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Veröffentlicht am 26. Oktober 2020 von Juan Proll

Afrika-Reise buchen: Wie den richtigen Reiseveranstalter finden?

Wenn Sie diesen Artikel lesen, sind Sie höchstwahrscheinlich auf der Suche nach dem richtigen Reiseveranstalter für Ihre Afrika-Reise. Als Guide im südlichen Afrika auf zwei- bis dreiwöchigen Rundreisen unterwegs, habe ich natürlich nicht nur quantitativ sehr viel Zeit mit meinen Gästen, sondern auch qualitativ. „Qualitativ“ nenne ich jene begegnungsreichen Momente, in denen ich nicht einfach nur Dinge zeige oder über Land und Leute rede, sondern in denen wir als Gruppe oder vereinzelt zusammenkommen und mal locker, mal intensiv über uns und unser Leben reden – unterwegs im Landcruiser auf entspannten Abschnitten während unserer Reise, bei einem leckeren Abendessen in gemütlicher Lodge-Atmosphäre oder bei einem Sundowner-Drink, bei denen wir gleichzeitig die Tierwelt beobachten, die wie wir das letzte Sonnenlicht des Tages genießt.

Wie finde ich den passenden Reiseveranstalter für Afrika-Reisen?

Ich liebe diese Augenblicke. Es gibt so viele supernette Menschen.

Afrika-Reiseveranstalter worauf achten
Guide Juan (links) auf Tour in Namibia mit seinen Gästen

Bei all den Gesprächen bleibt es nicht aus, dass ich auch sehr viele Reise relevante Fragen gestellt bekomme, wo ich sozusagen als „Experte der Branche“ Rede und Antwort stehen darf. Die Wahl des Reisebüros oder des Reiseveranstalters für Afrika-Reisen gehört unweigerlich dazu.

Der Safari- und Tour-Guide als verlängerter Arm der Reisebüros

Der Erfolg einer Reise hängt von so vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Einer davon ist natürlich, den richtigen Guide zu haben, der nicht nur in jeder Hinsicht kompetent ist, sondern möglichst auch noch ideal zu den Menschen in der Reisegruppe passt. Umgekehrt bin ich als Guide sehr von guten Vorbereitungen der Reisebüros abhängig. Ich bin in der Regel derjenige, der – wenn was schiefläuft – den Maisbrei auszulöffeln oder Monsterwellen zu brechen hat. Ich habe also tatsächlich ein großes Interesse daran, dass meine Gäste mit dem richtigen Reisebüro buchen. Interessanterweise stellt sich in den Gesprächen während der Tour aber häufig heraus, dass die Auswahl der Reisebüros für die Buchung sehr vom Zufallsprinzip abhängig sein kann: entweder es liegt ganz in der Nähe, oder es taucht nach der Stichworteingabe in der Google-Suche ganz vorne auf, oder man hat schon mal davon gehört, oder es bietet gerade supergünstige Preise an.

Klare Such- und Auswahlkriterien für Reisebüros liegen erstaunlich selten vor. Für die Reise selbst sieht es anders aus. Bewusst wird hier auf die Größe der Reisegruppe geachtet und darauf, ab wie viel Personen eine Reisedurchführung auch wirklich garantiert wird.

Reiseveranstalter Afrika worauf achten
Die Wahl des Afrika-Reiseveranstalters macht einen Unterschied beim Reiseerlebnis

Afrikareisen: Reisebüro – Reiseveranstalter – Ground Operator

In den Gesprächen mit den Gästen während der Reise fällt außerdem auf, dass noch vor der Frage „Worauf muss ich bei der Wahl des Reiseveranstalters achten?“ erst mal ein paar Dinge erklärt werden müssen. Häufig habe ich mit folgender Situation zu tun:

Innerhalb einer gegebenen Reisegruppe haben die Mitreisenden bei unterschiedlichen Reisebüros oder Reiseveranstaltern gebucht. Im Verlauf der Reise werden dann schnell schon mal die Unterschiede sichtbar. Auch wenn die einzelnen Reisebüros sich noch so sehr wünschen, dass der vor Ort verantwortliche Guide nur als Vertreter des einen Reisebüros für seine Gäste da ist, so ist die Realität doch hier eine andere: Die Mitreisenden haben bei unterschiedlichen Reisebüros gebucht, kommen im Reiseland zusammen und treffen auf einen Guide, der wieder für ein anderes Unternehmen arbeitet, nämlich dem reisedurchführenden Unternehmen. Ich begrüße die einen Gäste also im Namen von Reisebüro A, die nächsten im Namen von Reisebüro B und erzähle dann, dass ich für Reisebüro C arbeite, hier: dem Ground Operator. Wer soll das verstehen? Muss das überhaupt jemand verstehen? … Meiner Meinung nach: ja.

Viele Gäste werfen „Reisebüro“ und „Reiseveranstalter“ durcheinander und halten es für synonym verwendbare Bezeichnungen. Den Begriff „Ground Operator“ haben die meisten nicht einmal vorher gehört. Tatsächlich aber gibt es Unterschiede. Die Unterscheidung von Reiseveranstalter und Reisebüro hat nicht nur geschäftsrelevante und juristische Implikationen für die Reisenden, sondern auch praktische Konsequenzen für mich als Guide.

Reisebüro Reiseveranstalter Afrika
Der „Ground Handler” besitzt eigene Fahrzeuge und Equipment vor Ort und setzt die Reise um

Was ist der Unterschied zwischen Reiseveranstalter und Reisebüros?

Vereinfacht gesagt sind Reiseveranstalter Unternehmen, die eigene und fremde Leistungen zu einem Reisepaket zusammenschnüren. Nehmen wir zum Beispiel unsere geführten Südafrika- oder Namibia-Rundreisen, für die ich als Guide eingesetzt werde. Elefant-Tours hat mich als Guide, ein eigenes Fahrzeug für die Rundreise sowie ein eigenes Reiseplanungs- und Einkaufsteam, das Reiserouten und -programme zusammenstellt. Für die Durchführung notwendige, aber nicht eigene Produkte müssen wir einkaufen. Diese nicht eigenen Produkte sind zum Beispiel Hotels (da wir keine besitzen) oder Bootstouren (da wir keine eigenen Boote haben) oder Ähnliches. Die so zusammengestellte Reise bewerben wir zum Beispiel in Katalogen, oder im Internet oder – und jetzt kommt es – durch Reisebüros.

Reisebüros sind in diesem konkreten Arrangement also erst einmal nichts anderes als Reisevermittler. Sie bewerben und verkaufen unsere Produkte und bekommen dafür eine Provision. Die Kunden bekommen von dieser Konstellation in der Regel nichts mit und halten das Reisebüro häufig für den Veranstalter. Aber nur Elefant-Tours ist in diesem Falle beides, weil wir natürlich nicht nur den farbigen Reisestrauß zusammenstellen, sondern ihn auch in unserem eigenen Reisebüro unseren Kunden zum Kauf anbieten.

Als dritter Partner im Bunde taucht häufig noch der so genannte Ground Operator auf. Das sind im Falle von Elefant-Tours die Tochterunternehmen in Südafrika, Namibia, Tansania und Kenia, die alle zur großen Elefant-Tours-Familie gehören, aber eigenständig vor Ort die operativen Schritte zur sicheren Durchführung der Reise leisten. Sie kümmern sich um die Vorbereitung der Guides, die Fahrtauglichkeit der Fahrzeuge und sonstige Logistik.

Afrika-Reise buchen: Worauf muss ich achten?

In der Regel ist es egal, ob ich als Reisender bei einem Reisebüro oder bei einem Reiseveranstalter buche. Und wenn ich sage „in der Regel“, dann deshalb, weil in der Regel alles gut geht und alle eine tolle Zeit haben. Wenn sich Gäste dabei auch noch von ihrem Reisebüro oder Reiseveranstalter bestens betreut fühlen, gibt es eigentlich auch keinen Grund für zukünftige Veränderungen. Aber sowohl für mich als Guide wie auch für Kunden gibt es Konstellationen, bei denen die Buchung über den Reiseveranstalter vorteilhafter ist.

Und damit komme ich gerne wieder auf die Ausgangsfrage zurück: „Worauf muss ich bei der Wahl des Reiseveranstalters achten?“

Afrika-Reise buchen was beachten
Guide Juan weiß, worauf man bei der Auswahl eines Afrika-Reiseveranstalters achten muss

Der erste Teil meiner Antwort darauf ist: „Stell zuerst einmal sicher, dass du es bei der Buchung eines konkreten Zielortes wirklich mit dem direkten Reiseveranstalter zu tun hast.“ Ein Reisebüro, das in Nordeuropa reisen veranstaltet, aber in Tansania, Kenia, Südafrika oder Namibia nur Reisen anderer verkauft, ist Reiseveranstalter für Nordeuropa, bleibt aber nur Reisevermittler für Afrika. Eine Hilfe – im Sinne eines ersten Filters – kann das ASA-Mitgliederverzeichnis sein. Doch Vorsicht: Nicht alle hier sind wirklich Veranstalter von geführten Rundreisen in Afrika! Eine direkte Nachfrage ist wahrscheinlich unumgänglich.

Warum bei einem Afrika-Reiseveranstalter buchen? Die Vorteile

Frisch bei Elefant-Tours eingestellt musste ich erst einmal 9 Monate auf der Verkäuferbank Platz nehmen. Mein Boss wollte, dass ich später als aktiver Guide genau weiß, was da im Reisebüro abgeht. Keine einfache Zeit für mich, weil ich mich nicht nur mit den Freuden der Reiseorganisation bei Laune halten konnte, sondern mich leider auch zu viel mit Excel-Dateien auseinandersetzen musste. Aber ich habe viel gelernt und weiß die Arbeit meiner Kollegen sehr zu schätzen. Ich kenne die Lust und den Frust des Jobs, fühle mich dadurch als Guide meinen Kollegen im Büro sehr nahe. Ein tolles Team, das hoch engagiert den Kunden genau das vermittelt, was es selbst auf seinen Reisen in die Zielländer kennen gelernt hat. Ein Muss in unserem Unternehmen, das ständig bemüht ist, unser Verkaufs- und Marketingpersonal in die Destinationen zu bekommen. Für unsere Kunden ein echter Gewinn, für mich eine große Hilfe. Und auch unser Operations Manager vor Ort profitiert davon. Er ist derjenige, der mir und allen anderen Guides den Rücken freihält. Unser Verkauf weiß einfach, wovon wir reden, wenn wir uns bei ihnen melden und Änderungen erbitten oder schnelle Überprüfungen von Buchungen haben müssen. Daraus ergeben sich einige Vorzüge, die ich leider nicht so habe, wenn Gäste nicht direkt mit uns gebucht haben.

Vorzüge für den Guide:

  • Als Mitarbeiter des organisierenden Reiseveranstalters und dem zugehörigen Reisebüro habe ich direkten Kontakt und kurzen Draht mit den für die Buchung verantwortlichen Kundenbetreuern. Fragen können direkt bearbeitet werden und müssen nicht über eine Mail oder ein weiteres Telefonat an den Reisevermittler weitergegeben werden. Im schlimmsten Fall auch noch mit einem Wochenende Wartezeit dazwischen. Reisevermittler bleiben für die gesamte Zeit der Reise „Vermittler“. „Direkt“ geht da also gar nichts.
  • Der Direktdraht ermöglicht schnellere Handlungs- und Entscheidungsoptionen.
  • Bei Programmausfällen, problematischen Buchungsinterpretationen oder erfolgten Irrtümern und Fehlern erlaubt der heiße Draht eine gegebenenfalls unmittelbare und unkomplizierte Kulanzpolitik.
  • Als Guide habe ich größere Handlungssicherheiten, weil ich weiß, wie unser Unternehmen tickt. Für sie bin ich der Guide ihres Vertrauens. Anders ist es mit fremden Reisebüros, die ich als Guide nicht kenne und die ihrerseits einen größeren Aufwand betreiben müssen, um sich bei Bedarf einen angemessenen Situationsüberblick zu verschaffen. Für sie bin ich nur „irgendein“ Guide.

Aber auch meine Gäste profitieren in besonderer Weise von einer Direktbuchung bei einem Reiseveranstalter.

Vorzüge für die Gäste:

  • Eine eigene Produktpalette bedeutet grundsätzlich auch bessere Produktkenntnis, was wiederum zu einer optimierten Beratung der Gäste führt. Reiseabläufe sind den Kundenberatern vertraut und können aus direkter Erfahrung weitergegeben werden. Infos kommen also aus erster Hand, nicht von einem Reiseverkäufer, der von einem anderen Reiseverkäufer gehört hat, dass …
    Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Falschinformationen bei Gästen grassieren, die nicht direkt beim Reiseveranstalter gebucht haben.
  • Der Kunde erhält das gesamte Reisepaket von der Beratung über die Buchung bis zur Durchführung und Nachbetreuung aus einer Hand. Und er ist im direkten Kontakt mit dem Reiseveranstalter selbst, muss also seinerseits im Fragensfall nicht über Dritte kommunizieren.
  • Auch lassen sich Schwierigkeiten unterwegs unkomplizierter und kulanter lösen.

Die Frage „Worauf muss ich bei der Wahl des Afrika-Reiseveranstalters achten?“ ist also auch die Frage nach den Vorzügen, die man hat, sobald man den richtigen Reiseveranstalter gefunden hat. Ich selbst mache aufgrund meiner Erfahrungen heutzutage tendenziell lieber alles „direkt“ beim Reiseveranstalter und fahre sehr gut damit. Das macht vieles einfacher. Nicht immer … aber immer öfter.

Ich hoffe, dieser Artikel hat euch ein paar Einsichten mehr in die Tourismus-Welt gebracht und hier und da zu einem bisschen mehr Verständnis geführt. Wenn ihr noch Rückfragen habt, zusätzliche Unterstützung braucht oder bei uns eine Reise buchen wollt, dann meldet euch bei uns.

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