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Veröffentlicht am 30. April 2018 von Elefant-Tours

– Zuletzt aktualisiert am 17. August 2026

Baumlöwen in Afrika: Wo Löwen auf Bäume klettern

Katzen auf Bäumen sind erstmal keine Besonderheit. Hauskatzen klettern im heimischen Garten auf Bäume, Leoparden in Afrikas Savannen. Aber Löwen? Können auch Löwen auf Bäume klettern? Und ob sie können – ungewöhnlich aber wahr, wie beispielsweise die Länder Tansania und Uganda zeigen.

Warum sie schonmal ihre Bodenständigkeit aufgeben, um Höhenluft zu schnuppern, erfährst du im heutigen Blog.lten Löwen, die als Teil ihrer täglichen Routine auf Bäume klettern als sehr selten. Hat sich das geändert?

Was sind Baumlöwen?

„Baumlöwe“ klingt erst einmal nach einer besonders cleveren Löwen-Unterart mit eingebautem Klettergen. Tatsächlich aber sind Baumlöwen keine eigene Art und auch keine Unterart. Baumlöwen sind ganz einfach nur Löwen, die sich gerne mal auf Bäumen aufhalten.

Grundsätzlich können Löwen durchaus klettern. Nur machen sie daraus normalerweise kein regelmäßiges Hobby. Die meisten Löwen bleiben lieber mit allen vier Pfoten auf dem Boden – so sind sie einfach auch schneller an ihrer Beute.

Bei bestimmten Populationen ist das Baumverhalten allerdings besonders ausgeprägt. Vor allem in einigen Regionen Ugandas und Tansanias sieht man Löwen erstaunlich regelmäßig auf dicken Ästen abhängen, wo sie dösen, balancieren oder die Umgebung überblicken.

Dieses baumaffine Verhalten der Löwen ist keinem Extrachromosom geschuldet, sondern ein Verhalten, das sich offenbar unter bestimmten örtlichen Bedingungen lohnt. Also ist „Baumlöwe“ auch kein offizieller Titel, sondern ein Spitzname für Löwen mit einer Vorliebe für Höhenluft.

Eine Löwenfamilie die in einem Baum in der Serengeti schläft.

Warum klettern Löwen auf Bäume?

Warum ein ausgewachsener Löwe freiwillig auf einen Baum klettert? Die Antwort darauf könnte einen Nobelpreis einbringen, denn: Man weiß es nicht mit letzter Sicherheit. Forschende vermuten mehrere Gründe – und vermutlich spielt nicht immer derselbe eine Rolle. Gehandelt werden folgende:

Abkühlung: In den Baumkronen kann ein leichter Luftzug für angenehme Abkühlung sorgen. Gerade an heißen Tagen ist der Aussichtsposten über der Savanne also möglicherweise klimatisch attraktiver als der aufgeheizte Boden.

Weniger Insekten: Auch lästige Plagegeister könnten eine Rolle spielen. Hoch oben sind Löwen womöglich weniger von Fliegen und anderen Insekten genervt. Eine Mittagssiesta ohne nerviges Summen ist bestimmt auch für einen Löwen verlockend.

Bessere Übersicht: Vom Baum aus lässt sich die Umgebung gut überblicken. Gefahren, Beute oder Artgenossen sind aus erhöhter Position möglicherweise leichter auszumachen.

Ruhe: Vielleicht geht es aber schlicht ums Chillen. Ein stabiler Ast bietet Schatten und Abstand vom Trubel am Boden. Und sollte ein Löwe nicht über allem thronen?

Gelerntes Verhalten: Bleibt die Frage, ob die guten Gründe von früheren Generationen von Löwen heute noch eine Rolle spielen oder ob es sich nicht schlicht um ein sozialisiertes Verhalten handelt, bei dem junge Löwen sich das Verhalten von älteren Tieren abschauen und nachahmen. Wahrscheinlich ist es – wie so oft in der Natur – eine Mischung aus mehreren Faktoren.

Lernen junge Löwen das Klettern von ihrem Rudel?

Junge Löwen schauen sich genau an, was die erwachsenen Tiere treiben. Wenn Mutter, Vater oder andere Rudelmitglieder regelmäßig auf einem Ast dösen, ist die Baumkrone für den Nachwuchs irgendwann ein zweites Zuhause und die einzige Möglichkeit, den Eltern nahe zu sein. Außerdem – was für ein toller Spielplatz das ist.

Ob von älteren Tieren gezielt gelernt oder durch Nachahmung und Erfahrung spielerisch erworben mag wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt sein, aber eine Kletterschule fürs Leben ist es allemal.

Fest steht: Wo das Verhalten innerhalb einer Population häufig vorkommt, sieht man oft auch jüngere Tiere in den Bäumen. Frei nach dem Motto: „Was die Großen können, kann ich auch“.

Ein junger Löwe klettert einen Baum hinauf.

Wo kann man Baumlöwen in Afrika sehen?

Wer Baumlöwen beobachten möchte, sollte wissen: Löwen klettern nicht überall in Afrika gleich häufig auf Bäume. Einige Regionen sind für dieses Verhalten geradezu berühmt, während es andernorts eher eine ungewöhnliche Überraschung auf einer Safari ist.

Lake Manyara Nationalpark in Tansania

Der Lake Manyara National Park gehört zu den bekanntesten Orten überhaupt, wenn es um baumkletternde Löwen geht. Im Park lassen sich Löwen mit etwas Glück auf den ausladenden Ästen von Akazien und anderen Bäumen beobachten – manchmal erstaunlich entspannt und in luftiger Höhe.

Für Safari-Gäste ist das ein ziemlich kurioser Anblick: Da liegt eine rund 200 kg schwerer Löwe oben im Baum, als hätte er dort schon immer hingehört. Dann schaust du links, rechts, oberhalb oder unterhalb dieser mächtigen Raubkatze und entdeckst weitere Löwen im Geäst – oft in den absurdesten Positionen.

Lake Manyara ist damit ein echter Klassiker für alle, die Löwen einmal aus einer ungewöhnlichen Perspektive erleben möchten. Eine Garantie gibt es natürlich nicht – auch Baumlöwen haben schließlich ihren eigenen Tagesplan.

Queen Elizabeth Nationalpark und Ishasha in Uganda

Noch berühmter sind die baumkletternden Löwen von Queen Elizabeth National Park, insbesondere im südlichen Ishasha-Sektor. Die dort lebenden Löwen sind geradezu zum Sinnbild der Baumlöwen Afrikas geworden.

Mit etwas Glück entdeckt man sie hoch oben in Feigenbäumen oder anderen schattenspendenden Bäumen – oft erstaunlich gelassen und mit einem Blick, der fragt: „Und wie ist die Stimmung bei euch da unten?“

Warum gerade Ishasha so stark mit Baumlöwen verbunden wird, lässt sich nicht sicher zurückverfolgen. Das Verhalten tritt hier auffällig häufig auf und ist zu einem charakteristischen Teil der Region geworden.

Für Besucher*innen ist das besonders reizvoll, weil sich gleich zwei Safari-Erlebnisse verbinden: die Beobachtung eines Löwenrudels und der ziemlich ungewöhnliche Anblick eines Löwen in luftiger Höhe. Ishasha gilt deshalb als eine der besten Regionen Afrikas, um dieses Verhalten zu erleben.

Ein Löwe in einem Kaktus-Wolfsmilch Baum in Uganda.

Serengeti und Tarangire in Tansania

Lake Manyara ist zwar berühmt für seine Baumlöwen, aber keineswegs der einzige Ort in Tansania, an dem Löwen auf Bäumen zu beobachten sind. Auch im Serengeti National Park und im Tarangire National Park kannst du baumkletternde Löwen finden.

Gerade in der Serengeti kann eine Safari deshalb gelegentlich mit einer überraschenden Entdeckung enden: Statt majestätisch durch das hohe Gras zu schreiten, hängt der König der Tiere plötzlich auf einem Ast herum.

Tarangire wiederum ist mit seinen charakteristischen, teils weit ausladenden Bäumen landschaftlich bestens dafür geeignet, Löwen auch einmal in luftiger Position zu entdecken.

Wichtig ist jedoch die Einordnung: Nicht jeder Löwe dieser Nationalparks klettert regelmäßig. Das Verhalten ist auch hier keineswegs selbstverständlich. Wer einen Löwen im Baum entdeckt, darf sich also durchaus über einen besonderen Safari-Moment freuen.

Gibt es auch Baumlöwen im südlichen Afrika?

Ja – auch im südlichen Afrika können Löwen gelegentlich in Bäumen beobachtet werden. Vor allem im Kruger National Park und im Hluhluwe-Imfolozi Game Reserve gibt es hin und wieder entsprechende Sichtungen, insbesondere in den heißen Monaten zwischen November und Februar.

Allerdings sollte man diese Regionen nicht mit Ishasha oder Lake Manyara gleichsetzen: Dort ist das Baumverhalten bestimmter Löwenpopulationen deutlich bekannter und regelmäßiger zu beobachten.

Im südlichen Afrika handelt es sich eher um gelegentliche Beobachtungen als um ein „zu erwartendes Verhalten“. Ein Löwe im Baum ist hier also eher die spektakuläre Safari-Überraschung als ein Programmpunkt mit Garantie. Wer gezielt auf Baumlöwen aus ist, hat in Ostafrika die deutlich besseren Karten.

Ein Junglöwe in einem Baum in Tanzania.

Wie gut können Löwen eigentlich klettern?

Löwen sind keine geborenen Baumakrobaten – aber völlig talentfrei sind sie auch nicht. Ihr kräftiger, muskulöser Körper und die scharfen, einziehbaren Krallen geben ihnen durchaus die nötige Ausstattung, um einen Baum hinaufzukommen. Vor allem kräftige Äste und Stämme mit geeigneter Rinde können dabei als „Leiter“ dienen.

Allerdings ist ein ausgewachsener Löwe ein ziemlich schweres Paket. Männchen können um die 200 kg oder weit darüber hinaus wiegen, und auch Löwinnen sind alles andere als Leichtgewichte. Entsprechend braucht es Kraft, Geschick und einen Baum, der das Abenteuer mitmacht.

Interessant ist außerdem der Abstieg. Hochzukommen kann vergleichsweise unkompliziert aussehen: Der Löwe zieht sich mit Vorderpfoten und Krallen am Stamm oder Ast nach oben.

Beim Herunterklettern wird es kniffliger. Anders als Leoparden sind Löwen weniger gut an das kontrollierte Klettern kopfüber angepasst. Deshalb sieht der Rückweg manchmal eher nach vorsichtigem Herunterhangeln als nach elegantem Baumtanz aus. Sie sind eben eher Gelegenheitssportler als Kletterprofis.

Warum klettern Leoparden besser als Löwen?

Leoparden sind echte Kletterkünstler und ihrem Lebensstil entsprechend viel besser an Bäume angepasst. Ihr kompakter, muskulöser Körper, kräftige Gliedmaßen und starke Krallen helfen ihnen, sicher hinaufzuklettern und sogar Beute in die Baumkrone zu schleppen. Außerdem sind sie viel leichter als Löwen, Männchen wiegen bis zu 90 kg.

Löwen sind nicht nur deutlich schwerer, sondern auch stärker auf das Leben am Boden spezialisiert. Während der Leopard im Baum praktisch zu Hause ist, wirkt der Löwe dort eher wie ein sehr großer Stubentiger, der spontan beschlossen hat, mal den Schrank zu erklimmen – nur dass der Schrank hier ein ausgewachsener Baum ist.

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Kann man Baumlöwen auf Safari gezielt beobachten?

Ja – aber ein Baumlöwe lässt sich nicht einfach auf die Safari-Wunschliste setzen und zum vereinbarten Termin vom Baum pflücken. Eine Sichtung ist niemals garantiert. Selbst in Regionen, die für baumkletternde Löwen bekannt sind, entscheiden letztlich die Tiere, was sie tun und ob sie heute lieber im Baum oder auf dem Boden liegen.

Wer die Chancen erhöhen möchte, sollte die Reise allerdings gezielt planen. Erfahrene Safari-Guides kennen die Gebiete sehr genau und wissen oft, in welchen Regionen oder bei welchen Rudeln das Verhalten häufiger beobachtet wird. In Tansania und Uganda sind die Chancen generell aber am besten.

Eine gute Ausgangsbasis bieten beispielsweise einige unserer Tansania-Safaris, bei der unter anderem die Serengeti, der Manyara und Tarangire Nationalpark auf dem Programm stehen. Auch einige unserer Uganda-Safaris führen in den Queen Elizabeth National Park, eine der bekannten Regionen für Baumlöwen.

Und wenn dann tatsächlich ein Löwe gemütlich über dem Safarifahrzeug im Geäst hängt? Dann heißt es: Kamera raus, staunen – und sich freuen, dass der König der Tiere heute offenbar einen Logenplatz gebucht hat. Hoffentlich fällt er nicht gerade jetzt vom Ast.

Häufige Fragen zu Baumlöwen

Sind Baumlöwen eine eigene Löwenart?

Nein. „Baumlöwe“ bezeichnet keine eigene Art oder Unterart, sondern Löwen, die besonders häufig in Bäumen beobachtet werden. Grundsätzlich können Löwen klettern, doch bei bestimmten Populationen ist dieses Verhalten auffällig ausgeprägt. Besonders bekannt dafür sind einige Löwen in Uganda und Tansania.

Der Begriff „Baumlöwe“ ist also eher eine verhaltensbezogene Bezeichnung als ein zoologischer Titel.

Wo sieht man die meisten baumkletternden Löwen?

Zu den bekanntesten Regionen zählen der Ishasha-Sektor im Queen Elizabeth National Park in Uganda sowie der Lake Manyara National Park in Tansania. Auch in der Serengeti und im Tarangire National Park gibt es Sichtungen. Im südlichen Afrika sind baumkletternde Löwen glückliche Zufallsbegegnungen.

Wer gezielt auf Baumlöwen hofft, hat in den bekannten Regionen Ostafrikas die besten Chancen.

Schlafen Baumlöwen in Bäumen?

Ja, häufig werden Löwen in Bäumen beim Ruhen oder Dösen beobachtet. Die erhöhte Position kann Schatten, etwas Wind und möglicherweise eine gute Abwehr von störenden Insekten bieten. Außerdem lässt sich die Umgebung von oben gut überblicken.

Trotzdem verbringen Baumlöwen keineswegs ihr ganzes Leben in den Baumkronen. Meist wechseln sie zwischen Boden und Baum – so genießen sie das Beste aus zwei Welten.

Jagen Löwen auch von Bäumen aus?

Das ist kein typisches Verhalten von Baumlöwen. Löwen sind vor allem bodenständige Jäger und erlegen ihre Beute normalerweise am Boden. Der Baum dient eher zum Ruhen, zur Abkühlung oder als Aussichtspunkt. Dass ein Löwe von einem Ast aus gezielt Beute jagt, wäre daher eine ungewöhnliche Beobachtung.

Eine Löwin und ihr junges in einem Baum in der Serengeti.

Fazit – Baumlöwen auf einer Afrika-Safari erleben

Löwen im Baum sind ein Anblick, mit dem man auf einer Afrika-Safari nicht unbedingt rechnet – und genau das macht sie so faszinierend. „Baumlöwen“ sind keine eigene Art, sondern Löwen, die in bestimmten Regionen auffällig häufig die Baumkrone als Ruheplatz nutzen. Besonders gute Chancen bestehen in Uganda und Tansania, etwa in Ishasha oder am Lake Manyara.

Eine Sichtung lässt sich natürlich nicht bestellen: Auch ein Baumlöwe hat schließlich seinen eigenen Kopf. Wer jedoch mit erfahrenen Guides unterwegs ist und die bekannten Regionen besucht, kann die Chancen deutlich erhöhen.

Und wenn plötzlich ein Löwe über dem Safari-Fahrzeug im Baum liegt, gilt ohnehin nur eine Regel: Staunen, fotografieren und diesen ziemlich einmaligen Safari-Moment genießen.

Hast du noch Rückfragen, stehen wir selbstverständlich bereit, unterstützen dich bei der Planung und begleiten dich auf der gesamten Tour, egal ob auf einer privat geführten Rundreise, einer Gruppenreise oder Selbstfahrer*in-Tour unterwegs.

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