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Veröffentlicht am 7. Februar 2022 von Juan Proll

Wo kann man in Tansania wandern – Wanderrouten in den Usambara Bergen

Afrikas höchster Berg, der Kilimandscharo, ist das bedeutendste Wanderzentrum Tansanias. Gefolgt von seinem kleinen, aber ebenso attraktiven „Bruder“ Mt. Meru. Doch auch Wanderfreudigen ohne Gipfelambitionen bietet das Land viele Alternativen. Darunter die Wanderrouten der Usambara Berge, von denen ich euch einige im heutigen Blog vorstellen möchte.

Wo wandern Tansania Usambara
Foto: Flickr/Joachim Huber
Die Usambara Mountains – ein weniger bekannter Ort, wo man in Tansania wandern kann.

Tansania ist sowohl für Safari-Fans wie auch für Trekking-Begeisterte eine Traum-Destination. Hier kann man Berggipfel erobern, die Big Five der Tierwelt sehen und sich an Stränden des Indischen Ozeans von den vielfältigen Herausforderungen erholen.

Während über die Wanderrouten hoch zum Kilimandscharo oder hinauf zum Mount Meru schon viel geschrieben wurde, sind andere begehenswerte Strecken noch weitestgehend unbekannt. Zum Teil mag das daran liegen, dass ein Urlaub nur begrenzt Zeit bietet und der Kilimandscharo und Mt Meru nahe den einschlägigen Safari-Gebieten der Serengeti und des Northern Circuit liegen. Aber wer länger Zeit hat oder häufiger das Land besucht, hat mehr Wandermöglichkeiten. Darunter zum Beispiel: Eine drei- bis fünftägige Wanderung durch das Ngorongoro-Schutzgebiet zum Lake Natron mit Einblicken in die Massai-Kultur und ihre Lebensweise. Oder die Uluguru-Berge und der Udzungwa-Mountains-Nationalpark im Süden Tansanias, wo man durch unberührte Natur mit reichlich endemischer Flora und Fauna wandern kann. Doch auch die Usambara-Berge sind eine Antwort auf die Frage: Wo kann man in Tansania wandern? Es ist, als öffne sich die Welt, wenn man hier auf den Wanderungen zu den atemberaubenden Aussichtspunkten des Gebirgszuges gelangt. Davon erzählt heute mein Blog.

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Wo kann man in Tansania wandern gehen: Die Usambara Mountains

Die, je nach Quelle, bis zu 2.290m oder 2.440m hoch aufragenden Usambara Mountains beherbergen eine Vielzahl von endemisch wachsenden Pflanzen und zählen zu den artenreichsten Regionen der Welt. Gerne wird diese Vielfalt als das „Galapagos der Pflanzenwelt“ bezeichnet. Das Usambaraveilchen dürfte vielleicht einigen bekannt sein. Mit ihren Resten von Millionen Jahre alten Urwäldern ist diese Bergwelt hier von herausragender Bedeutung für den Natur- und Artenschutz. Die Usambara-Berge liegen im Nordosten Tansanias und sind damit nicht einmal allzu weit vom Kilimandscharo und dem Northern Safari Circuit entfernt.

Usambara Berge Tansania wandern
Foto: Foto: Flickr/David Bacon
Ein Dorf in den Usambara Bergen im nordöstlichen Tansania – ein toller Ort für individuelle Wandermöglichkeiten

Als Wanderregion trumpfen in dieser Landschaft vor allem die spektakulären Aussichten. Sie offenbaren eine Aura erhabener natürlicher Schönheit mit tiefen Tälern und rauschenden Gebirgsbächen am Fuße steiler, terrassenartig verlaufender Hänge. Dazu gesellt sich in den Ortschaften eine Menge Lokalkolorit, zu dem sowohl die bunte Mischung der Menschen, ihr „Way of Life“ und ihre einheimischen Märkte beitragen. Lushoto, der Hauptort der Region, offenbart darüber hinaus auch Einflüsse deutscher Kolonialzeit. Zwischen 1885 und 1918 entstanden im damaligen Deutsch-Ostafrika unter anderem auch in Lushoto einige Kolonialbauten, die sich bis heute gut gehalten haben und das Stadtbild mitprägen. Das warme und gemäßigte Klima hier, mit saisonal bedingten Durchschnittstemperaturen von etwa 14,5° bis 20° Grad, war sicher einer der Gründe für das deutsche Interesse an diesem Landstrich. Wenngleich sie bei gut 1000 mm jährlichem Niederschlag damals wie heute häufiger mal im Regen standen.

Lushoto ist der Ausgangspunkt für die nachfolgenden Beispiele von Wanderrouten in der Region.  Manche Wanderungen sind gut ohne Guide zu machen. Andere, insbesondere die Mehrtages-Touren, sollten dagegen nur von erfahrenen, abenteuerlustigen und gut vorbereiteten Leuten ohne Guide in Angriff genommen werden:

Wanderrouten in den Usambara Mountains – Kisasa Falls

Von Lushotos Zentrum sind es hin und zurück rund 7 km zum Kisasa-Wasserfall. Macht ihr nicht gerade Umwege in die Landschaft, führt der Weg über dörfliche Straßen. Unterwegs begegnet ihr also vermehrt Einheimischen mit guten Gelegenheiten, ein paar Eindrücke lokaler Lebensart mitzunehmen.

Der Weg zu den Wasserfällen ist ein wenig versteckt. Wenn euer Navi jetzt nicht mehr weiterhilft, dann ist es die richtige Gelegenheit, die nächststehende Person anzusprechen und nach dem Weg zu fragen. Die letzten 100 m geht es einen unbefestigten Pfad hinunter, um zur Basis des Katarakts zu gelangen. Auf halber Höhe findet ihr auf einem Felsen einen kleinen Aussichtspunkt. Von hier habt ihr eine kostenlose Aussicht. Wer bis zum Fuß der Fälle vorgeht, zahlt eine kleine Gebühr und kann die kühlende Gischt des Wasserfalls genießen. Picknicktische deuten an, dass diese mächtigen, stufig herabstürzenden Wassermassen zu den Attraktionen der Gegend gehören. Das gilt aber mehr für bestimmte Tage an Wochenenden oder Feiertagen. Ansonsten könntet ihr diesen Ort auch ganz allein für euch haben.

Wanderrouten in den Usambara Mountains – Irente Viewpoint

Der Irente Aussichtspunkt ist eines der am einfachsten zu erreichenden und gleichzeitig beeindruckendsten Naturgebiete, das man bei einem angenehmen drei- bis vierstündigem Spaziergang vom Stadtzentrum aus erwandern kann. Irente ist ein wilder Felsvorsprung in schwindelerregender Höhe über der Massai-Steppe, den ihr auf dem letzten Stück über einen schmalen, von Blumen gesäumten Weg erreicht. Die Aussicht ist hervorragend und die zu Füßen liegende Landschaft beeindruckend dramatisch.

Irente viewpoint
Foto: Foto: Flickr/G F
Die Aussicht vom Irente Viewpoint in den Usambara Bergen

Ich empfehle aber, dass ihr euch entweder einen Bus oder ein „Bodaboda“ (Motorrad- oder Fahrradtaxi) nehmt, bis zum Yogoi Viewpoint (bzw. zu dessen Abzweig) vorfahrt und von dort eure Wanderung beginnt. So habt ihr knapp 5 km eingespart und habt noch genug Kraft für Routen-Alternativen. Vom Yogoi Aussichtspunkt geht es dann ca. 2 km weiter zum Irente Viewpoint. Von hier lohnen sich die rund 1,7 km Weg bis zur Irente Farm Lodge für eine kulinarische Pause. Frisch gestärkt könnte es dann entweder weitere 9 km über Kwembago nach Lushoto zurückgehen oder mit Hilfe einer Abkürzung entsprechend schneller.

Wanderrouten in den Usambara Mountains – Magamba Rainforest

Eine weitere lohnende Wanderung führt zum Magamba-Regenwald (ca. 12 km von Lushoto). Scharen von Colobus-Affen, bunte Schmetterlinge, Chamäleons und zahlreiche Waldvogelarten erwarten euch hier, ein besonders lohnendes Ziel für Vogelfreunde. Die Strecke zum Regenwald führt über das königliche Bergdorf Kwembago (ca. 3 km), das alte Zentrum der Familie Daffa, einem Unterclan der traditionell herrschenden Klasse der Kilindi-Dynastie, die auch als Regenmacher verehrt wurden. Hier bietet sich für euch besonders die Möglichkeit, viel über die WaSambaa Kultur zu erfahren, dem Bantu stämmigen Volk der Shambaa („Farmer“), dessen Nachfahren noch heute die Region bevölkern und beackern.

Es besteht auch die Möglichkeit, einen kleinen Abstecher zum Kigulu Hakwewa Peak (ca. 5 km) zu machen, für einen weiteren malerischen Ausblick auf die Szenerie unter euch. Ebenso in der Nähe ist eine Erdgrotte, ausgebuddelt von den Deutschen im Zweiten Weltkrieg, um sie als Bunker zu nutzen. Diese Wanderroute in den Usambara Mountains dauert je nach Programm und Verweildauer insgesamt 5 bis 7 Stunden. Zurück geht es durch das Dorf Magamba, von wo ihr mit einem Bus zurück nach Lushoto die Zeit verkürzen könnt.

Wanderrouten in den Usambara Mountains – Mlalo

Eine weitere Wanderroute führt noch tiefer in die Usambara-Kette hinein. Hier könnt ihr die isolierte und eigenwillige Stadt Mlalo entdecken, die sich etwa 42 km von Lushoto hoch oben in den Hügeln festklammert. Dafür empfiehlt sich auch eine Zwischenübernachtung in Lokozi (ca. 26 km). Umgeben von einer dramatischen Kulisse aus wilden Berggipfeln ist Mlalo eine weitläufige Ansammlung außergewöhnlicher Häuser mit zwei Stockwerken und hübsch geschnitzten Holzbalkonen. Es liegt in einem gepflegten und stufenartig geformten Tal, das vom Umba-Fluss bewässert wird. Die Stadt produziert handgefertigte Töpfe in alter Shambaa-Tradition. Die Shambaa glaubten einst, dass der Schöpfergott Sheuta Menschen aus der Erde formte, während eine Töpferin ihre irdenen Gefäße bearbeitete. Alte Überzeugungen besagen, dass die Töpferei die Arbeit von Frauen sei und die Techniken matrilinear, also von der Mutter an die Tochter, weitergegeben werden. Ihre in der Umgebung hergestellten Töpferwaren werden dann zum Verkauf auf den Lushoto-Markt gebracht. Busse fahren täglich zwischen Lushoto und Mlalo über Magamba und brauchen etwa zwei Stunden.  

Wo wandern Tansania Chamäleon
Foto: Flickr/Malte Christiansen
Ein Chamäleon in der Stadt Mlalo gelegen in den Höhenlagen der Usambara Berge

Wanderrouten in den Usambara Mountains – Mtae

Eine ausgezeichnete Mehrtages-Wanderung führt durch die Wälder, Berge, Täler und Dörfer zwischen Lushoto und dem malerischen sowie historischen Dorf Mtae. Einst war es ein wichtiger erhöht gelegener Grenzposten zwischen der Massai-Ebene und dem Land der Shambaa entlang der West-Usambara-Klippe. Die ersten deutsch-europäischen Missionare durften ihre Kirche in Mtae bauen, nachdem sie die Tortur überstanden, vom örtlichen Häuptling zu einer Ahnenbegräbnisstätte geführt zu werden. Dieser erwartete, dass dort die Geister der Toten den Glauben der Missionare zerstörte oder verwirrte. Doch nichts dergleichen geschah und der Häuptling gewährte den Predigern ihr Anliegen.

Der Panoramablick vom Mtae Viewpoint aus ist den Aufstieg wert. Außergewöhnliche Landschaft, die sich bis zum fernen Horizont erstreckt, wo die südlichen Pare-Bergketten und das Mkomazi-Wildreservat, den Nyumba ya Mungu-Stausee und manchmal sogar die Gipfel des Kilimandscharo in etwa 250 Kilometern Entfernung enthüllt.

Zwischenstationen dieser (je nach Verlauf) bis zu etwa 82 km langen Wanderroute sind Lukozi mit seinem bunten Markt, Rangwi mit einer Übernachtung in einem Nonnen-Kloster, Mambo und Mambo Viewpoint mit seinem fantastischen Panorama und schließlich die Kidhege Wasserfällen als kleiner Abstecher über die wirklich abenteuerlich anmutende Mambo Seite kommend.

Die Frage „wo kann man in Tansania wandern gehen“ bietet mehr Antworten als nur den Mt Kilimandscharo. Auch die Usambara-Berge lohnen sich. Für Rückfragen zum Thema „Wandern in Tansania“ und zur Unterstützung bei der Planung deiner Tansania-Reise stehen wir gerne bereit. Dank unseres engen Kontaktes zu unserer Tochterfirma in Tansania wissen wir über die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also melde dich bei uns! Dein Traum, unsere Expertise – Dein ganz individuelles Tansania-Erlebnis.