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Veröffentlicht am 13. Dezember 2021 von Juan Proll

Geschenke aus Afrika online kaufen: Hautcreme unterm Weihnachtsbaum und Suppe als Festmenü

– Eine Weihnachtsgeschichte aus Südafrika –

Auch in diesem Jahr leuchtet der Corona-Stern im Weihnachtshimmel über Südafrika. Der Tourismus steht still. Doch das Leben geht weiter in dieser stark von der Pandemie gebeutelten Regenbogen-Nation. „Das Beste daraus machen“, ist auch die Devise einer unserer Guides, der heute im Zentrum meines Blogs steht.

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Roy und seine Tochter sind das Team von Pure Africa.

Ob es ‚schon‘ oder ‚erst‘ zwei Jahre her ist, als wir zu Weihnachten 2019 voller Euphorie auf das Jahr 2020 blickten, ist reine Empfindungssache. Für Roy – Haupt-Guide unserer Tochterfirma in Südafrika – stand eine vielversprechende Saison bevor. Die Buchungslage war hervorragend, die Vorfreude groß: „Jedes Mal, bevor es mit meinen Gästen in den Kruger Nationalpark hineingeht, fühle ich mich wie ein kleines Kind. Ich kann dann nicht schlafen, weil ich so aufgeregt bin“, sagt Roy. „Guide sein macht süchtig“, fügt er dann noch schnell hinten an. Seine Stimme klingt dabei ein bisschen nostalgisch.

Das Leben geht weiter

Doch dann kam COVID-19. Es überzog die Welt, errang den Status einer Pandemie und boxte damit Mitte März 2020 den weltweiten Tourismus in ein Koma und Roy, wie so viele andere auch, in die Arbeitslosigkeit. Das von der Firma für Roy geschnürte Überlebenspaket sollte zumindest bis zum Einsetzen der staatlichen Hilfen reichen. Doch ein leistungsstarkes Absicherungssystem, so wie wir es in Deutschland erleben durften, gab es in Südafrika aufgrund leerer Staatshaushalte nicht. Von den wenigen Versprechungen wurde viel nicht eingehalten. Den Rest fraß größtenteils die Korruption auf, die sich wie eine hungrige Hyäne auf die knappen freigesetzten Gelder stürzte. „Aber“, so sagt Roy, „das Leben geht weiter und du musst schnellstmöglich einen Plan machen.“

Das war anfangs sicher leichter gesagt als getan. Der massive Lockdown in Südafrika schnürte der Wirtschaft den Hals zu, beschränkte rigoros die Bewegungsfreiheit der Menschen und schaffte Bedingungen, die für alle neu waren. Wie also damit umgehen? Eine Frage, die sich auch Roy stellen musste, als er feststellte: „Es war noch nicht einmal die zweite Woche im Lockdown, da habe ich gewusst, das schaffe ich nicht, ich drehe durch.“

Körperliche Distanz halten, Soziale Nähe pflegen

Sein Herz wies ihm dann den richtigen Weg. Angesichts der zunehmenden Not in den Townships wollte er seine Isolation nicht nur durchbrechen, sondern auch anderen Menschen helfen. Aus dem von allen Seiten geforderten ‚Social distancing‘ wurde für ihn eine Variante von: Körperlich Abstand halten, Soziale Nähe pflegen. Er kontaktierte einen Bekannten im Township Booysens Park, bot seine Hilfe an und bat um Unterstützung bei der Beantragung einer notwendigen Spezial-Erlaubnis, die ihm ermöglichen sollte, zwischen seiner Wohnung und dem Township hin und her fahren zu dürfen. Er wollte einen Beitrag zur Sicherstellung der Essensversorgung leisten. Und so wurde die Idee der Einrichtung einer Suppenküche geboren.

Das Township ist etwa 20 km entfernt von Roys Zuhause in Port Elizabeth (seit dem 23. Februar 2021 offiziell in „Gqeberha“ umbenannt). Mit der erteilten Genehmigung in der Tasche fuhr er von nun an monatelang jeden Tag mit seinem Pick-up zum Booysens Park, holte riesige Pötte ab, warf sie hinten auf die offene Ladefläche und brachte sie zum mobilen Küchenstandort. Er machte Fahrdienste und Einkäufe. Er war da für die Menschen, ermunterte Kinder und stärkte die Eltern. Selber Vater einer Tochter wusste er instinktiv, worauf es nun ankam. Doch alles konnte nur funktionieren, wenn er es schaffte, Gelder aufzutreiben und aus den Spenden das Essen zu finanzieren. Das wurde zu einer seiner herausforderndsten Tätigkeiten in diesen Zeiten – neben den Polizeikontrollen auf der Strecke, denn: „Während des Lockdowns musste ich jedes Mal durch 4-5 Checkpoints. Einmal kamen die sogar mit Gewehren auf mich zu.“

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Tour Guide Roy kocht für die Township-Bewohner*innen in Booysens Park. Die Suppenküche wird finanziert durch Spenden und den Verkauf nachhaltiger Geschenke seines Start-Ups Pure Africa.

Nicht einmal Ausflüge in Port Elizabeths (Gqeberha) Umgebung

Konnte man in diesen Zeiten an den Kontrollpunkten keine Genehmigung vorweisen, wurde man wieder nach Hause geschickt. Denn dort sollte man sein und bleiben, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Nicht einmal Ausflüge in Port Elizabeths wunderschöne Umgebung waren möglich. Kein Besuch des Garden Route Nationalparks, der Tsitsikamma-Berge oder der Storms-River-Schlucht am Indischen Ozean auf der einen Seite, und auch kein Besuch des Addo Elephant Nationalparks mit seiner aufregenden Big Five Tierwelt auf der anderen. Selbst die stadtnahen Strände waren tabu.

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Während des Covid-Lockdowns tabu: Die Strände an der Garden Route. Was für Reisende ein Urlaubsziel ist, ist für viele Südafrikaner*innen Lebensgrundlage.

Ein Netz mit Löchern

Während nun im Township eine größere Zahl von Kindern wenigstens ein Essen pro Tag gesichert hatte, feilte Roy jetzt auch an einem Plan für sich selbst. Schließlich wurde immer klarer, dass der Tourismus so schnell nicht zurückkommen würde. Und eigentlich war ihm schon gleich zu Beginn des Lockdowns klar, was die Stunde geschlagen hatte:
„Als das hier passiert ist, habe ich gewusst, jetzt muss ich sofort an was anderes denken. Man kann nicht einfach abwarten.“

Sicherheiten wie das Arbeitslosengeld, wie wir es aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kennen, gibt es theoretisch auch hier – wenngleich in einem viel kleineren Rahmen und nur bis zu maximal einem Jahr. Nur fühlt sich die Realität in Südafrika durchaus schon mal so an wie für Roy: „Ich wollte Arbeitslosengeld beantragen. Dann haben sie aber den Manager der Antragsstelle entlassen. Und am nächsten Tag gleich das gesamte Management hinterher. Da war klar – hier ist nichts zu bekommen. Ich habe es dann gelassen.“

Geschenke aus Afrika online kaufen: Mit der richtigen Handcreme in die Zukunft

Wie sollte er sich also alternativ ein Einkommen sichern? Er begann aus einer Not eine Tugend zu machen: Roy hat eine helle und wetterempfindliche Haut. Alle möglichen Cremes kaufte er in der Vergangenheit, um seine Haut zu stützen und zu schützen. Doch irgendwie erfüllten sie alle nicht den gewünschten Zweck. Konsistenz und Inhaltsstoffe sorgten für unbefriedigende Empfindungen auf der Haut. Also widmete er sich zusammen mit seiner Tochter den chemiefreien Varianten. Sie variierten, mischten und probierten und landeten schließlich bei einer Kombination aus Marula Öl und Shea Butter. Eine natürliche Hautcreme entstand.

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Bestellmöglichkeit: Die handgemachte Pure Africa Hautcreme kann auf dieser Webseite online als Geschenk oder für den täglichen Bedarf gekauft werden; auch der Versand nach Europa und Deutschland ist möglich.

Besonderen Charme hat diese Creme schon deshalb, weil Marula Öl und Shea Butter aus den Fruchtkernen zweier sehr afrikanischer Bäume hergestellt werden: dem Shibutterbaum und dem Marula-Baum. Letzterer ist auch in Südafrika beheimatet und für Touristen besonders gut im südlichen Teil des Kruger Nationalparks anzutreffen. Wenn der Baum zwischen Januar und März die Marula-Früchte trägt, dann zieht er auch verstärkt Tiere an. Es heißt, dass sogar Elefanten aus den anderen Regionen des Nationalparks zum großen Fressen herkommen. Daher auch der Spitzname Elefantenbaum.

Von der Spielerei zur existenziellen Realität – ein ganz besonderes Geschenk

Aber zurück zu Roy und seiner Tochter, die bei so viel afrikanischer Reinheit in Qualität und Herkunft ihrer Handcreme den Namen Pure Africa gaben. Was vor dem Lockdown vielleicht noch Spielerei gewesen sein mochte, wurde nun existenzielle Realität: Sie entwickelten die Handcreme zum Produkt und ihre Hobbytätigkeit zum Familienunternehmen – den modernen Möglichkeiten der Online-Welt sei Dank. Denn mit ihr konnten sie sehr unbürokratisch ihr Business registrieren, eine Webseite einrichten und eine erste Vertriebsstruktur aufbauen. Der Produktversand nach Europa funktioniert bereits. So eignet sich Pure Africa auch als handgemachtes und nachhaltiges Geschenk für (Süd)Afrika-Fans – ob zu Weihnachten, zum Geburtstag, oder einfach nur so. Bestellen kann man es online über die Webseite.

Marula Öl und Shea Butter kommen liter- und kiloweise zu Roy nach Hause geliefert. Im Township labelt eine Mitarbeiterin die kleinen Aludosen, bevor auch diese bei ihm landen. Die Herstellung und Abfüllung der Creme macht Roy noch immer mit seiner Tochter persönlich. Dass da genügend Creme an den Händen zurückbleibt, um sie geschmeidig zu halten, ist garantiert. Aber dennoch mussten auch sie erst einmal herausfinden, wie es geht:
„Wir mixen die beiden Stoffe, um eine geschmeidige Konsistenz zu bekommen. Aber es hat gedauert, bis wir wussten, was wir tun müssen, damit die Konsistenz so ist, wie sie sein soll. Das Problem ist die richtige Kühltemperatur und Zeit, wo sich die Mischung setzen muss.“

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Selbst gekochte Mahlzeiten werden in einem Township ausgegeben. Finanziert wird diese Unterstützung durch Spenden und den Verkauf der Pure Africa Produkte.

Den Verkauf organisiert er selber, weitestgehend online. Für mehr reicht es noch nicht. Aber natürlich soll das Produkt bald auch sichtbar in Läden und Apotheken stehen. Doch eines verfolgt die Familie schon seit dem Verkauf der ersten Handcreme: die weitere Unterstützung der Suppenküche im Township. „Denn“, so sagt Roy klar, „die Leute hier im Township leiden noch viel mehr unter der Corona-Situation als wir. Kinder haben oft tagelang nichts Vernünftiges zu essen. Und viele Erwachsene sind Tagelöhner, die morgens noch nicht wissen, ob sie abends Geld mit nach Hause bringen.“

Roys Idee und Hoffnung ist, dass er bei einem wachsenden Geschäft mit seinen Cremes auch mehr soziale Projekte unterstützen kann. Deswegen betont er gerne, dass mit jeder gekauften Creme soziale Einrichtungen gefördert werden. Auch wenn er mit der Suppenküche erst am Anfang steht. Schon jetzt sichert er aber die Suppenküche mit 10 Prozent seiner Einnahmen aus dem Verkauf der Handcreme ab. Manchmal ist es auch mehr. Einmal pro Woche wird jetzt die Essensausgabe unter dem Slogan „Pure Africa Cares“ angeboten. „Pure Africa Cares“ lässt sich grob übersetzen mit: „Pures Afrika kümmert sich“. Es soll die soziale Identität des Unternehmens werden und der ‚Hilfsfonds‘ für humanitäre Aktivitäten sein.

Es ist dieses Selbstverständnis, was mich während seiner Erzählung so beeindruckt. Da verliert jemand seinen Job von heute auf morgen und begreift sofort, dass es vielen anderen genauso ergeht, sie aber schlimmere Konsequenzen aushalten müssen als er. Trotz seiner Not hilft er in der Not der anderen und findet darin nicht nur Bedeutung, sondern auch ein sozialverantwortliches Konzept für sein eigenes Überleben: eine natürliche Handcreme aus rein afrikanischen Produkten, dessen Verkauf nicht nur ihn, sondern auch die bedürftigen Menschen um ihn herum über Wasser halten sollen. Es ist ein Bekenntnis zu Südafrika mit all seinen Schwächen und Stärken. Es ist gelebte Weihnacht in der schneefreien, aber sonnigen Regenbogen-Nation, mit einer Handcreme unterm Weihnachtsbaum und einer gesponserten Suppe als Festmenü.

Ihr alle, die ihr diesen Blog lest, seid zu dieser besonderen Weihnacht sehr herzlich eingeladen. Wer mehr dazu wissen möchte, denen empfehle ich Roys Webseite unter: https://www.pureafricaproducts.co.za/

Ikrismesi emnandi, Sinifisela Ukhisimusi Omuhle, Geseënde Kersfees, Merry Christmas und Frohe Weihnachten!

Geht es auf eine Reise nach Südafrika stehen wir gerne für Rückfragen und zur Unterstützung bei der Planung eures Abenteuers bereit – egal ob auf einer geführten Safari oder einer Selbstfahrer*innen-Reise unterwegs. Dank unseres engen Kontaktes zu unserer Tochterfirma in Südafrika wissen wir über die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also melde dich bei uns! Dein Traum, unsere Expertise – Dein ganz individuelles Südafrika-Erlebnis.