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Veröffentlicht am 31. August 2020 von Juan Proll

Wo gibt es in Südafrika Pinguine? Schwimmen mit Pinguinen in Simons Town

In und um Kapstadt herum gibt es eine Unmenge von Attraktionen zu entdecken. Eines der absoluten Highlights sind die Pinguine von Simons Town. Komme was da wolle – ob Sonnenschein oder Regen – wann immer Besucher sich die Mühe zu einer Stippvisite machen: sie stehen dort empfangsbereit in ihren eleganten Fracks. Stets mit einem freundlich-neugierigen Blick, der da sagt: „Hallo zusammen, wer seid ihr denn?“

Viele Gäste fragen uns: Wo gibt es in Südafrika Pinguine? Hunderte, wenn nicht Tausende von Menschen treten täglich durch die Vordertür ein in ihr Habitat, laufen voller Vorfreude einen Walkway hinunter bis zum Wohnzimmer der Kolonie. Sie grüßen, staunen, fotografieren und verabschieden sich höflich. Doch die eigentliche Show findet zur Hintertür hinein statt: Hier kann man schwimmen mit den Pinguinen. 

Wo gibt es in Südafrika Pinguine?
In Südafrika gibt es Pinguine im Westkap in der Nähe von Kapstadt

Wo gibt es in Südafrika Pinguine? Simons Town mit Boulders Beach und Foxy Beach

Simons Town liegt etwa 40 Kilometer außerhalb von Kapstadt, in bester Lage auf dem Weg zum Kap der Guten Hoffnung. Boulders Beach und Foxy Beach, die Vergnügungsviertel der Pinguine, folgen nur wenige Meter weiter. Hier entspannen sie, die Pinguine von Simons Town. Sie garen in der Sonne, turteln im Schatten, spielen in den Wellen des Atlantiks. Aber hier leben sie auch, schlafen in ihren Nestern, brüten ihre Eier und ziehen ihre Jungen auf. Es ist ihr Basiscamp, von wo aus sie ihre Fischjagdexpeditionen starten. Und es ist ihr Rückzugsort, wenn sie in der Mauser sind und drei bis vier Wochen Schwimmverbot haben. Es ist die Heimat einer Kolonie von Afrikanischen Brillenpinguinen.

Pinguine Südafrika Simons Town
Afrikanische Brillenpinguine in Simon’s Town

Landnahme der Afrikanischen Brillenpinguine

Für die Pinguine von Simons Town sind Boulders und Foxy Beach eine Wahlheimat. Erst um 1982/83 wurden die ersten Pinguine hier gesichtet, eine Vorhut. Vielleicht um sicher zu gehen, dass niedrige Umgebungstemperaturen keine Überlebensvoraussetzung sind. Oder um festzustellen, dass die Gefahr durch Landraubtiere zivilisationsbedingt tatsächlich abgenommen hat. Oder aber um zu klären, ob ihre Futterplätze auch von der Küste aus erreichbar sind, also in Schwimmdistanz liegen. Nicht überliefert ist dagegen, ob die vielen netten Cafés in der Umgebung von Simons Town eine Rolle bei der Landinvasion gespielt haben könnten. Jedenfalls erfolgte 1985 mit der ersten Eiablage und Brut der nächste Schritt in die dauerhafte Migration. Heute leben hier über 2.000 dieser süßen Geschöpfe.

Die Strandlage ist großartig: feiner Sand und blaues Meer, dekoriert mit massiven Granitfelsen, die wie riesige Ziersteine in der Küstenlandschaft liegen, aber gleichzeitig die Bucht vor Strömungen, Wind und großen Wellen schützen. Direkt am Strand angrenzend zieht sich eine dichte Fynbos-Vegetation den Hügel hoch. Was damals noch Love-Beach für vereinzelte Pinguinpaare war, wurde bald zum Strand der Hoffnung für viele, die bis dahin eigentlich nur Inseln bewohnten. Pinguine sind Meeresvögel, die nicht fliegen können und sich neue Lebensräume erschwimmen müssen. Man findet die Afrikanischen Brillenpinguine vor allem deshalb nur entlang der namibischen und südafrikanischen Küste. Nicht nur im Atlantik, wie man wegen seiner kälteren Temperaturen erwarten würde, sondern auch in den kühleren Gefilden des Indischen Ozeans, etwa bis Algoa Bay bei Port Elizabeth.

Wo Pinguine sehen Südafrika Karte
Die Karte zeigt, wo es in Südafrika Pinguine gibt

Die Pinguine von Simons Town – geschützt und gefährdet

So einzigartig die Begegnung mit den Pinguinen von Simons Town am Boulders Beach auch sein mag, so wahrscheinlich ist es ebenso, dass massive Veränderungen ihrer ursprünglichen Habitate zu dieser nachbarschaftlichen Nähe mit uns Menschen geführt haben. Freund und Feind zugleich, lieben wir sie einerseits, doch beteiligen wir uns an ihrer Ausrottung andererseits. Afrikanische Brillenpinguine stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Ihr Bestand ist von geschätzten 1,5 Millionen im Jahre 1910 auf knapp 55.000 in 2010 regelrecht abgestürzt. Die Reduzierung der Futterbestände durch Überfischung (vor allem ihrer geliebten Sardinen und Anchovies), Habitatzerstörung (unter anderem. durch massiven Guano-Abbau für die Dünger-Industrie), Umweltverschmutzung, die zerstörerische Bildung von Ölteppichen nach Tankerunglücken sowie die Einführung von Lebensraum fremden Tieren (zum Beispiel Hasen auf Bird Island, welche die schützende Vegetation wegfraßen) waren oder sind menschliche Beiträge zur drohenden Ausrottung. Unvergessen auch die hemmungslose Ausbeutung von Pinguineiern für den menschlichen Verzehr. Bis in die 1960er Jahre hinein gab es sogar im südafrikanischen Apartheidsparlament das berühmte Mittwochsfrühstück, bei der Pinguin-Rührei die heiß begehrte Delikatesse war.

Es ist auf der anderen Seite gut, dass wir inzwischen maritime Schutzreservate einführen, Guano nur noch sehr kontrolliert abbauen, Pinguineier den Pinguinen lassen und sehr aktuell sogar Pinguin-Ranger einstellen, die noch mehr zu ihrem alltäglichen Schutz (zum Beispiel bei der Überquerung von Straßen) beitragen. Trotzdem wird es weitreichendere Maßnahmen brauchen, um die Pinguin-Population zu stabilisieren, geschweige denn sie wieder nach oben zu korrigieren. Weltweit basteln Zoos bereits am ultimativen Back-up der Spezies.

Täglich grüßen die Pinguine in Südafrika

Dass sich Pinguine trotz dieser Geschichte an Land wagen und sich sogar gleich neben einer Ortschaft wie Simons Town niederlassen, ist sicher nicht selbstverständlich. Wir tragen hier große Verantwortung, ihr Vertrauen nicht zu missbrauchen. Und wir sollten es in der Hoffnung tun, sie nicht zu verlieren. Wo in der Welt hat man sonst so leichten Zugang zu diesen putzigen Kreaturen? Wer in Kapstadt zu Besuch ist und plant, zum Kap der Guten Hoffnung zu fahren, der MUSS hier einfach vorbeikommen. Und packt die Badesachen ein, denn vor allem diejenigen kommen voll auf ihre Kosten, die sich auch noch Zeit für eine kleine Schwimmaktion mit den unwiderstehlichen Flügelpaddlern nehmen. Neugier, Spaß und gute Laune sind herzlich willkommen, respektvolles Verhalten vorausgesetzt.

Sehenswert Pinguine Simons Town
Geliebt, aber gefährdet – die Afrikanischen Brillenpinguine

Wo gibt es Pinguine in Südafrika? Der Weg zur Hintertür

Wer die Pinguine von Simons Town besucht, kommt meistens durch den Haupteingang … rein, raus und weiter. Meine Empfehlung: Wenn ihr wieder aus dem Haupteingang herauskommt, dann geht nicht nach rechts Richtung Parkplatz, sondern nach links auf den wirklich sehr schön angelegten Walkway. Dieser führt an der Rückseite der Anlage entlang durch ein kleines Wäldchen bis zum Hintereingang des Naturschutzgebietes.

Pinguine Highlight Südafrika Reise
Ein Geheimtipp, um die süßen Pinguine in Simon’s Town ungestört zu sehen

Unterwegs seht ihr auf jeden Fall auch Pinguine aus nächster Entfernung. Schon wie sie einfach nur schauend oder dösend dastehen verzückt. Auffällig ist das pinkfarbene Brillengestell, das der Namensgeber für den Afrikanischen Brillenpinguin ist. Es sieht aus wie verrutschter Lippenstift. Tatsächlich ist es eine Hautsektion, in der sehr viele Blutbahnen oberflächennah zusammenkommen und der Temperaturregulierung dienen.

Ganz sicher seht ihr auch herumlaufende Genossen. Mal langsam, mal schneller, mal von Fels zu Fels springend, mal ungeschickt dabei ausrutschend. Aber wenn sie loswatscheln, zaubert es jedes Mal ein überdimensionales Grinsen in mein Gesicht. Es wirkt behäbig und ungelenk, erinnert mich manchmal an ein Baby bei seinen ersten Gehversuchen. Nicht so ihr Geschrei. Wenn sie angespannt Laute von sich geben, habe ich immer noch die Tendenz, mich nach einem Esel umzuschauen. Es klingt so täuschend ähnlich. Deshalb nannte man sie früher auch Jackass- oder Esels-Pinguin. Irgendwann legt sich das aufregende Gezeter wieder und Harmonie kehrt ein.

Pinguine Südafrika Rundreise
Pinguine bleiben ein Leben lang mit ihrem Partner zusammen

Männlein und Weiblein hocken gerne beieinander, getreu ihrem Versprechen einer lebenslangen Partnerschaft. Sie kuscheln, sie schnäbeln, sie kümmern sich liebevoll um ihr gemeinsames Nest, gebaut oder bezogen für die Ewigkeit. Es besteht hier entweder aus Fieberglaskanistern, aus Wurzelüberdachungen oder Felsunterhöhlungen. Kaum beginnt die Brutsaison legen die Weibchen zwei Eier, möglichst keins allein, nur nicht einsam. Auch brüten tun sie gemeinsam. Behutsam wackeln sie mit ihrem süßen Hinterteil über den Eiern hin und her, bis sie bequem darüber liegen. Und sind die Jungen erst einmal geschlüpft, sind sie die stolzesten Eltern und kümmern sich rührend.

Der kurze Weg zur Hintertür kann lange dauern. Wenn ihr den Eingang zum Bolders Beach erreicht, fühlt ihr euch mit den Pinguinen von Simons Town bereits so vertraut, dass ihr euch ganz sicher auf ein erfrischendes Bad mit neuen Freunden in dem lauschigen Gewässer dieses kleinen, idyllischen Strandabschnittes freuen werdet.

Aber bitte denkt dran: GUCKEN … NICHT ANFASSEN!

Der Jahreskalender der Pinguine

Damit ihr einen kleinen Überblick habt, was euch wann in der Begegnung mit den Pinguinen von Simons Town erwartet, hier noch schnell ein paar zusätzliche circa-Daten:

Januar Letzte Phase der Mauser der jungen Vögel;

Erwachsene sind derweil viel im Wasser, um sich ein Polster für die bevorstehende Paarungs- und Brutzeit anzufressen

Februar – August Paarungs- und Brutzeit
September – Oktober Pinguine sind viel auf Futtersuche, um sich ein Fettpolster für die bevorstehende Mauser anzufressen
November – Dezember Pinguine kommen in die Mauser

Die Pinguine von Simons Town sind ohne Zweifel eine besondere Attraktion am Westkap auf dem Weg zum Kap der Guten Hoffnung. Wir besuchen die Pinguine auf unserer Südafrika Rundreisen. Simons Town ist aber auch in eine Selbstfahrerreise in Südafrika einfach einzubauen und absolut empfehlenswert. Was am besten passt und wie du es am besten machst? Melde dich bei uns und wir planen gemeinsam. Dein Traum, unsere Expertise – Dein ganz individuelles Südafrika-Erlebnis.

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