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Veröffentlicht am 12. Juli 2021 von Juan Proll

Sossusvlei in Namibia: Lohnt sich ein Besuch? Definitiv!

Wüstensand, Dünenlandschaft, wilde Tiere und skurrile Panoramen – das ist kurz gesagt die Erfolgsformel des sagenhaften Sossusvleis im Westen Namibias. Im Sandmeer gelegen, mit UNESCO-Weltnaturerbe-Status geschmückt, gehört es zu den Hauptattraktionen des Wüstenlandes. Warum sich ein Besuch im Sossusvlei auf jeden Fall lohnt, erzähle ich euch heute.

Lohnt sich Besuch Sossusvlei
Die Zufahrtsstraße ins Sossusvlei bei Sonnenaufgang – hier lohnt es sich, früh aufzustehen!

Lohnt sich ein Besuch im Sossusvlei in Namibia?

Als ich an diesem Morgen am Gate zum Eingang in den Nationalparkabschnitt Sossusvlei ankomme, ist das Gate schon geöffnet und kein Fahrzeug mehr zu sehen. „Ich bin wohl schon zu spät dran“, denke ich und überlege kurz, wie ich mich zeitlich so vertun konnte. Normalerweise lande ich als Guide auf unserer Faszination Namibia Tour immer auf einem Mittelplatz einer riesigen Autoschlange, die sich schon frühzeitig vor dem Tor lang macht. Heute allein unterwegs habe ich zur Abwechslung mal den Sicherheitsbeamten an der Zufahrt direkt vor mir. Mit monotoner Stimme fragt er mich nach meinem Namen und meiner Nationalität und trägt beides routiniert zusammen mit meinem Autokennzeichen in seine Liste. Dann sagt er: „Sie sind Nummer 2. Viel Spaß.“
„Nummer 2?“, frage ich überrascht zurück. „Yes, Sir“, bestätigt er mit trockener Mine.

Als ich den Gang einlege und losfahre, kann ich kaum glauben, erst der zweite Wagen an diesem frühen Morgen zu sein, der nun dem Sonnenaufgang entgegen fährt. Aber es sind eben besondere Zeiten. Also hinein in den Genuss, euch zu erzählen, warum man unbedingt in den Sossusvlei fahren sollte, wenn man Namibia bereist. „Vlei“ bezeichnet übrigens eine natürliche Pfanne, die sich in der Regenzeit mit Wasser füllt, dann aber irgendwann so austrocknet, dass der Schlamm faszinierende Bruchstellen-Formen bildet.

Ist Sossusvlei Sehenswert
Im Sossusvlei kann man an mehreren Parkplätzen anhalten und die Gegend dann zu Fuß erkunden.

Warum das Sossusvlei besuchen? Die Fahrt in den Sonnenaufgang

Sobald sich das Gate öffnet, fühlt man sich normalerweise schnell wie auf einer Formel-1-Rennstrecke. Erlaubt sind 60 km/h. Aber sehr viele scheinen das Verkehrsschild lediglich als eine Altersbegrenzung für die Fahrzeuge zu halten, die auf dieser gut geteerten Straße erlaubt sind. Gerade diejenigen, die sich hier auskennen, versuchen gerne Gas zu geben: Entweder um ihren gedachten Platz für einen spektakulären Sonnenaufgang zu erreichen. Oder um möglichst eine*r der ersten zu sein, die die Düne 45 erreichen und sie ungestört besteigen können. Heute aber ist auch das anders.

Weit und breit sehe ich kein Auto, fahre entspannt meine 60. Im Rückspiegel beobachte ich die aufgehende Sonne, während ich nach vorne die Veränderung der Farben entlang der Gräser und Dünen bewundere. Schon bald entdecke ich die ersten Springböcke und Oryxe, die im sanften Morgenlicht genüsslich an der Vegetation knabbern. Hier ist mein erster Stopp. Nicht um den Sonnenaufgang direkt ins Gesicht zu schauen, sondern um sein Lichtspiel mit der Dünenlandschaft zu beobachten. Erst dezente dann immer intensiver werdende Rottöne verwandeln die Sandberge in eine herrliche Kulisse, vor der die Antilopen zunehmend deutlichere Konturen gewinnen. Der Sonnenaufgang über den Naukluft-Bergen und das Erwachen dieser einzigartig gestalteten Naturlandschaft mit seiner Tierwelt ist allein schon ein Grund, warum ihr unbedingt in den Sossusvlei fahren solltet.

Sossusvlei lohnt es sich
Eine Oryx-Herde grast bei Sonnenaufgang im Morgenlicht. Besonders auch für Fotografen lohnt sich der Besuch des Sossusvlei.

Sehenswert im Sossusvlei: Die Düne 45

Obwohl zwischenzeitlich eine ganze Reihe von Fahrzeugen an mir vorbeigefahren sind, ist insgesamt alles doch sehr ruhig. „Nichts los an der Düne 45“, bricht es freudig überrascht aus mir heraus. Sie gilt als die meistfotografierte Düne der Welt, ist wahrscheinlich aber vor allem die meistbewanderte. Der Aufstieg am Dünenkamm entlang ist spektakulär. Steil geht es in die Höhe – wie gewohnt in Schuhen oder nur mit Strümpfen oder ganz barfuß. Auf dem Weg nach oben wirkt die Tiefe der sonnenerstrahlten Landschaft majestätisch. Sattes Rot dominiert das Auge, während sich Millionen Jahre alter Sand unter den Füßen verformt. Auf etwa 80 bis 110 m steht ihr dann über den Dingen. Ihr fühlt euch frei und bedauert nun keine Sekunde mehr, „dafür“ so früh aufgestanden zu sein.

Warum die Düne 45 so heißt? Nun, die einen sagen, dass diese Düne bei der Durchnummerierung aller Dünen eben die Nummer 45 bekommen hat. Die anderen sagen, dass sie so heißt, weil sie 45 Kilometer vom Eingangstor entfernt ist. Gut möglich, dass beides stimmt. Auch hier hat es jedenfalls nichts mit einer Altersbegrenzung zu tun.

Düne 45 Namib Desert
Die Düne 45 gilt als die am häufigsten fotografierte Düne der Welt. Von ganz oben kann man den tollen Sonnenaufgang über der Namib Wüste bewundern.

Der Weg zum Deadvlei: 5 km durch den Tiefsand

Ein weiterer Grund, warum man unbedingt in den Sossusvlei fahren sollte, ist die seltene Gelegenheit, den ausgeliehenen Allrad-Mietwagen mal voll auszureizen. Obwohl Namibia auch ein Paradies für 4×4 Liebhaber*innen ist, so ergeben sich auf den sogenannten Highlight-Touren letztlich doch nicht so viele Gelegenheiten, mal wirklich von seinem Vierrad-Antrieb Gebrauch zu machen. Hier im Sossusvlei aber ist das anders. Auf den 5 Kilometern zwischen dem ersten und zweiten sowie weiter zum dritten Parkplatz geht es durch Tiefsand. Es ist tatsächlich eine Herausforderung. Schon so manche*r ist hier stecken geblieben. Also nehmt vorsichtshalber Wasser und Brot für 6 Monate mit, wenn ihr euch auf diese Strecke wagt. Wer es aber auf Anhieb schafft, erreicht am Parkplatz 2 den Startpunkt zum sogenannten Deadvlei.

Tiefsand 4x4 Sossusvlei Namibia Reise
Um zum berühmten Deadvlei zu gelangen, braucht man ein Auto mit Allradantrieb. Alternativ kann man eins der zur Verfügung stehenden Shuttles nutzen.

Ein Highlight im Sossusvlei: Das Deadvlei

Für viele ist das Deadvlei der Höhepunkt der Höhepunkte und allein schon die Antwort auf die Frage, warum man unbedingt zum Sossusvlei reisen sollte. Vom Parkplatz müsst ihr allerdings noch gute 1,1 km Fußweg durch den Tiefsand mit leichter Steigung gehen. Gemütliche 20 Minuten etwa, bei der ihr aber auf jeden Fall Wasser und vielleicht auch ein bisschen Traubenzucker dabei haben solltet. Denn für die meisten beginnt der Weg erst am fortgeschrittenen Vormittag, wo die Sonne gerade im Sommer schon extrem heiß sein kann. Ansonsten ist aber schon der Weg das Ziel: Schönste Aussichten, unbekannte Spuren im Sand und außerdem faszinierende Pflanzen, die hier wachsen und den Tieren vom Käfer bis zum Oryx Flüssigkeit verschaffen.

So ist zum Beispiel die !Nara-Pflanze ein hochinteressantes Kürbisgewächs, bei der man sich gar nicht vorstellen kann, wie sie unter diesen Wüstenbedingungen sogar im Stande ist, eine ca. 1 kg schwere, sehr wasserhaltige Frucht zu gebären, die etwa so groß wie ein Straußenei ist. Ihre Samen könnt ihr essen. Sie haben einen nussigen Geschmack, enthalten reichlich Öl und satt Proteine. Für Teile des Volkes der Topnaar-Namas war und ist diese Pflanze überlebenswichtig. Früher als Essensresource, heute zudem für ihre wirtschaftliche Verwertung, zum Beispiel durch die Herstellung von Ölen, Seifen oder medizinischen Produkten wie etwa als Mittel gegen Magenbeschwerden. Übrigens ist das „!“ vor dem Namen kein Tippfehler. Es steht für einen Schnalzlaut in der Khoekhoegowab-Sprache.

Nara Pflanze Deadvlei Namibia
Die Frucht der bemerkenswerten !Nara-Pflanze ist Wasser- und Nahrungsquelle für Menschen und Tiere in der Wüste

Nimmt man sich mehr Zeit für den Weg entdeckt man eine Menge Unerwartetes: weitere ungewöhnliche Vegetation, tolle Dünen-Panoramen in unterschiedlichsten Formen, ausgetrocknete „Vleis“ und erstaunlich viele Spuren von Tieren. Dass Oryxe, Strauße und Springböcke hier leben, ist für manche angesichts der extrem trockenen Verhältnisse schon schwer vorstellbar. Aber dass zu den Tieren der Gegend unter anderem auch noch Schakale, Hyänen, Schlangen und Chamäleons gehören, ist tatsächlich schwer zu glauben.

Unbestritten ist aber auch die Realität des surrealistisch anmutenden Deadvlei. Irgendwann übersteigt man die Damm-Mauer einer vorgelagerten Düne und dann plötzlich … habt ihr es im Blick: das Deadvlei. Es ist eine riesige, ausgetrocknete Wasserpfanne, in der tote Baumskelette dalí-esk die Augensinne berauschen. Diese Kameldornbaumskelette werden auf ein Alter von über 1000 Jahren geschätzt, einschließlich ihrer Lebenszeit. Dass sie immer noch so gut erhalten aussehen, hat mit der Trockenheit, der Stärke des Holzes und dem Umstand zu tun, dass es hier ohnehin keine oder kaum holzfressende Insekten gibt. Der größte Schädling heute ist der Mensch, der hier mal an der Rinde zupft oder dort mal einen der knorrigen Bäume besteigt.

Wie in einer Sportarena schießen ringsherum die Dünen steil nach oben. Ganz hinten links ist Big Daddy. Big Daddy ragt und wacht mit über 300 m Höhe imposant über dieser Ruhestätte im Sossusvlei. Nicht wenige wagen den langen Weg zum Dünengipfel und stürzen sich dann in die Tiefe bis hinunter in das Deadvlei: mal herunterlaufend, mal herunterrollend. Den Spaß sieht und hört man den Leuten regelrecht an.

Deadvlei Namibia Highlight
Das bekannte Deadvlei – ein Highlight bei einem Besuch des Sossusvlei auf einer Namibia-Reise

Das eigentliche Sossusvlei

Das Sossusvlei ist nicht nur die Summe seiner Teile, sondern auch ein eigener Abschnitt in dieser wundervollen Landschaft. Nach einem Besuch im Deadvlei wirkt das Sossusvlei erst einmal bescheiden. Doch wenn es mal wieder ein richtiges Regenjahr gibt, füllt sich auch diese Pfanne gerne mit Wasser. In diesem Jahr 2021 war nach 10 Jahren endlich mal wieder ein solches Jahr. So regenintensiv, dass selbst jetzt im Juli noch ein echter See dort zu bewundern ist. Und das nicht nur für uns Menschen. Auch ein paar Flamingos sind zu Besuch. Friedlich stochern sie im Gewässer nach Futter und freuen sich ebenso wie ich über weitreichende Ruhe im Paradies.

Regen Sossusvlei Namibia
Nach überdurchschnittlich starkem Regenfall verwandelt sich das Sossusvlei in einen See – ein sehr seltener Anblick

Die Feenkreise

Ungewöhnlich sind auch die Feenkreise, die bei genauem Hinsehen an einigen Stellen in der ersten Hälfte der Sossusvlei-Strecke zu sehen sind. Es sind runde Kreise, die innen grasfrei sind, dann aber einen höheren Grassaumrand haben als die Wuchshöhe der Gräser jenseits der Kreise. Diese Feenkreise beschäftigen die Wissenschaftler noch immer sehr. Denn über ihre Herkunft lässt sich offenbar gut streiten: Sind es Erdgase, die hier aufsteigen? Könnten Gras-Konkurrenzen die Ursache sein? Vielleicht aber doch die Sandtermiten, die gegenwärtig als Erklärungsansatz hoch im Kurs stehen? Oder ist all das doch Humbug und es sind die Feen dafür verantwortlich, die hier gegen Mitternacht zusammenkommen, um in den Feenkreisen zu tanzen?

Feenkreise Sossusvlei Sehenswert
Die Entstehung der „Feenkreise“ im Wüstenboden des Sossusvlei ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Der Sesriem Canyon

Ja, auch der Sesriem Canyon lohnt einen Besuch. Er ist nicht der größte seiner Zunft, aber er bietet einige interessante Einsichten in die Entstehungsgeschichte der Region. Natürlich war Wasser beteiligt, denn der Canyon ist durch einen Fluss entstanden, der in den Bergen des Namib-Naukluft-Nationalparks Fahrt aufnahm und hier eine tiefe Schlucht ausspülte. Vergleichbare Canyons sind im Land Mangelware und so ist er hier einfach eine nette Zugabe. Durch seine Enge spendet er sehr viel Schatten. Deswegen eignet er sich einfach sehr gut als abkühlender und ausklingender Spaziergang nach der Hitze im Sossusvlei.

„Sesriem“ kommt übrigens aus dem Afrikaans und bedeutet so viel wie „6 Riemen“. Das entspricht der Anzahl an Riemen von ihren mitgeführten Ochsenkarren, die angeblich die burenstämmigen Dorsland-Trekker brauchten, als sie sich an dieser Quelle mit Frischwasser versorgten. Sie knoteten die Riemen aneinander, befestigten einen Eimer ans Ende und konnten ihn so dann hinablassen und frisch mit Wasser gefüllt wieder hochziehen.

Sesriem Canyon lohnt sich Besuch
Nach dem Besuch des Sossuvlei lohnt sich auch ein Abstecher zum schattenspendenden Sesriem Canyon.

Warum man unbedingt zum Sossusvlei reisen sollte, ist hoffentlich deutlich geworden. Es ist schlicht und ergreifend … schön dort …! Namibia-Reisen sind nicht nur ein Trip in die Wüste, sondern auch die Begegnung mit natürlicher Vielfalt. Wir stehen gerne für Rückfragen und Unterstützung bei der Planung deiner Namibia-Reise bereit – egal ob auf einer Gruppenreise oder einer Selbstfahrer*innenreise unterwegs. Dank unseres engen Kontaktes zu unserer Tochterfirma in Namibia wissen wir über die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also melde dich bei uns! Dein Traum, unsere Expertise – Dein ganz individuelles Namibia-Erlebnis.

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