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Veröffentlicht am 27. Dezember 2021 von Juan Proll

Swahili-Kultur in Tansania: Ruinen von Kilwa Kisiwani & Songo Mnara

Die Serengeti, der Kilimandscharo, die Masai oder Professor Grzimek sind oft die ersten Gedanken, die einem in den Sinn kommen, wenn man an Tansania denkt. Doch das Land hat neben diesen Top-Attraktionen noch mehr zu bieten, wie mein heutiger Einblick in die Kultur der Swahillis und den Inseln Kilwa Kisiwani und Songo Mnara zeigt.

Ruinen von Kilwa Kisiwani Süden Tansania
Foto: Richard Mortel/Flickr
Die Ruinen von Kilwa Kisiwani im Süden Tansanias

Auf den Spuren der Swahili-Kultur in Tansania: Kilwa Kisiwani & Songo Mnara

Viele Tansania-Urlauber*innen bereisen gerne den Norden des Landes, sind während einer Safari auf den Spuren der „Big Migration“, der ‚Großen Wanderung‘ der Tiere unterwegs oder besteigen Afrikas höchsten Berg, den Kilimandscharo. Sie besuchen das UNESCO-Weltnaturerbe des Ngorongoro Kraters oder interessieren sich für die Kultur der Masai. Schnell erfahren sie, dass die Hauptsprache des Landes Swahili, auch Kiswahili genannt, ist. Doch was diese Sprache mit der Kulturgeschichte Tansanias zu tun hat, das verrät am besten ein Besuch der Ruinen von Kilwa Kisiwani und Songo Mnara im Süden der Republik.

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Swahili-Küstenkultur, Islamisierung Ostafrikas und prosperierender Handel

Die Bedeutung des Wortes „Swahili“ leitet sich vom arabischen Wort „Sawahil (سواحلي)“ ab und heißt so viel wie „von der Küste“. Zunächst einmal geht es um Volksgruppen, die sich entlang der ostafrikanischen Küste von Mosambik im Süden über Tansania und Kenia bis hoch nach Somalia im Norden niederließen und vom Handel lebten. Insbesondere der seefahrende Handel im arabischen Raum sorgte über die Jahrhunderte für starke Einflüsse in den heimischen Bantusprachen, wirtschaftlichen Gewohnheiten und religiösen Gebräuchen. Mit dem Ziel der besseren Verständigung über den Gebrauch von Händen und Füßen hinaus wurden immer mehr arabische Wörter integriert. Es entstand eine ‚Lingua Franca‘, zu der sich parallel schließlich auch eine vom Handel geprägte und um islamische Glaubensinhalte bereicherte kulturelle Eigenart der Küstenvölker entwickelte. So formte sich die ‚Swahili-Küstenkultur‘, die ihre ‚Hoch-Zeit‘ in Tansania vor allem im Mittelalter hatte.  

Die rund 300 km südlich von Dar-es-Salam gelegenen Inseln Kilwa Kisiwani und Songo Mnara stehen beispielhaft für diese Epoche. Als Weltkulturerbe der Menschheit sind sie „ein außergewöhnliches Zeugnis der Ausbreitung der Swahili-Küstenkultur, der Islamisierung Ostafrikas und des außerordentlich umfangreichen und prosperierenden Handels im Indischen Ozean vom Mittelalter bis in die Neuzeit“ (UNESCO).

Lohnen sich die Inseln Kilwa Kisiwani und Songo Mnara? – Was gibt es zu sehen?

In der Blüte des Wohlstands gründete der Perser Ali ibn Hasan um 975 auf der Insel Kilwa Kisiwani das Kilwa-Sultanat. In den folgenden Jahrhunderten verkehrten voll beladene Schiffe mit Handelsgütern wie Gold, Perlen, Elfenbein, chinesischer Seide, Porzellan und mehr in den Häfen des Sultanats. Kilwa Kisiwani mauserte sich in der Region zum Zentrum der mächtigen Shiraz-Dynastie. Mit dem Ursprung der Shiraz-Weine hat das aber nichts zu tun. Vielmehr ist Shiraz eine Stadt im heutigen Iran und der Herkunftsort des ersten Sultans.

Doch die persisch-arabischen Dynastien wechselten ab etwa 1300, lediglich unterbrochen von einer portugiesischen Episode unter Francisco de Almeida zwischen 1505 und 1512, die jedoch den langsamen Verfall einläutete. Ihren letzten Aufschwung erlebte die Insel durch den Sklavenhandel zum Ende des 18. Jahrhunderts. Doch mit dem Umzug des Stadthalters auf das Festland verlor Kilwa Kisiwani nun komplett seine Bedeutung.

Grosse Moschee Kilwa Kisiwani Ruinen
Foto: Richard Mortel/Flickr
Überreste der Großen Moschee auf der Insel Kilwa Kisiwani

Die prachtvollen Bauten der Vergangenheit verwilderten zu beeindruckenden Ruinen der Gegenwart. Darunter die Große Moschee, deren Bau im 10. Jahrhundert begann und die bis heute die älteste noch stehende Moschee an der ostafrikanischen Küste ist. Bis zum 19. Jahrhundert trug sie zudem die größte Kuppel Ostafrikas. Ebenfalls zu sehen sind die Überreste des aus Korallenstein gebauten Sultanspalastes Husuni Kubwa. Besondere Elemente des mondänen Baus, wie zum Beispiel sein großer achteckiger Swimmingpool, verliehen ihm den Ruf als eindrucksvollstes Palastgebäude seiner Zeit südlich der Sahara.

Etwas südlich von Kilwa Kisiwani liegt die Insel Songo Mnara. Gut erhaltene Überreste von mehr als 40 großen Wohnblocks, fünf Moscheen und ein ummauerter Friedhof mit zahlreichen Gräbern dominieren die Ausgrabungsstätte. Verglichen mit der mehr als 800-jährigen Besetzung des nahe gelegenen Kilwa Kisiwani bietet die relativ kurze, 200-jährige Besetzung von Songo Mnara den interessierten Reisenden ideale Voraussetzungen, um private und öffentliche Räume einer relativ homogenen Swahili-Kultur des 15. und 16. Jahrhunderts zu entdecken. Deshalb gilt Songo Mnara zwar im Vergleich zu ihrer Nachbarin als optisch weniger beeindruckend, dafür aber als architektonisch bedeutender.

Die Ruinen von Kilwa Kisiwani und Songo Mnara: Die Anreise

Die Anreise geht am unkompliziertesten über Kilwa Masoko. Hier gibt es gute Unterkünfte und einen kleinen Hafen, von wo ihr Boote zu den Inseln chartern könnt. Meist kann eine Tagestour nach Kilwa Kisiwani und/oder Songo Mnare über das Hotel gebucht werden. All denen, die nicht gerade über einen detaillierten Reiseführer mit genauem Lageplan der Inselattraktionen verfügen, empfehle ich, einen Guide anzuheuern.

Wenn es euch in den Süden beziehungsweise Südosten des Landes verschlägt, um diese außerordentlichen Weltkulturerbestätten zu besuchen, empfehle ich gleich auch, einen der Nationalparks in dieser Gegend zu besuchen, wie zum Beispiel den Nyerere National Park. Wer genug Kultur getankt hat, kann hier zurück in die Natur und die Big Five so wie andere Größen der afrikanischen Tierwelt bewundern.  

Für Rückfragen dazu und zur Unterstützung bei der Planung deiner Tansania-Reise stehen wir gerne bereit. Dank unseres engen Kontaktes zu unserer Tochterfirma in Tansania wissen wir über die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also melde dich bei uns! Dein Traum, unsere Expertise – Dein ganz individuelles Tansania-Erlebnis.