Veröffentlicht am 30. Mai 2022 von Juan Proll
â Zuletzt aktualisiert am 1. MĂ€rz 2023
Wo kann man in Kenia wandern? Teil 2 â Die besten Wanderungen in Kenias Inland
Als Safari-Top-Destination kommen Reisende vor allem wegen der Tierwelt nach Kenia. Zurecht, denkt man nur an die Erlebnisse mit den Big Five â den Löwen, Elefanten, Leoparden, Nashörnern und BĂŒffeln. Doch wem das Sitzen im Auto irgendwann zu viel wird, sucht gerne mal nach Gelegenheiten, um einen netten Spaziergang oder eine kleine Wanderung in der Umgebung machen zu können.
Da man das aus verstĂ€ndlichen GrĂŒnden in den Nationalparks nicht darf und sicher auch nicht dazu raten kann, braucht es andere Ideen. Ich stelle euch heute einige der besten Wanderungen Kenias vor.

Denn Kenia hat exzellente Wanderwege zu bieten. Weit mehr, als ich hier erwĂ€hnen kann. Aber in meinem zweiten Teil zum Thema âWandern in Keniaâ kann ich euch zumindest einige Empfehlungen mitgeben, die euch hoffentlich auf den Geschmack bringen. Die Trekking-Routen auf dem Mount Kenya habe ich euch hier vorgestellt. Heute möchte ich euch ein paar Wandermöglichkeiten im Inland vorstellen.
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Wandern am Lake Naivasha
Lockere zwei Stunden entfernt von Kenias Hauptstadt Nairobi liegt der Lake Naivasha mit seinem exzellenten Kontrastprogramm zum quirligen GroĂstadtleben: Vulkanlandschaften und Kraterseen, Nationalparks und afrikanische Tierwelt, Wasserimpressionen und Bergpanoramen. Hier könnt ihr kleinere Wanderungen unternehmen, mit dem Fahrrad durch die Wildnis touren oder auf einem Boot ĂŒber das GewĂ€sser schippern.
Nur schwimmen solltet ihr in diesem See nicht. Darauf könnten die hier lebenden Flusspferde eventuell allergisch reagieren. Auch wenn sie gewöhnlich fast reglos unter toten Ăsten und nahe der Uferböschungen und SĂŒmpfe liegen. Dann mag man sich fast schon daneben legen, so sĂŒĂ wie sie sind. Aber sie sind gefĂ€hrlich und allzeit fĂ€hig zu tödlichen Attacken gegenĂŒber Menschen.

Eine schöne Wanderung – vielleicht nennen wir es eher einen Spaziergang – könnt ihr zum Beispiel im Crescent Island Wildlife Sanctuary machen. Zwar ist es keine Insel, sondern eine Halbinsel in Mondsichelform, aber angefahren wird sie bei hohem Wasserstand per Boot. Schon vom Wasser aus kann man hĂ€ufig die ersten Tiere an Land sehen. Aufregender wird es allerdings, wenn man aus dem GefĂ€hrt aussteigt und ĂŒber die Halbinsel wandert. Besonders aufregend wird es, wenn ihr den sanften HĂŒgel hinaufgeht und dabei zwischen den wilden Inselschönheiten umherlauft: darunter Impalas, Wasserböcke, Gazellen, Gnus, Zebras, Giraffen, Schakale und Löffelhunde. Aber auch groĂartige Aussichten auf die Umgebung erwarten euch dort. FĂŒr diesen Spaziergang mĂŒsst ihr nicht besonders sportlich sein, da der Weg meist flach verlĂ€uft.
Eine weniger bekannte Wanderung am Lake Naivasha, die dich sportlich etwas mehr herausfordern wird, ist die Umrundung des Crater Lakes. Der östlich vom groĂen Naivasha-See im Crater Lake Sanctuary gelegene Krater-See ist vergleichsweise winzig – in ungefĂ€hr zwei Stunden hast du den gesamten See umrundet. Unser Tipp: Statt unten am Seeufer solltest du oben entlang des Kraterrandes entlangwandern. Von hier oben hast du bei gutem Wetter einen beeindruckenden Blick in den Kratersee und bis zum Lake Naivasha. Du musst kein Top-Athlet sein, um diese Wanderung zu genieĂen, solltest aber steile Passagen meistern können. Nach der Wanderung kannst du am Crater Lake Camp einen kalten Drink mit Blick auf den See genieĂen. Auch heute noch ein Geheimtipp in der Naivasha-Gegend!

Wandern im Hellâs Gate National Park
Die Naivasha-Region ist eine Gegend, wo man in Kenia sehr gut wandern kann. SĂŒdlich des Sees liegt der Hellâs-Gate-Nationalpark. Der âZugang zur Hölleâ â wie es ĂŒbersetzt heiĂt â lockt mit spektakulĂ€ren Landschaften und einem teuflisch stimmungsvollen Flair: hoch aufragende Klippen, vom Wasser ausgehöhlte Schluchten, vulkanische FelssĂ€ulen, mit Buschwerk bedeckte VulkanhĂ€nge und aufsteigende geothermische Dampfwolken. Auch Lara Croft alias Angelina Jolie ging hier âdurch die Hölleâ auf der Suche nach der BĂŒchse der Pandora. Ein schmaler Durchlass in den Klippen fĂŒhrte sie in die Njorowa Gorge â eine Kulisse des Films âTomb Raider: Die Wiege des Lebensâ. In dieser âhöllenartigâ anmutenden Schluchtenlandschaft lĂ€sst sich wunderbar wandern.
Das Besondere am Hellâs Gate Nationalpark ist, dass ihr ihn zu FuĂ oder sogar mit dem Mountainbike erkunden könnt. Lasst euch also vom Namen nicht abschrecken. Auch nicht vom finster wirkenden Lavagestein der Schluchtenlandschaft oder den heiĂen Quellen, die an verschiedenen Stellen sprudeln. Der Teufel liegt versteinert im Devilâs Bedroom. Allein seine Seele scheint manchmal in den heimischen Warzenschweinen und BĂŒffeln zu erwachen, die schon mal gereizt auf Menschen reagieren. Ansonsten freut euch auf Begegnungen mit Zebras und Giraffen. Auch groĂe Raubvögel wie Adler und Geier sind zu sehen.

Foto: Nina R Flickr
Es gibt zwei Eintrittstore: das Elsa Gate und das Olkaria Gate. Mehr zu erkunden und mehr Tiere zu sehen gibt es in der Regel vom Elsa Gate. Viele fahren von hier bis zum Eingang der Njorowa Gorge vor, bevor sie zu FuĂ dort eintauchen. Dann heiĂt es, enge Pfade und steile Klippen entlangzulaufen und dabei die Hilfe von befestigten Seilen zu nutzen. FĂŒr den ca. 24 km lange Canyon solltet ihr euch einen ganzen Tag Zeit nehmen. NatĂŒrlich bleibt es euch ĂŒberlassen, wie weit ihr geht. Bringt entsprechend eigene Verpflegung und Wasser mit.
Zwei Gefahrenhinweise muss ich hier aber auch erwÀhnen:
1. Gerade in der Regenzeit kann es durchaus mal zu sogenannten âFlash-Floodsâ kommen, also regelrechten Flutwellen, die den Canyon plötzlich durchziehen.
2. TatsĂ€chlich kommen manchmal auch Löwen hierher. Dann heiĂt es, den Anweisungen der Ranger am Eingangstor genauestens zu folgen.
Die besten Wanderungen in Kenia: der Mount Longonot Nationalpark
Auf der Suche nach den besten Wanderungen in Kenia werdet ihr auch im Mount Longonot Nationalpark östlich vom Hell’s Gate Nationalpark fĂŒndig. Hier ĂŒberragt der Mount Longonot, ein âschlafenderâ Stratovulkan, den Park mit einer Höhe von rund 2.776 m. Trotz stark erodierter und steiler Abschnitte könnt ihr den Berg relativ entspannt besteigen. FĂŒr die circa 13,5 km lange Gesamtstrecke, inklusive des gut 7,2 km langen Krater-Rundweges und der notwendigen Pausen, braucht ihr etwa 4â5 Stunden. Belohnt werdet ihr auf dem Gipfel mit einer tollen Aussicht auf den im Durchmesser bis zu ca. 1,8 km groĂen Krater.

Aber nicht vergessen: dieser Vulkan ist ein schlummernder Riese. Macht unterwegs also nicht zu viel LĂ€rm, der ihn aus seinem wohlverdienten Langzeitschlaf herausreiĂen könnte. Spuckt er erst einmal Feuer und qualmt die Gegend zu, ist es schnell vorbei mit der atemberaubenden Aussicht von dort oben auf die Natur des Great Rift Valleys, das euch ehrfurchtsvoll zu FĂŒĂen liegt.
Traut euch ruhig hinunter in die bewaldete Kraterlandschaft, auch wenn der Pfad hinab Ă€uĂerst steil ist. Eine mystische AtmosphĂ€re erwartet euch im Kessel. Es ist eine Arche Noah fĂŒr eine ganze Reihe von Wildtieren, darunter Giraffen, Buschböcke, Zebras, Gazellen, Elen-Antilopen, Raubvögel und vielleicht auch die sehr scheuen Leoparden. Es heiĂt sogar, es soll hier Löwen geben. Legende oder Wirklichkeit? Nun, findet es selbst heraus. Einen Erfahrungsbericht zur Wanderung am Mt Longonot findet ihr hier.
Kenia bietet erstaunlich schöne und spannende Wandergebiete. Zu den Möglichkeiten hier wie auch zu allen Kenia relevanten Fragen und RĂŒckfragen sowie zur UnterstĂŒtzung bei der Planung deiner Kenia-Reise stehen wir gerne bereit. Dank unseres engen Kontaktes zu unserer Tochterfirma in Kenia wissen wir ĂŒber die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also melde dich bei uns! Dein Traum, unsere Expertise â Dein ganz individuelles Kenia-Erlebnis.





