beheimaten, erlauben andere die Ansiedlung der einheimischen Menschen. Darüber hinaus verfolgen die Länder neben dem Erhalt von Natur und Tierwelt eine weitere Priorität: die Stärkung des lokalen Ressourcenmanagements und die Förderung nachhaltiger Projekte, die den Menschen helfen, im Gleichgewicht mit ihrer Umwelt zu leben. Was also verbirgt sich hinter den unterschiedlichen Bezeichnungen?

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Warum gibt es überhaupt solche Unterscheidungen?

Zum einen stecken verwaltungstechnische Unterscheidungen dahinter. Grundsätzlich können die Schutzgebiete national, regional, kommunal oder privat verwaltet sein. Am deutlichsten wird das beim „Nationalpark“ (staatliches Verwaltungsorgan) und dem „Private Game Reserve“ (private Unternehmer*innen). Zum anderen gibt es einen Hinweis auf den Schutzstatus. Während die Nationalparks wie der Kruger Nationalpark der Tier- und Pflanzenwelt exklusiven Schutz bieten, erlauben Schutzgebiete wie die Ngorongoro Conservation Area Ansiedlungen von Menschen mit besonderen Nutzungsrechten.

Afrika hat Hunderte von potenziellen Safarizielen. Ihre Kategorisierung entscheidet sehr wohl über Einschränkungen und Freiheiten während des Safari-Erlebnisses. Zwar gibt es leichte Unterschiede in der Praxis der verschiedenen Länder, aber im Allgemeinen lassen sich grob vier Arten unterscheiden.

Kruger Nationalpark Sonnenuntergang
Der Krüger Nationalpark ist einer der beliebtesten Nationalparks in Afrika. Verwaltet wird er im Gegensatz zu den angrenzenden Schutzgebieten vom südafrikanischen Staat.

Der Nationalpark – Unterschiede zwischen Nationalparks und privaten Schutzgebieten

Ein Nationalpark hat die höchste Schutzstufe eines Landes. Sie sind ausschließlich für Wildtier- und Naturzwecke zugelassen aber offen für zahlende Besucher*innen. Der Tierreichtum ist in der Regel hier am höchsten und die zur Verfügung gestellte Fläche riesig. Der Kruger Nationalpark zum Beispiel ist 19.624 km² groß und damit größer als die Bundesländer Berlin, Saarland und Schleswig-Holstein zusammen.

Safari-Aktivitäten sind jedoch aus Natur- und Tierschutzgründen eingeschränkt: Die Öffnungszeiten sind reguliert, ihr dürft nicht vom Fahrtweg abweichen, Aussteigen ist euch nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt, Nachtfahrten könnt ihr nur mit den Anbietern der Nationalpark-Behörde machen. Unreguliert ist dagegen die Anzahl der Autos bei einem Sighting. Gerade in der Hochsaison können in den Parks sehr viele Touristen unterwegs und der Andrang groß sein, wenn Löwen oder Leoparden zu sehen sind.

Meist stehen verschiedene Unterkünfte zur Verfügung. Die von der Nationalparkbehörde oder staatseigenen Betrieben geführten Unterkünfte werden in ihrer Qualität von Touristen sehr häufig als durchschnittlich beschrieben. Doch verschiedentlich gibt es auch private Lodges, die mit Ausnahme-Genehmigungen die Angebote um luxuriöse Varianten ergänzen. In der Regel gibt es zusätzlich privat geführte Lodges und Camps in der direkten Umgebung der Nationalparks, kurz außerhalb der offiziellen Grenzen.

Kenia unterscheidet neben den Nationalparks (z.B. Amboseli National Park) noch Nationalreservate (z.B. Maasai Mara National Reserve). Dabei geht es aber nicht um die größere Schönheit des einen oder die größere Schutzbedürftigkeit des anderen. Vielmehr erlauben die Nationalreservate den Locals im Gegensatz zu den Nationalparks unter bestimmten Bedingungen die Nutzung geschützter Ressourcen, darunter zum Beispiel das Fischen im Meer.

Wild- und Naturschutzgebiete – Conservancy Areas

Conservancies sind Hegegebiete, die von einem einzelnen Landbesitzer, einer Körperschaft oder einem Unternehmen, einer Gruppe von Eigentümern aber meist von einer Gemeinschaft kommunal verwaltet werden. Sie bieten Wildtieren und Einheimischen einen geschützten Raum des Zusammenlebens. In vielen Fällen sind diese Einheimischen ethnische Gruppen, die hier schon lange vor dem Eintreffen der Europäer und ihren Kolonialisierungsaktivitäten ihr traditionelles Leben führten. Für sie dienen Conservancies dem Zweck, über kompatible Landnutzungen zur Verbesserung ihres Lebensunterhalts und der Lebensqualität beizutragen. Dabei genießt der Wild- und Naturschutz große Priorität, was zu klaren Verhaltensregeln für Ansässige und Besucher*innen führt.

Da viele Wildtiere auf kommunalem und privatem Land leben, bieten Hegegebiete zusammenhängende Landschaften, die Nationalparks (und Naturreservate) ergänzen, während sie es den Gemeinden ermöglichen, vom Wildtiermanagement, zum Beispiel durch Tourismus, zu profitieren und mit den Einnahmen in die Infrastruktur (Straßen, Schulen, Wasserbrunnen) zu investieren. Gleichzeitig obliegt ihnen auch die Verantwortung für den Wild- und Naturschutz innerhalb ihrer Conservancy.

Grundsätzlich haben Conservancies den Vorteil, keine Zäune zu haben. So können sich die Wildtiere frei bewegen. In Ostafrika befinden sich viele Conservancies am Rande von Nationalparks und Nationalreservaten. Durch das Fehlen der Zäune können sich die Tiere frei zwischen den unterschiedlichen Schutzgebieten bewegen. Für Reisende dort eine gute Gelegenheit, bei großartiger Tierwelt ein exklusiveres Safari-Erlebnis zu bekommen. Denn Anzahl an Unterkünften, Gästen und Fahrzeugen ist in diesen Conservancies limitiert.

Pirschfahrt Naboisho Conservancy Masai Mara Leopard Hill Camp
Foto: Basecamp Leopard Hill Camp
Viele Tiere und nur wenige Touristen findet man in der privaten Naboisho Conservancy, die an die Maasai Mara angrenzt.

Viele Safari-Freunde empfinden Conservancies sehr oft als viel natürlicher, wenn es um das Zusammenleben von Mensch und Tier geht. Gleichzeitig wird in diesem Miteinander leicht verständlich, dass es gerade hier zu Mensch-Tier-Konflikten kommen kann.

Wild- und Naturschutzgebiete – Concession Areas

Fast jedes Land hat eine andere Definition dessen, was eine Consession (Konzession) ist und was nicht. Im Prinzip ist eine Konzession „eine Pacht, Lizenz, Dienstbarkeit oder Genehmigung für einen Betrieb, der von einer anderen Partei als der Schutzgebietsbehörde durchgeführt wird“ (United Nations Development Programme). Häufig sind solche Konzessionsgebiete in Conservancies anzutreffen. Hier werden sie von Außenstehenden initiiert und geführt, die sich ein gutes Geschäft davon versprechen.

Eine Konzession kann für einen Tag für einen einmaligen Filmauftrag oder 30–40 Jahre für den Bau und Betrieb eines Hotels oder eines Luxus-Safaricamps ausgestellt werden. Zu den Konzessionsaktivitäten gehören eine breite Palette von touristischen Angeboten wie Jagen, Angeln, geführte Wanderungen, Klettertouren, 4×4-Fahren oder eben Wildlife-Safaris. Die Beschränkungen für Safari-Aktivitäten können von Konzessionsgebiet zu Konzessionsgebiet sehr unterschiedlich sein.

Nashorn Tracking in der Palmwag Concession Gondwana Lodge
Die Palmwag Concession in Namibias Damaraland ist mehr als 5.500 km2 groß. Eine der angebotenen Aktivitäten ist das Aufspüren von Nashörnern mit einem erfahrenen Guide der Palmwag Gondwana Lodge.

Wild- und Naturschutzgebiete – Game Reserves

„Game Reserves“ sind keine „Spiel-Plätze“, sondern Wildschutzgebiete beziehungsweise Wildreservate. Unter den Game Reserves gibt es wenige von öffentlichen Behörden geführte wie das Selous Game Reserve in Tansania oder die Central Kalahari in Botswana. Die meisten sind Private Game Reserves und damit in privater Hand.

Private Wildreservate sind in ihrer Mehrheit eingezäunt. Die Tierbewegung in das Wildschutzgebiet hinein oder aus ihm heraus ist somit einschränkt. Ausnahmen bilden jene Wildreservate, die an einen Nationalpark grenzen und als Pufferzone dienen. Das Sabi Sand Game Reserve im Westen des Kruger Nationalparks ist ein solches Beispiel. Hier sind die Zäune niedergerissen, sodass die Tiere sich in beide Richtungen bewegen können.

Aufgrund ihrer häufig kleineren Flächen müssen die Ressourcen hier gewissenhafter gemanagt werden. Entsprechend wird zum Beispiel die Anzahl der Tiere deutlicher kontrolliert. Wenn die Vegetation nur Futter für 20 Elefanten bietet, können eben keine 200 hier leben. Schließlich muss auch genügend Futter für andere Tiere berücksichtigt werden.

Leopard im Sabi Sands Game Reserve in Südafrika
In Game Reserves wie Sabi Sands ist die Anzahl an Touristen limitiert. Pirschfahrten sind nur mit den Guides der ansässigen Lodges erlaubt. Da insgesamt also weniger Besucher*innen- und Verkehrsaufkommen herrscht, dürfen die Guides auch „off road“ fahren und ermöglichen so besondere Tiersichtungen.

Private Wildreservate haben daher in der Regel nicht den Tierreichtum der Nationalparks. Dies bedeutet zwar begrenzte Begegnungen mit großen Herden, die durch die Landschaft galoppieren. Auch die großen Löwen-Rudel gibt es hier nicht. Dafür sind die Safaris aber intim, qualitativ hochwertig und exklusiv für Gäste. Hochqualifizierte Guides bereichern euer Safari-Erlebnis durch hervorragende Ortskenntnisse, einen sehr guten Blick für die Tierwelt und interessante Informationen über deren Sozialverhalten. Dazu können sie jederzeit querfeldein fahren und ganz sicher gibt es nur eine sehr kleine, begrenzte Zahl an Fahrzeugen bei besonderen Sightings. Übernachten könnt ihr dann in luxuriösen Lodges.

Afrikas Safari-Länder führen ein intensives und diversifiziertes Management, um Tiere und Natur zu schützen. Das gibt Touristen unterschiedliche Erlebnis-Möglichkeiten. Es bleibt die Qual der Wahl, sich für das richtige Angebot zu entscheiden. Für Rückfragen und Unterstützung bei der Planung deiner Afrika-Reise stehen wir gerne bereit. Dank unseres engen Kontaktes zu unseren Tochterfirmen in Afrika wissen wir über die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also melde dich bei uns! Dein Traum, unsere Expertise – Dein ganz individuelles Afrika-Erlebnis.

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