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Veröffentlicht am 14. November 2022 von Juan Proll

Wo kann man in Kenia wandern? Teil 3 – Kenias Wanderrouten in den Aberdares

Die Aberdare-Berge sind eine gern besuchte Region für Camping- und Safari-Fans. In den letzten Jahren ist allerdings eine neue Gattung von Besucher*innen hinzugekommen: Wanderlustige. Einige von Kenias Wanderrouten in den Aberdares werden im heutigen Blog vorgestellt.

Blick über Kenias Aberdare Mountain Range

Nachdem ich in vergangenen Blogs bereits Wanderwege auf dem Mount Kenya und Wanderrouten im Inland vorgestellt habe, stelle ich heute ein paar Wandermöglichkeiten in den Aberdare-Bergen vor.

Die Aberdare Mountain Range

Ein ca. 160 km langes Hochlandgebirge vulkanischen Ursprungs bildet entlang des östlichen Randes des Großen Grabenbruchs die Aberdare Mountain Range. Ihre höchste Erhebung auf 4.001 m ist der Mount (Le-)Satima. Übersetzt heißt das so viel wie „Der Berg des jungen Bullen“. Schon aus der Ferne lassen sich eine Reihe von Vulkankegeln dort oben erkennen, die so spitz und so scharfkantig sind, dass die Menschen sie „Zähne des Drachen“ nennen.

In einem geschützten und mit einem Zaun umschlossenen Bereich von rund 766 km² liegt der Aberdare Nationalpark. Menschenansiedlungen sind hier nicht erlaubt. Stattdessen gibt es hier nur wild lebende Tiere, darunter auch Elefanten, Büffel, Nashörner und Leoparden.

Landschaft auf Kenias Aberdares Wanderungen

Die Bergkette liegt nur leicht südlich des Äquators, wo große Niederschlagsmengen herunterprasseln. Dadurch besitzen die Berge eine reiche Vielfalt an Vegetation, an Bäumen und Pflanzen, darunter Farne, Moose, Flechten und Lianen sowie Hartholzbäume wie Kampfer, Zeder, Podo oder Hagenia. Auf den Wanderungen geht es durch Bambusdickichte am Fuße der Range und hinauf durch dichte Wälder entlang der Berghänge. In den höheren Lagen ab etwa 3000 m bestimmen Hochmoore, Bäche und Wasserfälle das Bild. Ein paar hundert Meter höher dominieren afrosubalpine Pflanzen das Panorama. Zusammen bieten sie atemberaubende Landschaften und spektakuläre Natur-Szenerien.

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Wandern in den Aberdare-Bergen – Wann ist die beste Zeit?

Bei etwa 1000 ml Regen an den nordwestlichen Hängen und 3000 ml im Südosten muss man das ganze Jahr über mit Niederschlägen rechnen. Besonders ist das in den Regenzeiten von April bis Ende Mai und Ende Oktober bis Dezember der Fall. Dann erschweren sehr schlammige Wege das Vorwärtskommen mit dem Jeep oder zu Fuß. Aber die satten Flüsse, mystischen Urwälder und magischen Wasserfälle erhöhen in diesen Wochen die besondere Atmosphäre in den Aberdare-Bergen.

Die vermutlich trockenste Zeit für Wanderungen in der Aberdere Mountain Range ist in den Monaten Juni bis September und Dezember bis Februar.

Kenias Wanderrouten in den Aberdares

Besondere Attraktionen im Nationalpark sind die sehr schönen Landschaften mit ihren Bergkämmen und Flusstälern. Zu ihnen gehören herrliche Wasserfälle, von denen der herausragendste die Karuru-Wasserfälle sind, die in drei Stufen über 117 m, 26 m und 130 m – also insgesamt 273 m – in die Tiefe stürzen. Ebenfalls sehenswert sind die Wasserfälle von Chania und viele andere kleinere. Die Region ist beliebt bei Berglandschaftsfotografen.

Der Gipfel der Aberdare ist relativ einfach zu besteigen. Auch die meisten anderen benötigen nicht viel mehr als eine gesunde Portion Anstrengung, um hinaufzuwandern. Es gibt unzählige Moorwanderungen und den Waldspaziergang im Park.

Hier stelle ich euch Kenias Wanderrouten in den Aberdares vor:

7 Teiche / Tarns Trail

Der Trail ist eingebettet zwischen Tafelberg und Rurimeria im nördlichen Teil der Aberdares. Der Aufstieg beginnt bei 2600 m und führt hinauf bis zum höchsten Punkt bei 3680 m. Oben angekommen und in Richtung höchstem Gipfel schauend überblickt ihr das Moorland auf einem relativ flachen Gelände. Es verbindet den Tafelberg auf der linken Seite und Point Rurimeria auf der rechten Seite. Die 7 Teiche spiegeln an klaren Tagen den blauen Himmel wider.

Der Weg ist ca. 16 km lang und dauert etwa 7 Stunden. Diese Wanderung ist ein gutes Höhen- und Ausdauertraining, um euch auf eine lange Bergwanderung in großer Höhe vorzubereiten.

Tafelberg Trail

Dieser Trail ist einer der beliebtesten und schönsten Wanderrouten in den Aberdares. Der nächstgelegene größere Absprungort ist die Stadt Miharati.

Der Aufstieg beginnt bei 2620 m und endet auf 3687 m. Der Weg führt zuerst durch einen künstlichen Zypressenwald und anschließend in einen ruhigen Hargenia-Wald. Dann entspannt sich der Anstieg etwas. Von hier überquert ihr einen Bach unter den Hargenia-Bäumen, einem der schönsten Landschaftsszenerien auf dieser Wanderung. Es geht weiter nach oben, wo ihr in etwa 3400 m Höhe auf eine Heidevegetation stoßt, die mit riesigen, wunderschönen vulkanischen Felsbrocken übersät ist. Von hier habt ihr ebenso eine herrliche Aussicht auf den Berg Kipipiri.

Auch auf dem weiteren Weg nach oben sind beeindruckende Felsformationen zu entdecken. Nun sind es nur noch wenige Meter weiter bis der Bergtisch in Sicht ist und du dich im eigentlichen Moor befindest. Jetzt heißt es nur noch: staunen und genießen. Wenn die Wetterbedingungen halbwegs freie Sicht erlauben, könnt ihr von hier die Gipfel Mt. (Le-)Satima, den Mt. Kinangop und weiter drüben den Mt. Kenya sehen.

Der Elephant Hill Trail

Der Elephant Hill am südlichen Ende der Aberdare Bergkette ist ein idealer Ort für eine Tageswanderung, insbesondere wenn ihr euch auf die anspruchsvolleren Besteigungen des Mt. Kenya oder des Mt. Kilimandscharo vorbereitet. Von den verschiedenen Ausgangspunkten zur Besteigung von Elephant Hill wähle ich hier den vermeintlich besten Zugang von der Njabini Forest Station, etwa 4 km vom Einkaufszentrum Njabini entfernt. Die Wanderung startet an der Forststation in einer Höhe von 2500 m und dauert etwa 4 bis 5 Stunden.

Die ersten 5 km sind relativ flach und führen durch Gelände mit einigen landwirtschaftlichen Aktivitäten wie der Kultivierung von Plantagenwäldern. Dahinter taucht ihr dann in eine Bambuszone ein. Ein schmaler, immer wieder matschiger Pfad unter euren Füßen sowie hoch aufragender Bambus, der über euch nur gefiltertes Licht durchlässt, sorgen hier für die ersten aufregenden Momente.

Nun wird es steil. Dabei stoßt ihr gelegentlich auf Fußabdrücke von Elefanten und Verdauungsspuren anderer Tiere. Sie erinnern ständig daran, dass ihr nun im Aberdare Nationalpark seid. Euer Guide bzw. eure bewaffnete Eskorte wird euch sicher durch das schwierige Gelände führen. Bestimmt helfen hier und da ein paar gängige Durchhalteparolen.

Irgendwann erreicht ihr die subalpine Zone mit seiner atemberaubenden Vielfalt an exotischer Flora. Und schaut ihr euch um, dann sind bei schönem Wetter herrliche Aussichten zum Beispiel auf den Sasumua-Staudamm zu eurer Rechten und den entfernten Ndakaini-Staudamm zu eurer Linken zu genießen. Ihr habt das „Hinterteil des Elefanten“ erreicht, auch bekannt als der „Punkt der Verzweiflung“.

Auf dem nächsten Streckenabschnitt wird es nun einfacher. Es geht über den „Rücken des Elefanten“, ein leicht felsiges Gelände auf einer Höhe von über 3400 m. Allerdings fallen die Temperaturen nun spürbar. Und steil wird es bald auch wieder, sehr steil. Der Weg führt zunächst in eine Baumgruppe hinab, bevor er aus dem kleinen Tal wieder nach oben abbiegt. Mit spanischem Moos geschmückte Heideriesen stellen sich in den Weg. Knorrig schauen sie drein. Aber bereitwillig bieten sie Halt, wenn ihr euch mit ihrer Hilfe den Hang hinaufziehen wollt.

Scheinbar endlos geht es hinauf, ehe sich der Weg wieder barmherziger zeigt und flacher wird. Hier gibt er auch einen ersten Blick auf den Gipfel frei, erkennbar am Sattel zwischen zwei Hügeln. Sitzt ihr, beziehungsweise steht ihr auf dem „Sattel des Elefanten“, könnt ihr sehr einfach die beiden Gipfelhügel erreichen, rechts 3625 m hoch, links 3630 m. Die Aussichten von hier sind atemberaubend. Auch der markante Gipfel des Mt. Kinangop, der zweithöchste Punkt der Aberdare Range, ist im Norden zu sehen.

Rurimeria Trail

Der Rurimeria Trail hat in letzter Zeit viel an Popularität gewonnen. Er hat damit gleichzeitig dem beliebten Elephant Hill etwas den Rang abgelaufen, der zuvor als schwieriger Weg in die Höhen der Aberdares hinauf beispiellose Aufmerksamkeit genoss.

Der Aufstieg startet etwas oberhalb des Geta Bush Center und führt zum Park des Fence Watchers Camps auf 2750 m Höhe. Dabei überquert ihr zwei wunderschöne Bäche, die in das Tal hinunterfließen. Kurz danach geht es steil bergauf zum Lone Tree Point. Von hier gönnt euch ruhig einen Blick nach hinten und seht in die Ferne, aus der ihr gekommen seid. Die Aussicht auf den Berg Kipipiri und die teilweise Aussicht auf den Berg Kinangop sind von hier schlicht außerirdisch.

Durch die Heide- und Hargenia-Zone geht es hinauf zu den wunderschönen Felsbrocken-Formationen auf 3300 m Höhe. Sie gelten gleichzeitig auch als erster Gipfel und bieten exzellente Aussichten bis zum Mt. Longonot und dem Lake Naivasha, der in sanften Nebel gehüllt ist.

Der Pfad geht nun tiefer in die Heide hinein bis zum zweiten Gipfel. Dahinter geht es bis zum dritten Gipfel vorbei an immerwährenden Blumen, die in dieser Höhe endemisch sind. Hier geht der Weg dann über in das kunstvoll anmutende Moorland.

Der nun folgende Trail hinauf zum Gipfel ist relativ flach. Doch die letzten 80 Meter schießt der Pfad noch einmal steil auf. Aber ihr werdet für eure Mühen mit den allerschönsten Aussichten belohnt und kaum noch weg wollen. Wenn das Wetter es erlaubt, durchdringt der ikonische Gipfel des Mt. Kenya im Osten die zart kuschelnde Wolkenschicht, um sich an den warmen Strahlen der Äquatorsonne zu erfreuen.

Dieser Trail ist sicher eine von Kenias härtesten Wanderrouten in den Aberdares. Die 16,5 km Länge und etwa 9 Stunden Dauer machen die Wanderung unvergesslich und anschließend ein Bett unersetzlich.

Mt. Kinangop Tulaga Trail

Mt. (Le-)Satima mag der höchste Punkt in der Aberdare Mountain Range sein, aber der Mt. Kinangop auf 3900 m ist der beeindruckenste. Mount Kinangop kann vom südwestlich gelegenen Njabini-Tor oder nahe Tulaga vom nordwestlich gelegenen Mutarakwa Forest Gate aus erreicht werden. Der hier beschriebene Trail nähert sich dem Gipfel aus nordwestlicher Richtung und ist eine 2-Tages-Wanderung. Die ersten 4 km der Wanderung führen über eine unbefestigte Straße durch einen Plantagenwald. Die lokalen Bauern praktizieren hier das „Shamba-System“. Dazu betreiben sie den Anbau von Kartoffeln, Kohl und Karotten auf frisch abgeholzten Waldstücken, während sie sich um junge Baumsetzlinge kümmern. Wenn diese 3 Jahre alt sind, ziehen sie auf ein anderes Waldstück um.

Dahinter geht es in den Aberdare Nationalpark (ein Guide wird also bei euch sein) und weiter in den Mutarakwa-Wald hinein. Von jetzt an besteht jederzeit die Möglichkeit, der großen Tierwelt zu begegnen. Elefanten, die genüsslich an saftigen Zweigen knabbern. Büffel, die im Unterholz ihre Siesta halten. Und Spitzmaulnashörner, die am liebsten unsichtbar bleiben. Immer mehr wandelt sich die Vegetation in eine Bambuszone. Sie wird von Afrikanischen Rotholz-Bäumen abgelöst, ehe der Wald in Moorland übergeht. Es kommt bald der Moment, wo ein Blick zurück ein traumhaftes Panorama offenbart. Von hier seht ihr den Mt. Kipipiri auf der linken Seite und das Aberdare-Hochland auf der rechten. Dazwischen liegt das berüchtigte Wanjohi-Tal. Der Tafelberg und Rurimeria befinden sich in dieser Ansicht auf dem Aberdare-Hochland.

Weiter geht es vorbei an einem beeindruckenden Elefantenschädel und einer Flugzeug-Absturzstelle. Hier wäre die geeignete Stelle für eine Zwischenübernachtung auf einem nahegelegenen Campingplatz. Es folgen circa 3 weitere, gemütliche Stunden bis man den Mt. Kinangop erreicht. Dort erwarten euch gleich zwei Gipfel, rund 500 m voneinander entfernt. Am rechten Ende des ersten zu erreichenden Gipfels steht eine Felswand, die regelrecht dazu einlädt, erklommen zu werden … jedenfalls für Kletterexperten. Bevor ihr den Rückweg über denselben Weg antretet, ist aber auch noch Zeit für den zweiten Gipfel.

Kenias Wanderrouten in den Aberdares – wichtige Hinweise

  • Die meisten Besucher*innen erhoffen sich auf den Wanderungen durch die Aberdare Mountain Range eine bewaffnete Ranger-Eskorte. Das mag eine gewisse Romantik haben, ist aber nicht überall nötig, jedenfalls außerhalb des umzäunten Nationalparkbereiches nicht. Wenn ihr den Weg kennt oder einen eigenen Guide dabei habt, braucht ihr nur ein Entschädigungs-Abtretungsformular unterschreiben, mit dem ihr einwilligt, alle Aktivitäten auf eigenes Risiko zu unternehmen und im Schadensfall keine Entschädigungsansprüche zu stellen.
  • Beachtet bitte, dass sich das Wetter in diesen Höhen sehr schnell verschlechtern kann und die Temperaturen manchmal kräftig nach unten purzeln. Stellt also sicher, dass ihr warme Kleidung und Regenkleidung dabei habt. Und habt ein Auge auf Wetterveränderungen, die sich durch Wolkenbildungen ankündigen.
  • Die Nationalpark-Behörde bietet eine Reihe von Campingplätzen sowie eine Selbstversorger*innen-Lodge an. Darüber hinaus gibt es die luxuriösen Unterkünfte im Aberdare Country Club und im ‘The Ark’.
Aberdare Country Club
Foto: Aberdare Country Club

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