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Veröffentlicht am 20. April 2015 von Juan Proll

Auf dem Dach Afrikas: The Kilimanjaro-Experience

Es gab Momente auf dem Weg hoch zum Gipfel des Kilimandscharos, in denen ich meinen Chef dafür verfluchte, dass er von mir erwartete, diese Herausforderung anzunehmen, um anschließend unsere Kunden besser beraten zu können. Aber ich täte ihm großes Unrecht, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich ihm vor allem sehr dankbar dafür war, diese Gelegenheit sozusagen „frei Haus“ angeboten zu bekommen.
Und ja – ich denke, dass ich es ihm mit guter Beratung zurückzahlen konnte.

Aber was für ein Erlebnis, … was für eine Erfahrung – trotz der vielen Momente meines Lebens, in denen ich mich schon Extrem-Situationen ausgesetzt sah … z.B. im Venezuela der 90’er Jahre als das Land von Pepsi Cola dominiert war und ich mit ausgetrockneter Kehle kilometerweit für Coca Cola laufen musste, oder als ich 1999 meinen ersten Heiratsantrag bekam. Sehr schwierige Momente, aber ich habe sie alle gut überstanden.

JPr_Kilimanjaro1

Der Kilimandscharo ist dagegen schon sehr speziell: Bei meiner Besteigung zweifelte ich zu keinem Zeitpunkt daran, dass ich es schaffen könnte, den 5.895 m hohen Gipfel des höchsten Berges Afrikas zu erklimmen. Ich war mir nur nicht sicher, ob ich nicht auf den letzten Höhenmetern vor dem Uhuru Peak einschlafen und erst drei Tage später wieder aufwachen würde. Mann, war ich müde! Mein Körper reagierte auf die Sauerstoffarmut mit einer Schläfrigkeit, die ich nur mit einer Zuckerhut und Peitsche Strategie und dem nackten Willen des „Es-schaffen-Wollens“ bezwingen konnte; vor allem als auch der Berg-Guide zunehmend seine „motivierende Macht“ über mich verlor. Ich erlaubte mir, mich nach einer abgezählten Distanz zu setzen und auch die Augen zu schließen. Aber verlor ich gegen die Müdigkeit, nickte weg und zuckte dann irgendwann, weil ich aus der Balance kippte, „strafte“ ich mich damit, wieder aufzustehen und weiterzugehen. Es war ein Spiel mit mir selbst, das interessanterweise darauf setzte, gegen die Müdigkeit zu verlieren, um letztendlich gegen sie zu gewinnen. Klingt verrückt, hat aber geholfen.

Jeder entwickelt auf seinem Weg nach oben so seine ganz eigene Strategie und keiner weiß vorher so wirklich, was ihn da erwartet. Wenn ich unter Wasser die Luft anhalte und diese mir irgendwann ausgeht, dann treibt es mich wie jeden anderen auch irgendwann unweigerlich nach oben, um wieder Luft zu atmen. Besteige ich aber einen Berg und erreiche Höhen, in denen die Luft immer dünner wird, dann kann der Körper so unterschiedlich reagieren wie ein Kind, wenn es von seinen Eltern ein „Nein“ hört.

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In meiner Gruppe schafften es alle, das Dach Afrikas zu besteigen und in dicken Klamotten gehüllt dem Schnee und der eisigen Kälte dort oben zu trotzen. Auch ich vollbrachte es, stand dort oben, stolz wie Oskar (wer immer auch dieser Oskar ist) und gleichzeitig in jeder Sekunde darauf hoffend, diesen so besonderen Moment doch jetzt bitte nicht zu verschlafen.

Die Aussichten waren trüb an diesem Morgen. Dichter Nebel schnitt mich vom Rest Afrikas ab. Selbst das Weiß der dicken Eisschichten unter meinen Füßen reflektierte nur dezent das einwirkende Tageslicht. Aber egal – hier stand ich nun hoch oben über Tansania und widmete meine Gedanken den letzten 5 Tagen auf dem Weg hier herauf, entlang der Machame Route mit seinen abwechslungsreichen Landschaften und spektakulären Aussichten, in netter Begleitung weiterer Mitstreiter und einem großartigen Team von Guides, Köchen und weiteren Helfern, und wie sehr ich mich darauf freute, irgendwann meine ganz persönliche, imaginäre Flagge auf dem Dach Afrikas hissen zu können.