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Veröffentlicht am 27. Juli 2020 von Juan Proll

Bahia formosa – oder: Was kann man in Plettenberg Bay machen?

Es heißt, dass die portugiesischen Seefahrer um 1577 herum in der Bucht ankamen und von ihrer Schönheit so beeindruckt waren, dass sie ihr den Namen „Bahia formosa“ („Schöne Bucht“) gaben. Welch unromantischer Akt also von Baron Joachim van Plettenberg – Gouverneur der niederländischen Kapkolonie von 1774 bis 1785 – dann herzugehen und der Stadt den Namen Plettenberg Bay zu verpassen.

Plettenberg Bay klingt für mich bis heute wie „Plattenbau Bucht“. Ich kann mir nicht helfen. Aber der Ort ist glücklicherweise sehr viel schöner als sein Name suggeriert. Also schreibe ich hier gerne ein bisschen mehr zu der Frage: „Was kann man in Plettenberg Bay machen?“

Was kann man in Plettenberg Bay (Bahia formosa) machen?

Plettenberg Bay hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Ich verrate dir, was man dort unternehmen kann!

Was machen in Plettenberg Bay?
Sehenswürdigkeiten und Unternehmungen gibt es einige in Plettenberg Bay Foto: John Hickey-Fry

Stopover an der Garden Route

Auch Plettenberg Bay ist entlang des Garden Route Nationalparks gelegen. Das allein ist schon eine Empfehlung für einen Stopover auf eurer Südafrika-Reise. Das Zentrum bietet selbstverständlich Einkaufsmöglichkeiten von der einheimischen Boerewors bis zu filigranen Silber- und Gold-Accessoires. Wenngleich die Innenstadt selbst zugegebenermaßen nicht gerade ein Schmuckstück in der Landschaft ist. Der Ort ist aber wegen seiner wunderschönen Lage dennoch beliebt bei in- und ausländischen Touristen. Mit seinem großen Anteil an Zweitwohnungen ist „Plett“ sehr saisonal geprägt und randgefüllt während der Hauptferienzeiten, ein echtes Ferienresort.

Was kann man in Plettenberg Bay machen?
Das exklusive The Plettenberg Hotel mit Blick über die Bucht – ein beliebtes Ferienziel

Zwischen 1960 und 1990 weitete sich der Ort dramatisch aus und erstreckt sich seitdem entlang des Robberg Beach, auch „Millionärs Reihe“ genannt. Während der Apartheid war Plettenberg Bay’s Stadtkern nur für Weiße bestimmt, mit der klassischen Trennung von Stränden und Sanitäranlagen für Weiße und Nicht-Weiße. Auf der anderen Seite des Highways N2 entstand 1968 das Township New Horizons als Siedlungsgebiet für Farbige. Diese räumliche Trennung ist auch heute noch gut sichtbar, vor allem wenn man aus Richtung George kommend hierher fährt. Schon diesen typischen, historischen Strukturaufbau beobachten zu können ist eine Teilantwort auf die Frage nach Sehenswürdigkeiten in Plettenberg Bay.

Plettenberg Bay Garden Route Sehenswuerdigkeiten
Plettenberg Bay an Südafrikas Garden Route

Was ist sehenswert in Plettenberg Bay?

Die Palette der Möglichkeiten in und um Plettenberg Bay herum ist fett bestückt. Viele machen auf ihrer Selbstfahrer-Reise durch Südafrika einen Zwischenstopp entlang der Garden Route, um lokale Attraktionen wie das Robberg Peninsula Naturschutzgebiet, das Keurbooms River Naturschutzgebiet, die weltgrößte Freiflugvoliere ‚Birds of Eden’, das ‚Monkeyland Primate Sanctuary’, Sea Kayaking und Whale Watching oder eine Vielzahl anderer Outdoor-Aktivitäten zu genießen. Wer also nicht nur die tollen Strände nutzen will, um in die mal sanften, mal rauen Wellen des indischen Ozeans zu hechten oder um seiner Haut einen erotischen Teint zu verleihen, der kommt auch sonst voll auf seine Kosten. Gutes Wetter vorausgesetzt. (Mehr zu Klima und bester Reisezeit in meinem Blog „Die Garden Route – ein Highlight in Südafrika“) Ein paar Rosinen habe ich mal für euch herausgepickt.

  • Monkeyland Primate Sanctuary

    Etwa 16 Kilometer östlich von Plettenberg Bay ist das Monkeyland Primate Sanctuary. Monkeyland ist ein Schutzgebiet für derzeit elf verschiedene Primatenarten, die zuvor in Käfigen, Zoos, als Haustiere oder in Laboratorien gehalten wurden und sich nun in natürlicher Waldlandschaft und in friedlicher Koexistenz frei von Ast zu Ast schwingen. Nicht nur ein Spaß für Kinder. Besuchern werden regelrechte Affensafaris mit sehr engagierten Rangern angeboten. Spaß und Aufregung sind garantiert, lehrreich sind sie noch dazu.

  • Birds of Eden

    In gemütlicher Nachbarschaft zum Primaten-Schutzgebiet ist das Birds of Eden. Birds of Eden ist ein Vogelschutzgebiet und gilt als die vermeintlich weltweit größte Freiflugvoliere. Aber Vorsicht mit der Bezeichnung „Freiflugvoliere“. Zwar sind die Vögel nicht in Käfige gequetscht und fliegen tatsächlich ohne Fußketten im Raum herum. Aber über ihnen sichert eine bis zu 55 Meter über dem Boden befestigte Domkuppel aus feinem Maschendraht die lebenslange Präsenz der Vögel in dieser riesigen Open-Air-Arena. Die Landschaft ist allerdings spektakulär. Einheimischer Wald, Schluchtenpanorama und ein Wasserfall vermitteln trotz des Himmelsnetzes ein Gefühl, von Paradiesvögeln umgeben zu sein. Ca. 3.500 sind es derzeit, hauptsächlich afrikanische, von etwa 220 verschiedenen Spezies.

Aktivitäten in Plettenberg Bay (Bahia formosa): Meine Favoriten

Ein Aufenthalt in Plettenberg Bay und die Frage „Was kann man in Plettenberg Bay machen?“ führen zwangsläufig zu den beiden Natur-Highlights im Keurbooms und Robberg Naturschutzgebiet. Beide sind Garden Route Nationalpark pur.

  • Keurbooms Nature Reserve

    Das Keurbooms River Naturschutzgebiet ist ein exquisites, kleines Reservat umgeben von dichten Urwäldern nur wenige Kilometer außerhalb von Plettenberg Bay. Der Keurboomsfluss fließt durch das Reservat und markiert die Grenze zwischen den Outeniqua-Bergen im westlichen und den Tsitsikamma-Bergen im östlichen Teil des Garden Route Nationalparks. Er bringt eine Fülle von Wasser aus den Bergen und transportiert es stolz durch die atemberaubende Mündung in den Ozean. Das nach dem Keurboom-Baum benannte Naturreservat ist ein Schutzgebiet für einheimische Bäume, wie die Rotbuche, die prächtige Outeniqua-Steineibe und die riesigen Stinkholzwälder, deren frisch angerissenes Holz die Nasenflügel angeekelt abheben lässt. Auf Spaziergängen, Bootsfahrten und Kanutouren eröffnen sich die schönsten Panoramen und kann die üppige Pflanzenvielfalt im Park erkundet werden. Und wer weiß – vielleicht entdeckt ihr unterwegs ein paar schrullig dreinschauende Meerkatzenaffen, oder den Kap-Greisbock, oder sogar den schüchternen Blauen Ducker.

  • Robberg Nature Reserve

    Meine größte Empfehlung auf die Frage „Was kann man in Plettenberg Bay machen?“ ist das nahe gelegene Robberg Naturschutzgebiet. Ein Ort mit Charakter. Schon früh betraten weiße Europäer diese kleine Halbinsel. Allerdings nicht freiwillig. Ihr Schiff, die „São Gonҫalo“, vollgeladen mit Gewürzen, zerschellte 1630 vor dem Robberg. Rund hundert Portugiesen überlebten und errichteten gezwungenermaßen die erste europäische Siedlung. Etwa neun Monate verbrachten sie hier, bis sie aus dem Wrack zwei kleine Boote gebaut hatten, um davonzufahren. Es heißt: Eine Gruppe schipperte Richtung Mosambik und kam sicher nach Portugal zurück. Die andere Besatzung wählte den direkten Weg nach Portugal. Auf der Fahrt dorthin wurden sie von einem anderen Schiff sicher aufgegabelt. Alles schien in trockenen Tüchern, der rettende Hafen von Lissabon so nah. Doch dann passierte das nächste Unglück und die Ozeanwanne sank mit samt seiner Besatzung auf tragische Weise.

Robberg Nature Reserve Plettenberg Bay
Im Robberg Nature Reserve gibt es Wander- und Spazierwege mit Blick aufs Meer

Nach der Gedenkminute zu diesem Drama erwarten euch aber inspirierende Landschaften, aufregende Delfin- und Walbeobachtungen, je nach Saison vielleicht sogar riesige Meeresschildkröten. Auf herrlichen Spaziergängen oder Wanderungen öffnen sich immer wieder wunderschöne Aussichten hinaus aufs Meer. Ihr begegnet einer Vielzahl von Vogelarten und gelegentlich auch Robben. Für diejenigen, die mehr Zeit in diesem wunderschönen Reservat verbringen möchten, bietet sich ein Besuch im Nelson Bay Cave Interpretationszentrum an, um mehr über die Besiedlung der Gegend in Höhlen der mittleren und späteren Steinzeit zu erfahren. Eine Übernachtungshütte gibt es für die besonders Naturverwegenen hier auch.

Die Garden Route ist ohne Zweifel eine besondere Attraktion in der Westkap- und Ostkap-Provinz Südafrikas. Plettenberg Bay mit seiner Umgebung ist ein weiteres Highlight im Umfeld des Garten Route Nationalparks und leicht in eine Selbstfahrerreise in Südafrika einzubauen. Was am besten passt und wie ihr es am besten macht? Meldet euch bei uns – euer Traum, unsere Expertise – euer individuelles Südafrika-Erlebnis.