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Veröffentlicht am 19. Juli 2021 von Juan Proll

Welche Naturschutzgebiete in Kenia besuchen: Kenias Norden – von Nairobi in nördliche Richtung

Sitzt man erst einmal im Safari-Fahrzeug und verlässt das Großstadtgewusel von Kenias Hauptstadt Nairobi in nördlicher Richtung, dann offenbaren sich schon bald atemberaubende Natur und Tierwelt. Doch welche Naturschutzgebiete in Kenia sollte man besuchen? Wo sich hier Abgeschiedenheit erleben lässt, erfahrt ihr auf unserer 5-tägigen Lodge Safari und vorab im heutigen Beitrag.

Naturschutzgebiete in Kenia: Welche sollte man besuchen?

Viele Gäste fragen uns, welche Naturschutzgebiete in Kenia man besuchen sollte. Wer in der Metropole von Nairobi seine Kenia-Reise startet, kann sich vielleicht zunächst kaum vorstellen, dass es irgendwo dahinter noch natürliche Freiräume gibt, die tierreich und menschenleer sind. Doch die derzeit insgesamt 61 Nationalparks und Schutzgebiete zeigen deutlich, welche Priorität die Natur für das Land hat. Die Masai Mara sowie der Amboseli oder Tsavo Nationalpark sind weltberühmte Beispiele gelingender Koexistenz von Mensch und Natur. Doch auch, wenn man Nairobi in nördliche Richtung verlässt, zeigen sich Flora und Fauna von ihrer ursprünglichsten Seite. Dazu heute mehr in diesem Blog.

Welche Nationalparks Kenias Norden
Foto: Aberdare Country Club
In Kenia Abgeschiedenheit genießen, die Natur erleben: Welche Naturschutzgebiete sind die besten nördlich von Nairobi?

Mount Kenya Nationalpark

Während ihr in nördlicher Richtung unterwegs Nairobi mehr und mehr im Rückspiegel verschwinden seht, taucht vor euch in der Ferne bereits der Mount Kenya auf. Er ist mit 5.199 m der höchste Berg des Landes und hinter dem Kilimandscharo der zweithöchste Afrikas. Mount Kenya hat nicht nur Nationalpark-Status, sondern ist auch UNESCO-Weltnaturerbe. In dessen Beschreibung heißt es:

Mit seinen zerklüfteten gletscherbedeckten Gipfeln und bewaldeten Mittelhängen ist der Mount Kenia eine der beeindruckendsten Landschaften Ostafrikas. Diese Kulisse wird durch den visuellen Kontrast und die Vielfalt der Landschaften, die zwischen dem kenianischen Hochland und dem Mount Kenya geschaffen wurden, verstärkt, die sich über das flache, trockene Grasland und die lichten bewaldeten Ebenen … erheben. Der Mount Kenya wird auch von allen angrenzenden Gemeinden (Kikuyu und Meru) als heiliger Berg angesehen. Sie nutzen den Berg für traditionelle Rituale, basierend auf dem Glauben, dass ihr traditioneller Gott Ngai und seine Frau Mumbi auf dem Gipfel des Berges leben.

Schon der majestätische Anblick verführt zum Wandern in den anliegenden Wäldern und alpinen Vegetationszonen. Doch auch Schauen und Genießen beruhigen bereits die Seele. Neben mehrtägigen Trekking Touren bis zum Point Lenana auf 4985m könnt ihr hier auch auf Tagestouren die Natur erleben und zum Beispiel gemeinsam mit einem erfahrenen Guide vom Chogoria Gate bis zum Lake Ellis Bergsee wandern.

Mount Kenia Landschaft Norden
Den Lake Ellis kann man auf Tageswanderungen im Mt Kenya Nationalpark erreichen – noch immer ein Geheimtipp in Kenias nördlichen Nationalparks

Solio Game Reserve

Westlich und unweit vom Mount Kenya entfernt liegt das Solio Game Reserve. Dieses kleine Wildschutzgebiet hat sich vor allem dem Artenschutz von Nashörnern verschrieben. Wenn ich auch normalerweise für Nashörner gerne Südafrika und Namibia empfehle, so ist das Aberdare Gebiet, wo das Solio Game Reserve beheimatet ist, tatsächlich reich an Möglichkeiten, Spitzmaul- und Breitmaulnashörner anzutreffen. Ich behaupte mal: so gut wie nirgendwo sonst in Ostafrika.

Aber auch ansonsten präsentiert sich das Wildschutzgebiet vielfältig und landschaftlich spektakulär mit seinem offenen Grasland und bewaldeten Schluchten. Und natürlich beschränkt sich die Tierwelt nicht nur auf die Nashörner. Auch Büffel, Zebras, Giraffen und Steppenwild wie Elen-Antilope, Oryx, Impala, Wasserböcke, Thompsons Gazelle und Warzenschwein sind hier zuhause. Mit einem bisschen Glück trefft ihr sogar auf Löwen und Geparden. Natürlich geschützt durch die solide Karosserie unserer Land Cruiser.

Kenia Norden Naturschutzgebiete Nashornherde Solio
Ganze Nashornherden sieht man im Solio Game Reserve in der Nähe der Aberdares, nur wenige Stunden Fahrt nördlich von Nairobi

Samburu National Reserve

Weiter nördlich liegt das Samburu National Reservat. Es gilt als ein kleines Paradies für Naturliebhaber*innen und Ruhe suchende Reisende. Abgeschiedenheit erleben ist spätestens hier keine Worthülse mehr. Anders als die hauptstadtnahen Nationalparks zieht dieses Wildschutzgebiet an Wochenenden oder in den Ferien nur wenige Besucher*innen an.

Die vorherrschenden Vegetationsformen in dieser dürren Landschaft sind trockenes Buschland und offene Grassavannen. Tiere wie Oryx-Antilopen, die sehr ungewöhnlichen Giraffengazellen (Gerenuks), Grant Gazellen, Dik Diks, Kleine Kudus und Grevy-Zebras sind solchen Bedingungen angepasst und hier heimisch. Auch Netzgiraffen und Elen-Antilopen fühlen sich in diesen Lebensräumen wohl.

Dass bei allem bescheidenen Niederschlag auch Wasserböcke, Krokodile, Flusspferde und große Elefantenherden in diesem Naturschutzgebiet leben können, ermöglicht der meist ganzjährig Wasser führende Ewaso Nyiro Fluss. Für Raubtiere wie Löwen, Leoparden, Geparden und Streifenhyänen sind dies natürlich beste kulinarische Voraussetzungen: saftige Happen garantiert, statt Dürrfleisch, mmh, yammi. Die Leoparden haben hier sogar den Ruf, weniger scheu als andernorts zu sein. Schon dafür lohnt sich ein Besuch.

Akazien, Wildfeigen und Lebkuchenbäume schmücken die Uferränder. Nach dem Regen im April und November zeigen sich sogar einige bemerkenswerte Blumen wie zum Beispiel die pinke Wüstenrose. Hunderte von heimischen Vogelarten bringen zusätzlich Farbe und Abwechslung. Unter ihnen sind auch Somali-Strauße, Marabus, Eisvögel und Geier.

Am gleichen Fluss grenzen zudem zwei weitere Schutzgebiete an: die Buffalo Springs National Reserve auf der Flussseite gegenüber und die Shaba National Reserve an den Ufern weiter östlich. Sie bilden Teile desselben Ökosystems und können mit dem gleichen Eintrittsticket besucht werden.

Nördliche Schutzgebiete Kenia Elefanten Herde Samburu
Eine Elefantenherde im Samburu National Reserve, nördlich des Mt Kenyas – hier erlebt ihr wahre Abgeschiedenheit

Übrigens leben hier auch Familien des Samburu-Volkes. Sie hüten Kamele, Rinder und Ziegen und sind kulturell und sprachlich eng mit den Maasai verwandt. Auch tragen sie ein ähnlich traditionelles Gewand aus Decken und Perlen. Allerdings haben sie nicht-traditionelle Praktiken wie Handel und Landwirtschaft schneller in ihr Leben integriert. Ein Besuch bei ihnen ist grundsätzlich möglich.

Ol Pejeta Conservancy

Auf dem Weg zurück in die Hauptstadt empfiehlt sich noch ein Besuch in der Ol Pejeta Conservancy. Der Grund: Sie ist derzeit der einzige Ort in der Welt, wo man das Spitzmaulnashorn, das Südliche Breitmaulnashorn UND das Nördliche Breitmaulnashorn sehen kann. Hier am Äquatorstreifen gelegen sind die derzeit weltweit letzten beiden Nördlichen Breitmaulnashörner zuhause. Gemütlich futtern sie sich durch die Grassavanne ihres Hochsicherheitstraktes, einem natürlich gehaltenen Freigehege. Schön ist ihre Aussicht auf den mächtigen Mount Kenya und die Aberdare Gebirgskette. Der besondere Schutz gilt dem Leben der beiden Nashorn-Ladies und der entschlossenen Abwehr aller Wilderer, die mit der verführerischen Wirkung ihres Nasenhorns nicht klarkommen.

Doch auch sonst ist die Ol Pejeta Conservancy eine echte Hausnummer im Land. Vielen Einheimischen fällt bei guten Big Five Begegnungen schneller Ol Pejeta ein als der Tsavo West Nationalpark. Tiere, die nicht in dem ambitionierten Schicksalsplan der Nashorn-Rettung involviert sind, dürfen sich hier frei bewegen. Und davon gibt es reichlich. Zäune gibt es auch keine. Lediglich eine Vorrichtung, die es allein den Nashörnern unmöglich macht, die Schutzzone zu verlassen. Ansonsten freut euch über Nashörner, Löwen, Leoparden, Elefanten, Büffel, Wildhunde, Oryxe, Zebras, Giraffen, Nilpferde, Schakale, Hyänen und einer Reihe verschiedener Antilopen. Es gibt außerdem sogar ein Rehabilitationszentrum für Schimpansen, das ihr ebenfalls besuchen könnt.

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Im Norden Kenias die Big Five sehen? Die besten Chancen habt ihr in der Ol Pejeta Conservancy in der Nähe des Mount Kenia Nationalparks

Bushwalks in den Wildschutzgebieten im Norden Kenias

In all den Nationalparks Afrikas oder den privaten Wildschutzgebieten mit Löwen, Leoparden, Büffeln, Elefanten und Nashörnern ist es natürlich immer wieder faszinierend, die Tierwelt von einem Safari-Fahrzeug aus zu bewundern. Doch ich liebe es, den Geländewagen mal stehen lassen zu können und durch genau dieselben Gebiete zu laufen. Zu Fuß im Busch unterwegs und dabei ständig der Möglichkeit ausgesetzt zu sein, Löwen, Elefanten oder Nashörnern ohne den Schutz des blechernen Panzers auf vier Rädern zu begegnen ist eine unbeschreiblich intensive Erfahrung. Die Beine zittern schneller und der Adrenalin-Spiegel schießt unangekündigt gewaltig in die Höhe. Es ist der ultimative Kick für Afrika-Abenteurer*innen.

Wer solche Bush Walks oder Walking Safaris in Kenia erleben will, muss sich vorher aber genau informieren. Denn in den meisten staatlichen Nationalparks oder auch dem Masai Mara Game Reserve muss man bei der Pirschfahrt im Fahrzeug bleiben. Viele private Conservancies und auch einige der Wildschutzgebiete im nördlichen Kenia sind aber bestens für solche Erfahrungen geeignet: im Mt Kenya und Aberdare Nationalpark sowie in der Ol Pejeta Conservancy und dem Solio Game Reserve kannst du zu Fuß die Natur erkunden, ohne gleich einem Löwen ins offene Maul zu laufen. Nur bitte nicht allein! Dafür sind die Ranger*innen da. Sie sorgen für die notwendige Sicherheit, wenn ihr mit ihnen zwischen Giraffen, Zebras und Gnus in wilder Landschaft wandert. Welch eine Gelegenheit, diesen Tieren zu Fuß so nah kommen zu können. Die Guides wissen aber auch, was zu tun ist, wenn es zu Begegnungen mit gefährlichen Tieren kommt. Denn weglaufen ist nicht immer die beste Option. Bei den Löwen weckt das nur den Jagdtrieb.

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Foto: Aberdare Country Club
Mit Giraffen spazieren gehen: Einen geführten Bush Walk erlebst du zum Beispiel in der angrenzenden Conservancy des Aberdare Country Clubs

Aber natürlich geht es hier nicht allein um die Tierwelt. Safaris zu Fuß dienen ebenso der Möglichkeit, sich manche Dinge mal im Detail anzuschauen, für die man sich vom Auto aus keine oder nur kaum Zeit nimmt. Vorbei an bestimmten Bäumen kann man zum Beispiel auch einmal eine Samenhülse aufheben, sie öffnen, in den Fingern reiben und schließlich den besonderen Geruch einatmen. Fremde Gerüche, Farben und Geräusche, ungewöhnliche Pflanzen und Spuren sorgen neben den Tieren für den besonderen Erlebniswert.

Kenias Safariwelt ist voller Highlights. Einige herausragende Beispiele in nördlicher Richtung von Nairobi habt ihr heute kennen lernen können. Sie garantieren Erinnerungen fürs Leben. Wir stehen gerne für Rückfragen und Unterstützung bei der Planung deiner Kenia-Reise bereit. Dank unseres engen Kontaktes zu unserer Tochterfirma in Kenia wissen wir über die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also melde dich bei uns! Dein Traum, unsere Expertise – Dein ganz individuelles Kenia-Erlebnis.