Wir beraten Sie persönlich zu Ihrer Afrika-Reise: +49 (0) 761 611 667 0   |    info@elefant-tours.de

Veröffentlicht am 22. Februar 2021 von Juan Proll

Welche Nationalparks sollte man in Namibia besuchen? Unsere 10 Favoriten

Namibia – Land der Wüsten. Doch Namibia hat mehr zu bieten als nur roten Kalaharisand oder weiße Sanddünen an der Küste der Namib. Eintönigkeit mag man hier erwarten. Vielfalt ist es, was man bekommt. Eine Reihe von Nationalparks schützt diesen Reichtum. Einige von den wirklich sehenswerten Nationalparks in Namibia möchte ich euch hier vorstellen.

Sehenswerte Nationalparks Namibia
Der Namib-Naukluft Nationalpark mit dem bekannten Sossusvlei ist einer der sehenswertesten Parks in Namibia

Namibia verfügt nach offiziellen Angaben über 20 staatlich geschützte Schutzgebiete, die etwa 17 Prozent der Landfläche des Landes abdecken, also rund 140.000 qkm. Das allein übertrifft schon die zusammenaddierte Größe der Länder Österreich und Schweiz.

Namibia hat bei der Ausweisung seiner Schutzgebiete einen eigenen Ansatz gewählt und folgt nicht strikt den empfohlenen Kategorien der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN). Diese Kategorien klassifizieren sechs Schutzstufen. Nationalparks nehmen die zweithöchste Schutzstufe ein. Das führt in Namibia zu der Situation, dass Nationalparks entweder keine IUCN-II-Kategorisierung haben (z.B. der Bwabwata National Park) oder trotz bestehender IUCN-II-Kategorisierung nicht die Bezeichnung ‚Nationalpark’ im offiziellen Namen tragen (z.B. /Ai-/Ais Hot Springs Game Park). Lasst euch also von den Namen der unten beschriebenen Nationalparks nicht verwirren.

Sehenswerte Nationalparks in Namibia

Die Wildparks und Naturschutzgebiete Namibias sind über das ganze Land verstreut. Einige, wie zum Beispiel der Etosha Nationalpark, konzentrieren sich hauptsächlich auf wild lebende Tiere. Andere lenken das Auge des Betrachtenden auf die Landschaften und ihre natürliche Schönheit, wie zum Beispiel der Namib-Naukluft Park. Sie alle stehen aber für einzigartige Impressionen und ein breites Angebot an Abenteuer-, Outdoor- und Safari-Aktivitäten. Hier meine 10 Empfehlungen von Süd nach Nord:

/Ai-/Ais Hot Springs Game Park

Der erste der beiden Parks an der Südgrenze Namibias bildet inzwischen mit dem südafrikanischen Richtersveld National Park den grenzübergreifenden /Ai-/Ais-Richtersveld Transfrontier Park. Auf der namibischen Seite wird der Park vom Fish River Canyon dominiert – der größten Schlucht Afrikas und der zweitgrößten der Welt. Sie bietet fantastische Aussichten für Geologie-Faszinierte und romantische Momente für Liebhaber*innen von Sonnenauf- und -untergängen. Der Canyon bietet aber auch die Möglichkeit einer mehrtägigen abenteuerlichen Canyon-Wanderung.

Am Ende des Weges erwarten euch die heißen Quellen von /Ai-/Ais, was in der lokalen Sprache der Nama „brennendes Wasser“ bedeutet und sich auf die schwefelhaltigen Heißwasserquellen im Park bezieht. Das erlaubt Wellness auf natürliche Art.

Zum Umfeld der Canyon-Landschaft gehören auch die Hunsberge mit ihrer Apollo 11-Höhle. Hier wurden Zeichnungen und Gravuren gefunden, die den San zugeschrieben und bis zu 28.000 Jahre alt geschätzt werden.

Fish River Canyon Ai Ai Hotsprings Park Namibia
Der zweitgrößte Canyon der Welt, der Fish River Canyon, ist ein Highlight des /Ai-/Ais Hot Springs Game Parks

Tsau Khaeb National Park

Der zweite Park an der Südgrenze Namibias ist vielen im Land noch als Sperrgebiet-Nationalpark bekannt. Vor seiner Benennung zum Nationalpark in 2008 war er für 100 Jahre ein streng reguliertes, abgesperrtes Territorium für den Diamantenabbau. Dadurch blieben aber weite Teile der Natur ungestört, was wiederum das Ökosystem der Sukkulentenkaroo schützte und daher heute eine der weltweit größten Vielfalten an Sukkulentenflora beschert.

Mit seiner Lage entlang der Küste bis hinter Lüderitz, seiner Wasservogelwelt, seinen historischen, deutschkolonialen Geisterstädten aus der Zeit des Diamantenabbaus in der Wüste (besonders empfehlenswert: Kolmanskuppe) sowie einigen der unberührtesten und wildesten Landschaften Namibias ist der Tsau Khaeb Nationalpark ein Diamant in der Palette der Schutzgebiete. Auch wenn der Zugang für den Tourismus stark reguliert ist.

Welche Nationalparks Namibia Tsau khaeb
Im Tsau Khaeb Nationalpark kann man die verlassene Geisterstadt Kolmanskuppe besichtigen – ein Besuch lohnt sich hier für Geschichts- und Kulturinteressierte

Namib-Naukluft Park

Namibias größtes Naturschutzgebiet (mit einer Fläche größer als die Schweiz) ist sozusagen die nördliche Fortsetzung des Tsau Khaeb Nationalparks. Hier befinden sich einige der beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Landes: die Sanddünen im Sossusvlei (UNESCO-Weltnaturerbe), die zu den höchsten der Welt gehören; das Deadvlei mit seinem Dalí-esken Tonpfannen-Panorama; die imposante Sesriem-Schlucht; die massiven Gebirgszüge und die imposanten Inselberge zwischen mit Flechten verkrusteten Kiesflächen.

In der hyperariden Region dieses Wüstenabschnittes gibt es eine überraschende Sammlung von Pflanzen (zu denen auch der !Nara-Strauch aus der Familie der Kürbisgewächse gehört) und von Tieren – darunter Schlangen, Geckos, ungewöhnliche Insekten, Hyänen, Leoparden, afrikanische Wildkatzen, Kapfüchse, Paviane, Karakale, Fledermausohrfüchse und Schakale. Doch häufiger zu sehen sind Springböcke, Oryxe, Strauße und Zebras. Ein Besuch im Namib-Naukluft Park lohnt sich definitiv.

Deadvlei Namib Naukluft Park sehenswert
Das Deadvlei ist Teil des sehenswerten Namib-Naukluft Nationalparks (Sektion Sossusvlei), der insgesamt eine Fläche größer als die Schweiz einnimmt

Dorob National Park

Dem Namib-Naukluft Park schließt sich dieser noch recht junge Nationalpark an. Er war bei seiner Gründung das letzte Bindeglied, um die gesamte Küstenregion Namibias durchgängig in ein riesiges Schutzgebiet zu verwandeln – knapp 1600 km von der Süd- zur Nordgrenze und zwischen ca. 25 bis 180 km ins Landesinnere hinein. Allerdings eher „ungeschützte Inseln“ in dieser Dorob-Parklandschaft sind die Städte Walvis Bay, Swakopmund und Henties Bay sowie der pittoreske Küstenort Wlotzkasbaken.

Zu den Höhepunkten hier gehört der „Welwitschia-Drive“ in der Nähe von Swakopmund, mit seiner „Mondlandschaft“ und den in der Namib endemischen Welwitschia Mirabilis Pflanzen auf der Strecke. Eine Pflanze, die es aufgrund ihrer Besonderheit sogar in Namibias Staatswappen geschafft hat. Ebenfalls einen Besuch wert ist die Walvis Bay Lagune mit ihren Flamingo-Kolonien. Auch das hohe Dünenfeld zwischen Swakopmund und Walvis Bay ist empfehlenswert, am besten in Verbindung mit einer „Little-Big-Five-Wüstentour“.

Welteinzigartig in diesem Nationalpark ist die bis zu mehrere hunderttausend große Seerobben-Kolonie am Cape Cross, der man noch dazu wie wohl nirgends sonst so nah kommen kann. Der Weg dorthin führt größtenteils über Salzstraßen vorbei an beliebten Anglerparadiesen, Salzminen und besonders schützenswerten Flechtenfeldern.

Mondlandschaft Swakopmund Dorob Nationalpark
Die „Mondlandschaft“ im Dorob Nationalpark bei Swakopmund – ein lohnendes Erlebnis auch für Wanderbegeisterte

Skeleton Coast Park

Der Park erstreckt sich vom Ugab Fluss im Süden über 500 km bis zum Kunene Fluss an der angolanischen Grenze im Norden und zieht sich etwa 40 km ins Landesinnere. „Skelettküstenpark“ ist sicher erst einmal ein schauriger Name. Doch große Teile der namibischen Küste sind aufgrund der häufigen Nebel, starker Winde, heftiger Brandungen und unberechenbarer Strömungen ein gefährliches Pflaster. Die vielen Skelette auf Grund gelaufener Schiffswracks, schiffbrüchiger Menschen und gestrandeter Wale sowie die Knochen sonstiger Tiere und die vielen angeschwemmten Trümmer zeugen davon.

Gleichzeitig ist es aber auch diese apokalyptische Stimmung, gepaart mit der ungebändigten Wildnis, die dem Nationalpark seine besondere Atmosphäre verleiht. Erst an der Mündung des Kunene wechselt die augenscheinliche Dürre in ein lebenswichtiges Feuchtgebiet. Wer die Abgeschiedenheit mag, sich an reichhaltigen Flechtenfeldern erfreuen kann und seinem Glück vertraut, die hier lebenden Wüstenelefanten, Nashörner und Löwen zu entdecken, der ist hier gut aufgehoben.

Skeleton Coast Nationalpark Namibia sehenswert
Wer die Abgeschiedenheit liebt, sollte den Skeleton Coast Park an Namibias Küste besuchen. Auf dem Weg dorthin geht es vorbei an dem Zeila-Wrack.

Waterberg Plateau Park

Bewegt ihr euch vom südlichen Teil des Skeleton Coast Park geradewegs nach Osten, stoßt ihr in dem Gebiet zwischen Otjiwarongo und Okakarara auf den vergleichsweise kleinen Waterberg Plateau Park mit seinen hoch aufragenden Sandsteinfelsen. Neben Dinosaurier-Fußabdrücken, mysteriösen Felsgravuren und einem Wildpark für besonders schützenswerte Tierarten Namibias (u.a. Büffel und Nashorn) ist der Waterberg gleichzeitig aber auch ein historisches Mahnmal. Ein Friedhof und ein Lehrpfad stehen dafür:

Im Jahr 1904 kam es zu einem Aufstand des Herero-Volkes gegen die deutsche Kolonialmacht. Der Waterberg wurde schließlich Schauplatz und Kulisse einer letzten großen Schlacht zwischen den Kontrahenten. Letztlich blieb den Hereros nur noch der Rückzug in die Omaheke-Region der Kalahari, was für viele von ihnen den Tod bedeutete.

Waterberg Park Namibia welche Nationalparks
Der Waterberg Plateau Park ist Nationalpark und gleichzeitig ein Mahnmal der Geschichte – für Naturliebhaber*innen und Geschichtsinteressierte lohnt sich ein Besuch

Etosha National Park

Gut 260 Straßenkilometer weiter nördlich vom Waterberg erreicht ihr eines der beliebtesten Touristenziele Namibias und Afrikas, den Etosha Nationalpark. Er ist das Flaggschiff des Landes und Mekka aller Safari-Begeisterten, die den Reichtum der namibischen Tierwelt mit seinem Groß- und Kleinwild, seiner Vogelvielfalt und zahlreichen Reptilien sehen möchte. Lediglich für Krokodile und Büffel müsst ihr noch einen oder zwei Parks weiterfahren.

Für Löwen, Leoparden, Nashörner, Elefanten, Zebras, Giraffen, Strauße, Antilopen, Hyänen und viele mehr seid ihr hier aber genau richtig. Vor allem in der trockensten Zeit des Jahres sammeln sich die Tiere an den Wasserstellen, die für die Besucher*innen leicht zu erreichen sind und beste Sightings garantieren. Auch eine Übernachtung im Park ist empfehlenswert. Die Camps haben beleuchtete Wasserlöcher, wo ihr die ganze Nacht Tiere beobachten könnt. Ideal für Schlaflose. Und keine Angst: Man selbst ist durch einen soliden Zaun geschützt. Den Etosha Nationalpark kann man entweder als Selbstfahrer*in oder auf einer geführten Rundreise wie unserer Faszination Namibia Reise erleben.

Lohnenswerte Nationalparks Namibia Etosha
Ein Highlight und absolut sehenswert für alle Safariliebhaber*innen ist der Etosha Nationalpark

Khaudum National Park

Der Park im Nordosten Namibias an der Grenze zu Botswana ist der einzige Nationalpark des Landes, der echtes Kalahari-Gefühl vermittelt, vor allem entlang der orange-roten Längsdünen. Der Khaudum Nationalpark ist allerdings schwer zugänglich, hält kaum touristische Infrastruktur vor und erfordert Vierrad-Antrieb für die wenigen Pisten im tiefen Sand der Kalahari. Besucher*innen gibt es kaum, dafür mehr Elefanten. Ein echtes Abenteuerland.

Artenreicher, hoher und kurzer Trockenwald sowie trockener Akazienwald dominieren die Vegetation im Khaudum. Die geringe Erschlossenheit des Parkes und häufig auch die Vegetation machen Tiersichtungen generell schwierig. Der Park gilt als ein Zufluchtsort für afrikanische Wildhunde und Roan-Antilopen. Doch auch Löwen, Geparde und Leoparden, ebenso wie Giraffen, verschiedene Antilopenarten, Hyänen, über 320 Vogelarten und viele Tiere mehr fühlen sich hier zu Hause.

Sehenswert Namibia Khaudum Nationalpark
Abgelegen und touristisch beinahe unerschlossen: Der Khaudum Nationalpark im Nordosten Namibias

Bwabwata National Park

Der Bwabwata Nationalpark hat gleich drei Besonderheiten. Zum einen liegt er in der Zambezi-Region zwischen den Grenzen zu Angola im Norden und Botswana im Süden. Damit fahrt ihr automatisch durch diesen Nationalpark, wenn ihr durch den Zambezi-Zipfel in Richtung Kunene, dem äußersten Nordosten des Landes, unterwegs seid.

Zum zweiten ist dieser Nationalpark stark von Menschen bewohnt. Diese Situation hat zu einem speziellen Zonensystem im Park geführt. Während im Westen entlang des Okavango Flusses und im Osten entlang des Kwando Flusses der Naturschutz streng verfolgt wird und Menschenansiedlungen nicht erlaubt sind, ist der zentrale Teil des Parks ein erklärtes Mehrfachnutzungsgebiet mit Ansiedlungsmöglichkeiten.

Zum dritten ist der Park ein Korridor für Elefanten auf ihren Migrationswegen zwischen Angola und Botswana. Da sie nichts von Zonensystemen halten und sich im ganzen Park zeigen, braucht es gerade hier eine enge Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Diese Konstellation, zusammen mit einer reichhaltigen Tierwelt – einschließlich Büffeln, Krokodilen, Flusspferden, Löwen, Leoparden, Zebras, verschiedenen Antilopen- und noch mehr Vogelarten – machen diese Region ein äußerst interessantes Nationalpark-Erlebnis. Es ist allerdings auch Malariagebiet.

Bwabwata Nationalpark Namibia
Der Bwabwata Nationalpark ist in verschiedene Zonen unterteilt – Menschen und Tiere leben in diesem Nationalpark

Nkasa Rupara National Park

Dieser sehr grüne, vegetationsreiche Park im nordöstlichsten Teil Namibias schützt das größte Feuchtgebiet des Landes mit seinen zahlreichen Schilfkanälen und Lagunen. Er ist ein Paradies für Feuchtigkeit liebende Tierarten. Die größte Büffel-Population des Landes lebt hier. Es gibt aber auch Krokodile, Flusspferde, wasseraffine Antilopen, unzählige Vogelarten und die sich scheinbar überall anpassenden Raubtiere wie Löwen und Leoparden. Es ist zudem ein wichtiger Korridor für Elefanten, die Namibia als Drehkreuz für die Migration von und nach Botswana, Angola und Sambia nutzen.

Auch der Nkasa Rupara Nationalpark ist ein Abenteuerland und bietet das ultimative Wildniserlebnis. Es gibt kaum touristische Infrastruktur. Wer hier hineinfährt, sollte besser mit zwei 4×4-Fahrzeugen kommen, Bergungsausrüstung, extra Benzin, Malariaschutz und genügend Wasser sowie Lebensmittel dabeihaben.

Nkasa Rupara sehenswerte Nationalparks Namibia
Grün und vegetationsreich: Der Nkasa Rupara Nationalpark im Nordosten des Landes ist etwas für Abenteurer*innen

Namibia-Reisen sind nicht nur ein Trip in die Wüste, sondern auch die Begegnung mit natürlicher Vielfalt. Wir stehen gerne für Rückfragen und Unterstützung bei der Planung deiner Namibia-Reise bereit – egal ob auf einer geführten Rundreise oder einer Selbstfahrer*innenreise unterwegs. Dank des engen Kontaktes zu unserer Tochterfirma in Namibia wissen wir über die aktuelle Lage immer gut Bescheid. Also melde dich bei uns! Dein Traum, unsere Expertise – Dein ganz individuelles Namibia-Erlebnis.