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Veröffentlicht am 23. Januar 2023 von Juan Proll

Lohnt sich ein Besuch in den Lebombo Bergen in eSwatini?

Auch wenn eSwatini Afrikas letztes absolutistisch geführtes Königreich ist, so bleibt es dennoch ein Ort verführerischer Natur und Tierwelt. Zwar öffnet sich das Land nur schwerfällig demokratischen Prinzipien, aber es schätzt sich glücklich über sein erstes landesweites Biosphärenreservat in den Lebombo Bergen. Ob sich ein Besuch hierher lohnt, erfahrt ihr im heutigen Blog.

Lebombo Berge eSwatini Steve Slater
Foto: Steve Slater / Flickr

eSwatini ist eine 17.363 km² kleine Landinsel, die von Südafrika und Mosambik umschlossen ist. Einen Zugang zum Ozean gibt es nicht. So sind die einzigen Wellen, welche die Monarchie zu spüren bekommt, die der Proteste im eigenen Land. Dafür bieten sich aber immer wieder herrliche Aussichten auf ein Meer von sanften Hügeln. Obwohl kaum größer als die Steiermark und nur unwesentlich kleiner als Sachsen wirken die Landschaften weiträumig und die Berge majestätisch.

Die Provinz Lebombo

Lebombo (auch Lubombo genannt), in der die gleichnamigen Berge und das Biosphärenreservat gelegen sind, ist die größte Provinz des Landes. Sie zeichnet sich durch eine hohe Biodiversität aus. Darunter auch eine Reihe wichtiger Populationen weltweit bedrohter Arten wie zum Beispiel das Spitzmaulnashorn. Der Anbau und die Verarbeitung von Zuckerrohr ist die bedeutendste wirtschaftliche Aktivität in der Gegend. Die Zuckerfabriken des Landes sind im Lowveld-Teil der Provinz ansässig und steuern den größten Anteil zum nationalen BIP bei.

Von nur knapp 1,2 Millionen Einwohnern leben in dieser Region rund 230.000 Menschen auf einer Fläche doppelt so groß wie Luxemburg. Das Biosphärenreservat selbst ist schwach besiedelt und stark vom Natur- und Wildschutz geprägt. Seine Auszeichnung als Biosphärenreservat in den Lebombobergen bekam es von der UNESCO im Jahr 2019. Das 2.940 km2 große Schutzgebiet liegt an der östlichen Grenze zu seinen beiden Nachbarländern. Seine Existenz ist ein wichtiger Beitrag auf der Suche nach neuen Umgangsformen zwischen Mensch und Umwelt.

Die Frage „Lohnt sich ein Besuch in den Lebombo Bergen“ ist eng mit der Frage verknüpft, was man dort erwarten kann. Hat es mehr als nur eine Laboratmosphäre zu bieten, in der sich Mensch und Umwelt ausprobieren? Was ist das Sehenswerte? Was gibt es Erlebenswertes?

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Was ist ein Biosphärenreservat?

Ein Biosphärenreservat ist eine Natur- und Kulturregion, die modellhaft eine nachhaltige Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht im Sinn hat. Das von der UNESCO 1970 ins Leben gerufene Programm dient der Weiterentwicklung und Erforschung der Mensch-Umwelt-Beziehungen. Dabei geht es nicht in erster Linie um Natur- oder Wildschutz wie zum Beispiel in Nationalparks oder UNESCO-Weltnaturerbestätten. Vielmehr steht der Mensch – als ein Bestandteil der Biosphäre – und die durch ihn geschaffenen Kulturlandschaften im Vordergrund.

Hügelige Landschaft und Hütte eSwatini

Das besondere Anliegen ist, sich gesellschaftlichen und ökonomischen Fragen der Menschheit zu stellen und gleichzeitig biologische Vielfalt und Ökosystemfunktionen zu sichern. Wie lassen sich zum Beispiel Probleme der rasanten Zunahme der Erdbevölkerung und fortschreitenden Verstädterung lösen, ohne die Natur an den Rand des Aussterbens zu bringen. Oder auf einer mehr konkreten Ebene: Wie können wir Einkommensmöglichkeiten schaffen, ohne den Amazonaswald abzubrennen? Wie können wir die Ernährung sicherstellen, ohne alle Wale der Welt zu töten?
In der aktuellen Lesart des Programms geht es auch um eine weitere Frage: Wie können wir Land nutzen und es den Bedingungen des Klimawandels anpassen? Denn längst ist klar, dass auch der nachhaltige Klimaschutz für das soziale, wirtschaftliche und ökologische Überleben notwendig ist.

Biosphärenreservate versuchen als gute Beispiele voranzugehen. Sie helfen, Antworten auf all diese Fragen zu finden. Dies geht nur unter Beteiligung der Menschen, die hier leben und gewillt sind, immer wieder die richtige Balance in sich verändernden und sich weiterentwickelnden Ökosystemen herzustellen. In diesem Sinne sind drei verschiedene aber interagierende Bereiche charakteristisch für alle Biosphärenreservate:

  • eine naturschutzorientierte Kernzone,
  • eine landschaftsschutzorientierte Pflegezone, die sich wie ein Puffer um den Naturbereich legt und harte Übergänge in die Zivilisation zum Beispiel durch sanften Tourismus oder ökologischen Anbau verhindert, und
  • eine sozioökonomisch orientierte Entwicklungszone mit Forschungs- und Bildungsfunktion, in der Menschen zum Beispiel natur- und klimakompatible Bau-, Anbau- und Lebensformen ausprobieren.

Ein Abstecher in die Lebombo Berge in eSwatini

eSwatinis Biosphärenreservat ist in einer schmalen, über 600 km langen Kette von gebirgigen und hügeligen Erhebungen beheimatet, den Lebombobergen. Täler, Flüsse und flache Ebenen lockern den vulkanisch entstandenen Gebirgszug auf, der am Mount Mananga auf 776 m emporsteigt. Er beginnt nördlich des Landes im Kruger Nationalpark, bildet dann das Rückgrat des Königreiches entlang der östlichen Grenze zu Mosambik und endet in der Provinz KwaZulu-Natal in Südafrika. Von hier stammt auch der Zulu-König Dingane, der 1840 in den Lebombobergen getötet wurde.

Robert Cutts Flickr Lebombo Berge
Foto: Robert Cutts / Flickr

Das Lebombo-Biosphärenreservat

Das Biosphärenreservat besteht hauptsächlich aus zwei Regionen: das Lubombo-Plateau und das Lubombo-Lowveld. Das Plateau besteht vor allem aus kommunalem Land mit einem hohen Maß an Biodiversität und einem hervorragenden Potenzial für Ökotourismus. Das Lowveld dagegen zeichnet sich vor allem durch Wildreservate und Farmen, Gewerbebetriebe und Industrie, Forstwirtschaft und große Zuckerplantagen aus, die meist in privater Hand sind. Zwar hinterlässt der industrielle Zuckerrohranbau deutlich seine Spuren. Aber eine Reihe von Naturschutzgebieten und kleine Reste von Flusswäldern halten dagegen. Sie setzen auch touristisch interessante Kontraste.

Die sich hieraus ergebenden Chancen eines Biosphärenreservats sieht die deutsche UNESCO-Kommission in der Verknüpfung der bestehenden „Naturschutzgebiete wie Hlane, Mlawula und Mambane, …, mit den Siedlungs- und Wirtschaftsgebieten der Bevölkerung“. So könne man die Gemeinden um die klassischen Schutzgebiete herum stärker in den Tourismus einbinden, sie an Entscheidungen teilhaben und profitieren lassen. Damit ist zusätzlich die Hoffnung verbunden, auch die Wilderei in den bestehenden Schutzgebieten einzudämmen.

Neben der Plateau- und Lowveld-Region lässt sich das Biosphärenreservat zusätzlich in drei große Lebensräume einteilen: die Lowveld-Savanne, die Wälder des Lubombo-Plateaus und die feuchten Uferzonen. Das Gebiet besitzt einen starken Anteil endemischer Pflanzen, darunter die Lebombo-Palmfarne und -Eisenholzwälder sowie eine noch jung entdeckte Barleria-Pflanze (Barleria lebomboensis). Auch die vorhandenen Urwälder wie der Jilobi-Wald offenbaren eine große Artenvielfalt.

Darüber hinaus bietet das Ökosystem der Gegend einen Lebensraum für 88 Säugetierarten, darunter die für die Lebombo-Region typische Suni-Antilope. Aber auch Breitmaulnashörner, Tsessebe, Pferdeantilopen, Kapbüffel und der existenzbedrohte Leopard zählen dazu.

Aktivitäten im Lebombo-Biosphärenreservat – lohnt sich ein Besuch?

Bei Fragen wie „Lohnt sich ein Besuch in den Lebombo Bergen in eSwatini?“ weiß man natürlich erst hinterher ob ja oder nein. Dieser Blog will euch die Entscheidung erleichtern, kann sie euch aber nicht nehmen. Will man wirklich all die Zuckerrohrfelder und -fabriken sehen? Das ist sicher Geschmackssache. Ich mag besonders an eSwatini und speziell an dieser Region das Ruhige und Beschauliche, sobald man übers Land fährt. Es wirkt nostalgisch und in vielen Ecken natürlich belassen. Das ermöglicht schon bei der Durchfahrt schöne Panoramen. Und es lädt ein zu Besuchen in den Wildschutzgebieten und zu Wanderungen in den Bergen. Hier ein paar Tipps, was man in eSwatinis Lebombo Bergen machen kann:

Steve Slater Lebombo Gebirge
Foto: Steve Slater / Flickr

Hlane Royal National Park

Natürlich sind die Safari-Nationalparks in eSwatini alle eine dicke Nummer kleiner als zum Beispiel in Südafrika. Aber wer Städte wie Düsseldorf oder Chemnitz kennt, der oder die weiß, wie groß etwa 250 km2 sind. Beide Orte liegen darunter und doch kann man viel durch die Gegend fahren, ohne die Stadt zu verlassen. So verhält sich das auch mit dem Hlane Royal National Park. Er ist eSwatinis größtes Schutzgebiet und gut für traditionelle afrikanische Wildbeobachtungen geeignet. Hlane beherbergt eine Vielzahl großer Säugetiere, darunter Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Zebras und Nashörner. Zahlreiche Antilopen und kleinere Säugetiere findet ihr hier auch. Hlane ist außerdem das einzige Wildschutzgebiet des Landes, in dem Löwen leben. Allerdings besetzen sie ein separat eingezäuntes Territorium, wo ihr sie nur auf einer geführten Safari besuchen könnt.

Besonders interessant: das Beobachtungsversteck am Mahlindza Damm. Hier könnt ihr die Tiere an der Tränke beobachten. Und denjenigen, die mal das besondere Abenteuer in einem Wildtier-Gebiet suchen, denen empfehle ich zwei Dinge:
– den Mountainbike-Trail und
– und die geführten Tag- und Nacht Buschwanderungen.
Den nächtlichen Thrill könnt ihr euch im wilden östlichen Lusoti-Abschnitt holen.

Weitere Schutzgebiete sind das Mlawula Nature Reserve und das Mbuluzi Game Reserve.

Das Zuckerrohr-Museum

Wer in Richtung Berge entlang der Zuckerrohrfelder und vorbei an den Zuckerrohr transportierenden Lastern fährt, mag vielleicht mehr erfahren wollen. Warum also nicht einen interessanten Pit-Stopp im Zuckerrohr-Museum einlegen? Es mag ein bisschen verschlafen wirken, weil kaum jemand vorbeischaut. Aber die Ausstellung selbst ist sehr modern aufgemacht.

Wandtafeln, Touchscreen-Computer, kurze Videoclips und alte landwirtschaftliche Maschinen informieren und unterhalten die Besucher*innen. Anschließend wisst ihr, wie Zuckerrohr in eSwatini produziert, gemahlen und verkauft wird. Ihr versteht, wie Geologie und Klima in eSwatini zusammenwirken und ideale Bedingungen für den Zuckerrohranbau schaffen. Auch wenn ihr etwas über die Geschichte des Zuckers oder des lokalen Lebens erfahren wollt, seid ihr hier richtig. Daneben gibt es noch einen sehr interessanten Souvenierladen, der die Produkte der Einheimischen verkauft.

Erwähnenswert ist noch der wunderschöne Bauernhof, auf dem sich das Museum befindet.

Die Lebombo Berge in eSwatini

Die Lebombos selbst sind wild und wunderschön – Heimat einiger aufregender Wanderungen und seltener Fauna und Flora. Diese wilden Hügel beherbergen einige ungewöhnliche Lebensräume mit seltenen Pflanzen und Tieren, die nirgendwo sonst im Land zu finden sind. Diese Gegend touristisch zu erschließen ist das Ziel von engagierten Gemeinschaftsprojekten. Eine Reihe von Eco Trails entstehen, die Abenteuersuchenden ein einzigartiges ökologisches und kulturelles Erlebnis bieten. Neben der Möglichkeit zu Wandern, planen die Initiativen auch Mountainbiken, 4×4-Routen, Vogelbeobachtung, Kulturrouten und River-Rafting. Mit dem Ende der Corona-Pandemie sind auch die Eröffnung neuer Öko-Lodges entlang des Biosphärenreservates zu erwarten.

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