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Veröffentlicht am 8. August 2022 von Juan Proll

Geschichte, Kultur und Aktivitäten: Was du bei einem Besuch in Soweto sehen musst

Soweto ist Südafrikas berühmtestes Township. Nelson Mandela lebte hier ebenso wie Desmond Tutu, dem geistigen und moralischen Vater der Regenbogennation. Auch der Soweto-Aufstand 1976 im Apartheid-Südafrika erreichte die Welt. Heute bietet Johannesburgs größter Stadtteil nicht nur historisch Interessantes, sondern auch erlebenswert Entspanntes. Wir geben dir Tipps, was du bei einen Soweto-Besuch sehen musst.

Warzeichen von Soweto die Soweto Touers
Die Soweto-Towers sind das Wahrzeichen der South Western Townships.

Sowetos Entstehung – mehr als nur 1 Township

Als im heutigen Johannesburg um 1855 das „Goldfieber“ ausbrach, wuchs schnell das Lazarett an diesem Fieber „erkrankter“ Glückssucher. Rasant stieg die Bevölkerung. Vor allem schwarze Minenarbeiter kamen aus allen Teilen des Landes auf der Suche nach Arbeit. Ein Grund für die herrschenden Weißen in der Regierung und in den Minenunternehmen für eine vorsorgliche „Rassentrennung“ zu sorgen. Siedlungen entstanden um Johannesburg herum, die „Schwarze“, „Farbige“, „Inder und Asiaten“ (so die offiziellen Zuordnungen damals) von den „weißen“ Wohngebieten fernhalten sollten.

Die so entstandenen Townships im Südwesten der Stadt wurden 1963 unter der Bezeichnung „Soweto“ zusammengeführt. Soweto ist ein Akronym für South-Western Townships. Heute umfasst es 32 verschiedenen Townships mit einer lebendigen Mischung von Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen und Abstammungen. Soweto ist das größte Township Südafrikas und wahrscheinlich das berühmteste des gesamten Kontinents.

Post-Apartheid Soweto und Township-Vibe

Die Entwicklungen Sowetos nach dem Ende der Apartheid 1994 schaffte große Kontraste zwischen Altem und Neuem sowie Besitzenden und Besitzlosen. Eine merkwürdig anmutende Koexistenz von sowetischen Millionären und bescheidenen Händlern entstand.

Das Lebensgefühl der Menschen in Soweto ist ein stolzes, geprägt vom Ruhm des Stadtviertels, den Geschichten des eigenen Überlebens und der Erfahrung, urban und straßenerfahren zu sein. Und doch sind viele von ihnen hier verwurzelt und entwurzelt zugleich. Viele haben ihre Familien in den verschiedensten Winkeln des südlichen Afrikas zurückgelassen, um sich hier die Chancen einer wirtschaftlichen Existenz aufzubauen.

Schon immer ist Soweto ein Schmelztiegel südafrikanischer Kulturen. Naheliegend, dass sich daraus spannende, eigene Subkulturen entwickeln – besonders in der Jugend. Sie blickt hinaus in die Welt, bedient sich afroamerikanischer Einflüsse und passt sie aber an lokale Gegebenheiten an. So drückt sich in ihrer Sprache, ihrer Kleidung und ihrem Gang ein Gefühl kosmopolitischer Kultiviertheit aus. Soweto gilt als einer der Geburtsorte der Kwaito Musik und des lokalen Sprachjargons „Tsotsitaal“. Letzteres ist eine eklektische Mischung aus mehreren lokalen Sprachen zu einer Straßensprache, die sich ständig weiterentwickelt und hauptsächlich von der Jugend gesprochen wird.

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Was ihr über einen Besuch in Soweto wissen solltet – die Highlights

In den letzten Jahren hat sich in ganz Südafrika ein Township-Tourismus etabliert, auch in Soweto. Was die Highlights in Soweto sind, das erfahrt ihr nun hier.

Soweto Bike Tours

Wer Soweto einmal auf ganz besondere Weise kennen lernen möchte, der sollte eine geführte Fahrradtour durch das Township machen. Die Guides sind Einheimische, die Soweto besser kennen als Queen Elizabeth den Buckingham Palace. Für das komplette Township-Feeling empfiehlt sich sogar eine Übernachtung in einer Township-Unterkunft, von der auch die Fahrrad-Tour am nächsten Tag losgeht.

Von Halbtages- bis Ganztagestouren geht es zu den Sehenswürdigkeiten des Stadtviertels. Ihr begegnet Menschen und magischer Soweto-Kultur. Und ihr hört und erlebt wahre Geschichten, die selbst von den größten Novelisten nicht so geschrieben werden könnten. Und zwischendurch geht es entweder auf einen Drink in eine der vielen, einheimischen Shebeens oder für ein lokales Mittagessen in einfaches Restaurant.

Fahrradttour in Soweto Aktivitäten

Auch die folgenden Stationen werden auf dieser Fahrradtour besucht:

Sowetos Vilakazi Street

Kein Reiseführer beschreibt nicht Sowetos Vilakazi Street. Immer und überall ist zu lesen, was an ihr das Allerbesonderste ist: Sie ist die einzige Straße der Welt, in der einst zwei Friedensnobelpreisträger lebten – Nelson Mandela und der ehemalige Erzbischof Desmond Tutu. Diese Straße allein ist voller Geschichten über den Widerstand gegen das Apartheid-Regime, über Nelson Mandela und seine Frau Winnie und über Desmond Tutu.

Das ehemalige Haus Mandelas in dieser Straße ist heute Museum und einen eigenen Besuch wert.

Was du bei deinem Soweto-Besuch sehen musst: das Nelson Mandela Museum

Nelson Mandelas bescheidenes Haus in Sowetos Vilakazi Street ist natürlich nicht mehr die original belassene Bruchhütte, wie sie damals war. Die wohnlichen Verhältnisse waren für alle Township-Bewohner*innen damals sehr erbärmlich. Nelson Mandela lebte zwischen 1946 und 1962 in diesem Haus und kam auch nach seiner Gefängnisstrafe 1990 kurz hierher zurück. Dass es eine bescheidene Bleibe war, lässt sich aber auch heute noch gut nachvollziehen. Es ist eines der 1945 erbauten „Streichholzschachtelhäuser“ aus rotem Backstein. In den Wänden sind Einschusslöcher ebenso wie Brandspuren von Benzinbomben zu sehen, die auf das Haus geworfen wurden, als Mandela im Gefängnis war.

Nelson Mandelas Haus in der Vilakazi Street
Das ehemalige Haus Nelson Mandelas in der Vilakazi Street ist heute ein Museum.

In vier miteinander verbundenen Räumen findet sich heute eine Sammlung von Erinnerungsstücken, Gemälden und Fotografien der Familie Mandela. Das Museum empfiehlt sich als ein interessanter Zwischenstopp für diejenigen, die einem Stück authentischer Geschichte über den berühmtesten ehemaligen Gefangenen der Welt begegnen möchten.

Was du bei einem Besuch in Soweto sehen musst: das Hector Pieterson Memorial

Unweit der Vilakazi Street liegt das Hector Pieterson Museum. Diese Gedenkstätte ist zum Synonym für den Studentenaufstand von 1976 geworden und ein Symbol des Widerstands gegen die Brutalität der Apartheid-Regierung.

Als 1976 während der Soweto-Aufstände Schüler*innen und Studierende gegen Afrikaans als staatlich verordnete alleinige Unterrichtssprache in den örtlichen Schulen protestierten, erschoss die Polizei am 16. Juni den 12-jährigen Hector Pieterson. Ein Zeitungsfotograf machte ein Foto des tödlich verwundeten Jungen, der aus der Menge getragen wurde. Dieses Foto ging mahnend um die Welt.

Das Hector Pieterson Denkmal und Museum wurde 2002 in Soweto unweit des Tatortes eröffnet.

Hector Pieterson Museum was muss man in Soweto sehen
Das Denkmal und Museum für Hector Pieterson, der als 12-Jähriger während der Studentenproteste 1976 erschossen wurde.

Regina Mundi Kirche

Die katholische Kirche Regina Mundi wurde Anfang der 1960er Jahre erbaut. Das eher gewöhnlich aussehende Gebäude hat zunächst nichts von einer Attraktion. Die berühmte Schwarze Madonna blickt gelassen von ihrem Aussichtspunkt rechts vom Altar herab und die Reihen glänzender Kirchenbänke stehen kantinenartig im Raum. Doch mit seinen 2.000 Sitzplätzen und weiteren 5.000 Stehplätzen gilt sie als die größte Römisch-Katholische Kirche Südafrikas.

Während der Apartheid gewann sie Bedeutung als ein Zentrum der Oppositionsbewegung. Gottesdienste oder Begräbniszeremonien verwandelten sich oft in politische Manifestationen. Nach der Apartheid diente diese Kirche während der Präsidentschaft Mandelas als Sitzungsort der Wahrheits- und Versöhnungskommission unter dem Vorsitz von Desmond Tutu.

Die Regina Mundi Kirche wandelte sich während der Apartheid zu einem Zufluchtsort für Tausende, unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer Religion. Die Polizei hielt es nicht davon ab, die Kirche während des Studenten-Aufstands zu stürmen und das Feuer gegen die protestierenden Studenten, die hier Schutz suchten, zu eröffnen. Noch heute zeugen Einschusslöcher in den Decken, der zerbrochene Marmoraltar und die beschädigte Christus-Statue von diesen unbarmherzigen Momenten. Auch für Michelle Obama sowie Bill und Hilary Clinton bleibt dieser Anblick unvergesslich.

Was man in Soweto sehen muss: Die Orlando Towers

Die legendären Orlando Towers sind heute das sichtbarste Wahrzeichen Sowetos. Sie waren einst zwei unansehnlich zurückgelassene Kühltürme auf dem Gelände eines ehemaligen Kohlekraftwerks. Dieses wurde 1998 geschlossen und stand anschließend 10 Jahre leer und ungenutzt, bevor es in das heutige Abenteuer- und Geschäftszentrum umgewandelt wurde.

Ihr Facelifting bescherte Soweto einer der wertvollsten Freizeitattraktionen. Weltweit rühmte es sich mit seinem ersten Bungee-Sprung zwischen Kühltürmen und zum Ort des höchsten SCAD-Freifalls der Welt. Die Türme sind jeweils 33 Stockwerke hoch und versprechen gefühlt einen 33-fachen Adrenalinschub. Aber auch Abseilen, Klettern, Zip-Lining, Pendelschwingen und Paintball, Base-Jumping und Rap-Jumping gehören zur Angebotspalette.

Orlando Stadium

Zwei Fußballmannschaften aus Soweto gehören zu den erfolgreichsten Mannschaften des Landes. Ihre Rivalität ist Legende: Die Orlando Pirates und die Kaizer Chiefs. Ihre Meisterschaftsspiele füllen sogar Johannesburgs WM-Stadion, das Soccer City / FNB-Stadium unweit von Soweto. 90.000 Zuschauer*innen fasst es und reicht dennoch von der Kapazität eigentlich nicht aus.

Orlando Stadium in Soweto

Das Orlando Stadium liegt direkt in Soweto und ist die Heimspielstätte der Orlando Pirates. Es ist heute ein modern ausgestattetes Stadion, nachdem sein Vorläuferbau durch Vandalismus erheblich beschädigt wurde. Wenn es nicht gerade gegen die Kaizer Chiefs geht, sind die Chancen auf Eintrittskarten mehr als gut. Ein Spaß und Kulturerlebnis, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Ein Besuch im Soweto Township ist eine der besonderen Begegnungen mit Südafrika. Wir stehen gerne für Rückfragen und zur Unterstützung bei der Planung eures Abenteuers bereit – egal ob auf einer geführten Safari oder einer Selbstfahrer*in-Reise unterwegs. Dank unseres engen Kontaktes zu unserer Tochterfirma in Südafrika wissen wir über die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also melde dich bei uns! Dein Traum, unsere Expertise – Dein ganz individuelles Südafrika-Erlebnis.