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Veröffentlicht am 27. Juni 2016 von Juan Proll

Jambo Stone Town

Eine Reise in die Vergangenheit, die man auch in Zukunft nicht vergisst? Dann ist Sansibars Altstadt Stone Town ohne Frage eine Option. Stone Town gehört zu diesen bezaubernden Orten auf der Welt, dessen Besuch Vorstellungen mittelalterlichen Lebens in einer arabisch-muslimischen Welt nährt. Doch mehr als die Begegnung mit ihren Menschen – gekleidet in traditionellen Gewändern und inmitten kolonialer Architektur lebend – zeigt sich bei genauerer Betrachtung auch die besondere Kultur verschmolzener Elemente unterschiedlicher Lebensweisen der afrikanischen, arabischen, indischen und europäischen Welt.

Diese einzigartige kulturelle Mischung und ihre bewegte Geschichte hat Stone Town zu einem schützenswerten Weltkulturerbe der UNESCO gemacht. Sehenswert und erlebenswert lädt sie ein, durch die engen Gassen zu schlendern, prunkvolle Herrschaftshäuser und Gärten zu besuchen, auf den Basaren zu stöbern und den verlockenden Gerüchen süßer Gewürze zu folgen.

Ein Spaziergang führt vorbei am Sultanspalast, in dem heute das „Palace Museum“ untergebracht ist. Geschenke früherer Staatsoberhäupter aus aller Welt füllen die hoheitlichen Räume. Und sogar die Lebensgeschichte einer Prinzessin ist dokumentiert, die einst einen deutschen Geschäftsmann heiratete.

Gleich neben dem Sultanspalast befindet sich das „House of Wonders“, das dem Sultan als Zeremonienpalast diente. Es heißt, es war 1883 Ostafrikas erstes Gebäude überhaupt, das Elektrizität und durch Stahlrohre fließendes Wasser vorhielt. Heute beherbergt es das Nationalmuseum.

Der groß angelegte Sklavenhandel war zu dieser Zeit bereits vorbei und Spuren davon sind heute vor allem noch am Sklaven-Memorial und im Sklaven-Museum zu finden. Die „Anglikanische Kathedrale“ sollte diesen Menschen verachtenden Teil der Geschichte vergessen machen und wurde daher auf dem Platz des alten Sklavenmarktes erbaut, mit einem Altar an der Stelle des Prangers.

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Interessant ist natürlich auch das „Old Fort“, das um 1700 errichtet wurde und seine Bestimmung als Verteidigungsfestung über die Jahrhunderte mehrmals änderte, mal Gefängnis, mal Marktplatz und angeblich sogar mal Tennisplatz war. Heute ist es ein Kulturzentrum mit einem Open-Air-Amphitheater für Tanz- und Musikshows.

Direkt vor dem Old Fort befinden sich die „Forodhani Gardens“. Sie gelten als die abendliche Flaniermeile zwischen dem Hafen und der Altstadt. Von hier kann man die Dhows mit ihren auffallend großen trapezförmigen Segeln bewundern, die ruhig und harmonisch vor dem Licht der untergehenden Sonne durch sanfte Wellen schippern. Hier ist es auch, wo jeden Abend Gar- und Grillküchen positioniert und Holzkohlefeuer entfacht werden, um Touristen und Einheimischen gleichermaßen ein unwiderstehliches Angebot an lokalen Spezialitäten aus frischem Fisch und Meeresfrüchten zu bieten.

Ein Besuch Stone Towns ist ohne Frage wie das Eintauchen in die Erzählungen aus 1001 Nacht. Wahre Geschichten und Legenden aus einer für uns exotischen Welt machen jeden Moment hier so einzigartig. Wenn darauf noch die kulinarische Verführung folgt, dann fühlt man sich endgültig entwaffnet und bereit, sich den Reizen dieser Stadt willenlos hinzugeben. Empfehlenswert also, hier auch eine Nacht zu verbringen, um den Rausch der Eindrücke auszuschlafen.