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Veröffentlicht am 27. Juni 2022 von Juan Proll

Ist Namibia für Touristen sicher?

Namibia ist gerade unter den Deutschen ein beliebtes Reiseland. Einst deutsche Kolonie, dann in den Fängen südafrikanischer Apartheid ist es heute eine freie Wüstennation. Aber ist Namibia sicher? Der heutige Blog klärt auf.

Namibia lockt mit faszinierenden Landschaften, einzigartiger Tierwelt und spannenden Kulturvölkern. Die Schönheit des Landes ist unbestritten. Doch wie ist es mit der Sicherheit?

Ein komplexes Thema auf einen Satz heruntergebrochen: Namibia gilt als eines der sichersten Reiseländer Afrikas. Natürlich gibt es aber auch hier einige Dinge zu beachten; deshalb empfehle ich: Weiterlesen!

Schotterstraße Sicherheit Namibia
Viel Platz, wenig Menschen – Namibia gilt als eines der sichersten Reiseländer Afrikas. Besondere Vorsicht gilt jedoch bei langen Fahrten auf Schotterstraßen.

Die Sicherheit der Reisenden und die Sicherheit der Einheimischen

Mitteleuropäische Sicherheitsstandards solltet ihr nur bedingt zum Kriterium für Reisen ins Ausland machen oder vorsichtshalber zu Hause bleiben. Denn auch in Namibia ist Sicherheit in vielerlei Hinsicht eher noch eine Vision als ein Ideal.

Diese Einschätzung ist natürlich eine Frage der Perspektive. Denn anders als in Österreich, der Schweiz oder Deutschland ist die Frage der eigenen Sicherheit in Namibia stark von Realitätserfahrungen der Armut, ungleichen Bildungschancen, wirtschaftlichen Unsicherheiten, elitären Zugängen zur gesundheitlichen Versorgung und fehlenden Absicherungen bei Arbeitslosigkeit und Alter bestimmt. Auch Kriminalität ist ein Thema. Allerdings werden hiervon auch Reisende aus Übersee nicht verschont.

Ein sehr kleiner Teil der Einheimischen sieht ihr Heil darin, Touristen auszurauben, während die große Mehrheit aber auf ehrliche Weise vom Tourismus profitiert. Wenngleich also auch Reisenden Erfahrungen von kriminellen Handlungen im Land der Wüsten nicht erspart bleiben, so kann ich mich dennoch hier nur wiederholen: Namibia gehört insgesamt zu den sichersten Reiseländern in Afrika.

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Gefahren lauern nicht nur in illegalen Aktivitäten, sondern auch in anderen reiserelevanten Bereichen. Schauen wir uns also mal die besonderen Bedingungen Namibias an, die für das sichere Reisen von Bedeutung sind und sowohl Teilnehmende von geführten Touren als auch die große Zahl der Selbstfahrer*innen betreffen.

Wie sicher ist es, in Nambia zu reisen? – Äußere Sicherheit

Namibia pflegt sehr entspannte Beziehungen mit seinen Nachbarländern Südafrika, Botswana, Sambia und Angola. Somit könnt ihr also auch bequem in den Grenzgebieten unterwegs sein.

Mietwagen Etosha Nationalpark Sicherheit
Namibia ist eines der Länder Afrikas, das du auch eigenständig im Mietwagen erkunden kannst.

Wie sicher ist Namibia als Reiseland? – Windhoek

Auf den aktuell gehaltenen Online-Seiten des Auswärtigen Amtes wird zurecht auf die steigende Kriminalität in der Hauptstadt Windhoek hingewiesen. Taschendiebstahl, Trickbetrügereien (einschließlich Kreditkartenbetrug) und Autoaufbrüche stehen hier weit oben. Ebenso sind Fälle bekannt, wo Reisende vom Flughafen aus verfolgt und ausgeraubt werden. Entweder, weil sie ihr Gepäck irgendwo mal kurz unbeaufsichtigt zurücklassen. Oder indem sie signalisiert bekommen, dass irgendetwas mit dem Auto nicht stimmt, sie daraufhin anhalten und die Täter*innen dann leichtes Spiel haben.

Bisher kann man aber klar sagen, dass besonnenes Verhalten der Opfer in der Regel (!) zumindest körperlichen Schaden verhindert. Also: keine Gegenwehr leisten, die als Provokation wahrgenommen werden könnte.

Gerne wird auch davon abgeraten, in der Dunkelheit zu Fuß unterwegs zu sein. Allerdings wird es in Namibia das ganze Jahr über vergleichsweise früh dunkel. Deshalb würde ich gerne ergänzen, dass hier auch die Uhrzeit, der Betrieb auf den Straßen und die Gegend eine Rolle spielen. Es gibt Ecken vor allem in der Innenstadt, da fühle ich mich auch um 19, 20 oder 21 Uhr noch nicht unwohl. Natürlich hilft es ebenfalls, mit mehreren Leuten unterwegs zu sein. Eine Garantie ist das allerdings nicht.

Erwähnen möchte ich gerne noch den Straßenverkehr. Windhoek und Rundu im Norden sind die verkehrsreichsten Städte im Land. Hier geht es tatsächlich auch mal sehr aggressiv zu. Verkehrsregeln werden gerne schon mal vergessen. Das kann besonders dann als „Kulturschock“ daher kommen, wenn man zuvor wochenlang auf den leeren Straßen des Landes unterwegs war und plötzlich wieder in die Metropole eintaucht. Und bitte nicht vergessen: In Namibia ist Linksverkehr!

Viele Reisende verbringen jedoch nur wenige Tage in Windhoek und den Großteil ihrer Zeit in Namibias abgelegenen Regionen mitten in der Natur. Hier sind die Kriminalitätsraten vor allem gegenüber Touristen naturgemäß extrem gering.

Wie sicher ist es, in Namibia zu reisen? – Finanzielle und technische Sicherheit

  • In Namibia laufen zwei verschiedene Währungen parallel – der Namibische Dollar (N$) und der Südafrikanische Rand (ZAR). Das kann schon mal für Verwirrung sorgen und einen Betrugsverdacht auslösen. Beide Währungen sind aber 1 zu 1 gleichgestellt. Allerdings nur in Namibia, nicht in Südafrika.
  • Im Land kommt man inzwischen sehr gut mit der Kreditkarte durch. Auch das Abheben an Geldautomaten ist zumindest in den Städten und touristischen Zentren möglich. Aber Kartengeräte können schon mal durch technische Probleme ausfallen. Habt also immer etwas Bargeld in der einheimischen Währung mindestens in der Höhe einer Tankfüllung dabei. Und klar: Auch die vielen Straßenstände auf Märkten oder Souvenirmeilen haben meist kein Kreditkartengerät.
  • Beim Geldabheben an ATMs solltet ihr dieselben Sicherheitshinweise vor Betrugsschutz wie in Europa auch im Hinterkopf behalten.
  • Öffentliche Verkehrsmittel (allerdings meist nur Minibusse) und Taxis sind in größeren Städten normal vorhanden. Ihr technischer Zustand ist aber nicht mit mitteleuropäischen Standards zu vergleichen und eher schlechter. Auch die Qualifizierung sowie die Fahrt- und Ruhezeiten der Fahrer*innen werden in der Regel bei den Minibus- und Taxi-Fahrern eher nicht überwacht.
    Übrigens kommt es auch in den Sammel-Taxis vereinzelt zum Ausrauben von Fahrgästen. Vertrauensvolle Fahrer kann euch die Hotel-Rezeption vermitteln.
  • Entspannt sind dagegen die geführten Touren mit Elefant-Tours. Sie halten nach deutschen Standards geprüfte Fahrzeuge vor und qualifizierte Fahrer*innen-Guides. Nach jeder Tour werden die Geländewagen mit Pop-up-Dach in der Werkstatt auf die Fahrtüchtigkeit für die nächste Reise hin gecheckt und gegebenenfalls Reparaturen durchgeführt. Für die Sicherheit all unserer Gäste gibt es bei der Ankunft im Land und vor der Weiterfahrt ein „Briefing“ mit dem Operations Manager vor Ort, der oder die auch auf sicherheitsrelevante Aspekte der bevorstehenden Tour eingeht. Außerdem erhält jede*r eine 24/7-Notfallnummer.
  • Wer mit einem Mietwagen eines international bekannten Verleihers unterwegs ist, kann auch von internationalen Standards ausgehen. Zwar könnt ihr in der Trockenzeit in Namibia grundsätzlich in vielen Gebieten gut ohne Vierradantrieb durch die Lande fahren, aber euer Wagen sollte zumindest einen hohen Bodenabstand haben. Der größte Teil der Straßen sind Schotterpisten. Die können ruppig sein und der Schotter schon mal angehäuft. Der letzte Regen hat zudem einige Straßen zerstört, die nach wie vor schwer zu befahren sind und im Zweifelsfall auch Vierradantrieb benötigen.
    In der Regenzeit – grob zwischen Dezember und April – würde ich kein Risiko eingehen und einen Vierrad betriebenen Wagen bevorzugen. Vor allem wenn es in den Norden und Nordosten geht.
  • Zwei Gefahrenhinweise auf Namibias Straßen dürfen nicht fehlen:
    1. Die vielen Schotterpisten bedeuten in der Regel eine hohe Staubdichte in der Luft. Vor allem wenn ein Auto mit hoher Geschwindigkeit über die Piste brettert oder ein LKW unterwegs ist. Für alle Fahrer*innen können diese Momente sehr bedrohlich werden. Denn hier unterwegs zu sein, wird schnell zu einem Blindflug. Entweder weil ihr in eine solche (Gegenverkehr-)Wolke hineinfahrt oder weil ihr einer solchen Wolke hinterher schlendert. Fährt man hinein, verliert man schnell den Kontakt zur Straßenführung. Auch weiß man nie, ob dahinter nicht ein Fahrzeug kommt, was gerade versucht, dieser nervigen Dunkelheit durch Überholen zu entkommen und auf Kollisionskurs ist. Fährt man dauerhaft hinter einer solchen Wolke und möchte überholen, kann dieser Überholvorgang extrem gefährlich werden. Also: Vorsicht, Nerven behalten, Abblendlicht einschalten und nur auf langen Geraden überholen, auf denen ihr euch vorher in wenigen lichten Momenten davon überzeugen konntet, dass die Gegenfahrbahn frei ist.
    2. Große Vorsicht ist auch bei Nachtfahrten angesagt. In der Regel sind die Überland-Straßen nicht beleuchtet und Tiere können plötzlich vor euch auftauchen. Das gilt insbesondere im gesamten Norden des Landes, wo vor allem viele Nutztiere in der Nacht unbekümmert auf dem Asphalt stehen.
Gefahr durch Staubwolken im Straßenverkehr
Foto: Ernst Jäger
Staubwolken können auf den Schotterpisten in Namibia eine Gefahr darstellen, da sie die Sicht auf Straßenführung und Gegenverkehr verdecken.

Gesundheitliche Sicherheit für Touristen in Namibia

Im Vergleich zu der Schweiz, Österreich und Deutschland ist das Gesundheitswesen in Namibia deutlich unterentwickelt. Das gilt insbesondere für ländliche Regionen. Generell empfehle ich allen Reisenden, eine Reisekranken- und Rücktransport-Versicherung abzuschließen, die euch Zugang zu den besten Standards in einigen Privatkliniken in Windhoek, Swakopmund und Walvis Bay erlaubt und euch gegebenenfalls einen Krankentransport zurück in die Heimat ermöglicht.

Swakopmund Straßenverkehr
Mit über 44.000 Einwohnern ist Swakopmund zurzeit die viertgrößte Stadt Namibias. Hier gibt es auch Privatkliniken.

Nach dem heutigen Stand (27.06.2022) solltet ihr in punkto Gesundheit in Namibia auf mindestens folgende Punkte vorbereitet sein:

Ist Namibia sicher? Corona – Covid-19 Einreisebestimmungen für Namibia

Wenn du vollständig gegen Covid geimpft bist, reicht die Vorlage deines Impfzertifikats. Wenn du nicht gegen Covid geimpft bist, musst du einen negativen PCR-Test vorlegen. Das Testergebnis darf nicht älter als 72 Stunden sein und muss von einem im Land der Abreise zertifizierten Labor ausgestellt werden. Für Informationen zur Einreise ungeimpfter fünf- bis elfjähriger Kinder wendet euch bitte an die Botschaft Namibias.

Wer mit einem PCR-Testergebnis einreist, muss es gemäß der Trusted Travel Initiative der Afrikanischen Union oder der Global Haven Plattform hochladen. Bisher war die Praxis aber so, dass auch ohne die Nutzung des Systems euer PCR-Testzertifikat manuell begutachtet und vor Ort in Kulanz der Behörden im System erfasst wird. Bei Zweifeln kann es aber zu weiteren Kontrollen kommen. Die Nutzung des Systems kann also eure Einreise im besten Fall beschleunigen. Oder eben auch nicht.

Gelbfieber und Impfung

Derzeit gibt es bei der direkten Einreise aus Deutschland nach Namibia keine vorgeschriebenen Pflichtimpfungen. Wer allerdings bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet kommt, muss eine Gelbfieberimpfung nachweisen.

Hepatitis E

Vor allem in den Regionen Khomas, Kavango und Erongo mit dem Epizentrum in Windhoek besteht Hepatitis-E-Gefahr. Insbesondere Schwangere sind betroffen und sollten auf eine strenge Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene achten. Bitte sprecht hierzu mit eurem Haus- oder Tropenarzt.

Malaria Risiko in Namibia für Touristen

Ein hohes Malariarisiko in Namibia habt ihr ganzjährig im Norden und Nordosten des Landes (Sambesi-Streifen, Kavango-West, Kavango-Ost, Ohangwena, im Norden von Omusati und Oshikoto). Im Distrikt Otjozondjupa im Nordosten ändert sich das Risiko von hoch im September bis Mai zu niedrig von Juni bis August.

Ein geringes Risiko geht ganzjährig vom Nordwesten aus, einschließlich des Kunene Distrikts und des Etosha Nationalparks. Im Rest des Landes ist das Malariarisiko minimal bis malariafrei.

Ist Namibia sicher? Für gut vorbereitete Touristen unterm Strich, ja. Für Rückfragen und Unterstützung bei der Planung deiner Namibia-Reise stehen wir aber immer gerne bereit, egal ob auf einer geführten Tour oder Selbstfahrer*in-Reise unterwegs. Dank unseres engen Kontaktes zu unserer Tochterfirma in Namibia wissen wir über die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also melde dich bei uns! Dein Traum, unsere Expertise – Dein ganz individuelles Namibia-Erlebnis.

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