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Veröffentlicht am 9. Mai 2022 von Juan Proll

Ist Südafrika sicher? Meine persönliche Einschätzung für Touristen

Südafrika – berühmt für die Überwindung der Apartheid-Ära, für seine Regenbogenkultur, die abwechslungsreichen Landschaften und seine Tierwelt. Berüchtigt für seine Kriminalität, Elektrozäune und den rücksichtslosen Straßenverkehr. Doch ist das Land so unsicher wie gerne behauptet? Ist Südafrika sicher? Oder wie „schlimm“ ist es wirklich? Dazu heute mehr in diesem Blog.

Kapstadt Innenstadt Sicherheit
Der beste Sicherheits-Tipp für Innenstädte wie hier in Kapstadt: Gesunden Menschenverstand walten lassen.

Nach über zwei Jahren Corona-Pandemie und trotz des Einflusses der kriegerischen Ereignisse in Europa zieht es viele Menschen wieder hinaus in die Welt. Aufgrund des unsicheren Ambientes daheim spielt Sicherheit unterwegs derzeit gefühlt eine noch größere Rolle, als es vor alledem ohnehin schon der Fall war. Doch die Sicherheitslage in vielen Reiseländern der Welt entspricht nicht immer mitteleuropäischen Standards. Wie sicher ist es also für Touristen, in Südafrika zu reisen?

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Die Sicherheit der Reisenden vs. die Sicherheit der Einheimischen

Wer Sicherheitsstandards Österreichs, Deutschlands oder der Schweiz zum entscheidenden Kriterium für Reisen ins Ausland macht, sollte besser zu Hause bleiben, statt nach Südafrika zu reisen. Denn auch am Kap ist Sicherheit in vielerlei Hinsicht eher noch eine Vision als ein Ideal. Dazu kommt, dass die Wahrnehmung der Einheimischen sich nicht nur auf die Kriminalität begrenzt. Denn anders als in Mitteleuropa ist die Frage der eigenen Sicherheit auch von Realitätserfahrungen wie den folgenden bestimmt: Korruption, große Unterschiede zwischen einem extrem hohen Prozentsatz armer Menschen gegenüber einem kleinen Prozentsatz reicher, ungleiche Bildungschancen, wirtschaftliche Unsicherheiten, elitäre Zugänge zur gesundheitlichen Versorgung, fehlende Absicherungen bei Arbeitslosigkeit und Alter.

Vor diesem Hintergrund befindet sich die Mehrheit der Südafrikaner*innen in einem alltäglichen Kampf um Sicherheit. Die Wege, sich Sicherheiten zu verschaffen, sind vielfältig. Nur ein sehr kleiner Teil der betroffenen Einheimischen sieht ihr Heil darin, Touristen auszurauben. Die große Mehrheit profitiert dagegen auf ehrliche Weise vom Tourismus.

Internationale Gäste nehmen häufig nur am Rande die Lebenssituation der im Land Lebenden wahr. Ihr Interesse ist vor allem die Unbedenklichkeit und Freiheit des Reisens über den Abschluss möglicher Reiseschutz-Versicherungen hinaus. Und damit gehe ich hinein in die Bereiche, die für das sichere Reisen im Land von Bedeutung sind. Sie richten sich sowohl an Teilnehmende von geführten Touren als auch an die große Zahl der Selbstfahrer*innen.

Wie sicher ist es, in Südafrika zu reisen? – Äußere Sicherheit

Südafrika pflegt seit dem Ende der Apartheid sehr entspannte Beziehungen mit seinen Nachbarländern Namibia, Botswana, Sambia, Lesotho, eSwatini und Mosambik. Damit ist auch das Reisen in die Grenzgebiete problemlos möglich.

Botswana Sonnenuntergang Nachbarland Südafrika
Südafrikas Nachbarländer – wie hier Botswana – gelten als generell sichere Reiseziele und grenzübergreifende Rundreisen sind möglich.

Wie sicher ist es, in Südafrika zu reisen? – Innere Sicherheit

Ohne Frage gehört die Lektüre der ständig aktualisierten Online-Seiten des Auswärtigen Amtes zu den wichtigen Reisevorbereitungen. Die Sicherheitshinweise dort verdeutlichen das bunte Treiben der Kriminalität im Land und differenzieren in fairer Weise. Dazu gehört zum Beispiel der folgende Hinweis:

Der überwiegende Teil der Gewaltkriminalität findet in Gegenden und unter Umständen statt, von denen Reisende nicht betroffen sind. Sie können dennoch Ziel und Opfer von Diebstählen, Einbrüchen, Raub und ähnlicher Delikte werden.

Eine solche Beschreibung erinnert an vergleichbare Situationen in europäischen Metropolen.

Da bleibt mir eigentlich nur, einen Schwank meiner persönlichen Erfahrungen mit euch zu teilen:
Wann immer ich als „Tourist“ (und nicht als Guide) an einen Ort in Südafrika komme, erzählen mir die Leute dort, wie gefährlich es ist: „Geh auf keinen Fall zu Fuß dorthin.“ „Nimm dir bloß ein Taxi.“ „Wenn du das machst, wirst du ganz sicher ausgeraubt.“

In über 10 Jahren, die ich nun im südlichen Afrika lebe, haben diese einheimischen Sicherheitshinweise an Intensität und Überzeugung nicht abgenommen. Ich kann euch gar nicht sagen, wie viel ich verpasst hätte, wenn ich jedes Mal auf diese Beschwörungen gehört hätte. Vor allem hätte ich wahrscheinlich nie am eigenen Leib erfahren können, wie bedenkenlos so viele der als gefährlich stigmatisierten Aktivitäten im Grunde sein können.

Natürlich laufe ich nicht mitten in der Nacht allein in einem der Townships herum. Aber der Punkt ist vielmehr, dass mir viele Südafrikaner*innen noch zu sehr in „alten Zeiten“ verhaftet sind. Zeiten nach der Apartheid, wo auch der Staat offensichtlich überfordert war, für mehr Sicherheit auf den Straßen zu sorgen. Tatsächlich hat sich aber spätestens mit der Organisation der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika viel verändert. Ohne die Bereitschaft zur Umsetzung eines komplexen Sicherheitskonzeptes wäre die WM auch nicht an das Land vergeben worden.

Ich will nicht gerade behaupten, dass seitdem aus Blei Gold geworden ist. Aber sie konnten vielerorts Schlamm in Zement verwandeln: Stadtteile werden durch kulturelle Angebote aufgewertet, Überwachungskameras eingeführt, mehr Polizei eingestellt, die städtische und ländliche Infrastruktur verbessert, in Schule und Bildung diese Themen aufgegriffen und Menschen für die Problematik sensibilisiert, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Also: Vorsicht – na klar!
Aber: Lähmende Angst – nein, danke!

Innenstadt Kapstadt Abend
Nach Einbruch der Dunkelheit solltest du dich nur in belebten Gegenden aufhalten und einsame Nebenstraßen meiden – klare Sache.

Sicherheit im Straßenverkehr

Und dann ist da noch der Straßenverkehr. Hier geht es tatsächlich in vielerlei Hinsicht „südeuropäisch temperamentvoll“ zu. Das mag manchmal schwer auszuhalten sein für Selbstfahrer*innen, die so sehr an der Einhaltung der Verkehrsregeln festhalten wie Krokodile an der Wade, in die sie gerade hineingebissen haben. Die Devise ist hier mehr: „Go with the flow!“ („Geh/Fahr mit dem Strom!“) Aber behalte deine Vorsicht, brems ruhig mal aus, behalte den Kopf eingeschaltet.

Natürlich gibt es auch für mich verlockende Situationen, das Hirn mal kurz in den Ruhemodus zu versetzen. Zum Beispiel würde ich den Minibus-Fahrern manchmal am liebsten hinterherfahren, wenn sie mich links oder rechts über den Bürgersteig fahrend überholen, um dem Feierabendverkehr zu entkommen. Das nicht zu tun und stattdessen den Stau weiter zu „genießen“, macht euch nicht zu unangepassten Fahrer*innen.

Anpassen an den Linksverkehr ist für viele außerdem schon Grund genug, das Denkorgan jederzeit auf Vollfunktion arbeiten zu lassen und keine dummen Sachen zu machen.

Straße Sicherheit Südafrika Linksverkehr
Der Zustand vieler Straßen in Südafrika ist gut. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel. Vorsicht: Hier herrscht Linksverkehr!

Wie sicher ist es, in Südafrika zu reisen? – Finanzielle und technische Sicherheit

• In der Regel kommt man in Südafrika sehr gut mit der Kreditkarte durch die Lande. Auch das Abheben an Geldautomaten ist zumindest in den Städten und touristischen Zentren kein Problem und selbst in vielen kleineren Ortschaften möglich. Etwas Bargeld in der einheimischen Währung „Rand“ mindestens in der Höhe einer Tankfüllung dabei zu haben, ist aber ratsam, da die Kartengeräte immer mal durch technische Probleme ausfallen können. Und natürlich haben die vielen Straßenstände auf Märkten oder Souvenirmeilen kein Kreditkartengerät.

• Beim Geldabheben von ATMs gelten dieselben Sicherheitshinweise vor Betrugsschutz wie in Europa auch.

• Öffentliche Verkehrsmittel wie Klein- und Überlandbusse sind von ihrem technischen Zustand nicht mit mitteleuropäischen Standards zu vergleichen und eher schlechter. Auch die Qualifizierung sowie die Fahrt- und Ruhezeiten der Fahrer*innen werden in der Regel bei den Minibus- und Taxi-Fahrern eher nicht überwacht. Dagegen werden die bestehenden Standards bei den Fahrern der großen Überlandbusse im Großen und Ganzen eingehalten.

• Geführte Touren mit Elefant-Tours halten nach deutschen Standards geprüfte Fahrzeuge vor und qualifizierte Fahrer*innen-Guides. Nach jeder Tour werden die fahrenden Wohnzimmer in der Werkstatt auf die Fahrtüchtigkeit für die nächste Reise hin gecheckt und gegebenenfalls Reparaturen durchgeführt. Für die Sicherheit all unserer geführten Gäste gibt es bei der Ankunft im Land und vor der Weiterfahrt ein „Briefing“ mit dem Tour Guide, der oder die auch auf sicherheitsrelevante Aspekte der bevorstehenden Tour eingeht. Außerdem gibt es eine 24/7-Notfallnummer.

• Die Mietwagen der international bekannten Stationen erfüllen internationale Standards. In der Regel kommt man in Südafrika sehr gut ohne Vierradantrieb durch die Lande. Das gilt auch für die großen Nationalparks. Das heißt aber nicht, dass die Straßen alle gut sind. Meistens ja, aber es gibt Gebiete im Osten und hohen Norden, die einem den Schweiß zwischen die Fußzehen treiben. Dort möchte man das Auto am liebsten mitten auf der Straße stehen lassen und zu Fuß weitergehen.

Gesundheitliche Sicherheit für Touristen in Südafrika

Im Vergleich zu der Schweiz, Österreich und Deutschland ist das Gesundheitswesen in Südafrika im Landesdurchschnitt eher weniger gut entwickelt. Das gilt insbesondere für ländliche Regionen. Generell empfiehlt sich für alle Reisenden, eine Reisekranken- und Rücktransport-Versicherung abzuschließen, die euch Zugang zu den besten Standards im Reiseland erlaubt und euch gegebenenfalls einen Krankentransport zurück in die Heimat ermöglicht.

Allerdings gibt es in Südafrika an vielen Orten auch eine exzellente Gesundheitsversorgung in Privatkliniken. Dass die Ärzte am Kap was können ist unbestritten: Christiaan Barnard hat hier die erste weltweit erfolgreiche Herztransplantation durchgeführt. Und der Urologe André van der Merwe von der Universität Stellenbosch leitete das Operationsteam, dem die weltweit erste erfolgreiche Penistransplantation gelang.

Für viele junge ambitionierte Ärzte ist eine Ausbildung in Südafrika das Non-plus-ultra. Und auch die schnelle Entdeckung der Corona-Virusvarianten der letzten zwei Jahre geht auf die zweifellos vorhandenen medizinischen Qualitäten des Landes zurück.

Nach dem heutigen Stand (09.05.2022) solltet ihr in puncto Gesundheit in Südafrika auf mindestens folgende Punkte vorbereitet sein:

Corona – Covid-19 Einreisebestimmungen für Südafrika

Derzeit ist die Einreise nach Südafrika für alle Personen ab Vollendung des fünften Lebensjahres mit einem Nachweis über eine vollständige Impfung (ohne Auffrischungsimpfung) oder einem negativen PCR-Test möglich. Letzterer darf bei Reiseantritt nicht älter als 72 Stunden (ab dem Zeitpunkt der Abstrichnahme) sein. Auch der gültige Nachweis eines negativen COVID-19 Antigen-Tests ist möglich, sofern er bei Reiseantritt nicht älter als 48 Stunden (ab dem Zeitpunkt der Abstrichnahme) ist.

Neuerdings zählt sogar ein gültiger Nachweis eines positiven COVID-19 PCR-Tests, der zum Zeitpunkt der Einreise in Südafrika nicht älter als 90 Tage und nicht frischer als 10 Tage sein darf. Das gilt nur zusammen mit einer ärztlichen Bescheinigung in englischer Sprache aus dem Herkunftsland der Reisenden. Sie muss belegen, dass die Person vollständig von COVID-19 genesen ist, keine neuen Symptome zeigt und reisefähig ist.

Einige Hoffnung legte man bisher in die „COVID-Alert-South-Africa-App“. Die sollte auf dem Handy installiert sein, hat aber zumindest bei mir bisher nur unnötig Speicherplatz belegt.

Gelbfieber und Impfung

Derzeit gibt es bei der direkten Einreise aus Deutschland keine vorgeschriebenen Pflichtimpfungen. Wer allerdings bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet kommt, muss eine Gelbfieberimpfung nachweisen.

Malaria Risiko in Südafrika für Touristen

Sehr große Teile Südafrikas könnt ihr wunderbar bereisen, ohne euch dem Malariarisiko auszusetzen. Die Malaria-Gefahr im Land ist derzeit auf die nordöstlichen Grenzregionen beschränkt, die sich wie ein Gürtel durch der Provinzen KwaZulu-Natal, Limpopo und Mpumalanga ziehen. Davon betroffen ist damit leider auch der Kruger Nationalpark. Malariagebiet ist generell das so genannte Lowveld im Nordosten Südafrikas. Es zeichnet sich durch niedrigere Höhenlagen bis zu etwa 900 m über dem Meeresspiegel aus. Einen noch detaillierteren Überblick über malariafreie Gebiete in Südafrika findet ihr hier.

Garden Route Strand malariafrei
Die idyllische Garden Route gilt als malariafrei und ist ein beliebtes Reiseziel auch für Familien mit Kindern.

Das Malaria-Risiko ändert sich saisonal mit Beginn der Regenzeit. Sie startet meist ab Oktober. Jedoch ist die heißeste Phase der Malaria-Gefahr zwischen Januar und April. Die medizinische Beratung in einem Tropeninstitut kann ich euch wärmstens empfehlen. Einige Tipps, wie ihr euch auf Reisen vor Malaria schützen könnt, habe ich hier zusammengetragen.

Unterm Strich ist Südafrika relativ sicher für Touristen zu bereisen. Für Rückfragen und Unterstützung bei der Planung deiner Südafrika-Reise stehen wir gerne bereit, egal ob auf einer geführten Tour oder Selbstfahrer*in-Reise unterwegs. Dank unseres engen Kontaktes zu unserer Tochterfirma in Südafrika wissen wir über die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also melde dich bei uns! Dein Traum, unsere Expertise – Dein ganz individuelles Südafrika-Erlebnis.

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