Wir beraten Sie persönlich zu Ihrer Afrika-Reise: +49 (0) 761 611 667 0   |    info@elefant-tours.de

Veröffentlicht am 25. Juni 2018 von Claude Melde

Tansania in Bildern: unterwegs auf Fotosafari I

Von seinen Reisen bringt unser Foto-Guide Claude Melde immer wieder beeindruckende Bilder mit. Auch im November zieht es ihn wieder in die Nationalparks Ostafrika. Gehen Sie mit ihm auf Fotosafari nach Nordtansania. Was er aus seiner letzten Fotosafari erlebt hat, erzählt er im Fototagebuch.

Unsere Fotosafari startet in der zweiten Novemberhälfte. In dieser Zwischensaison sind die Preise günstiger, die Lodges weniger belegt und es sind weniger Autos in den Nationalparks unterwegs. Ohne dass es deshalb weniger Tiere zu sehen gäbe oder das Wetter schlechter wäre. Für unsere Fotosafari also ideale Bedingungen.

Wie abgemacht, kommt uns Daniel, der für die ganze Safari unserer Guide und Fahrer sein wird, nach dem Frühstück abholen und alle machen Bekanntschaft mit dem großen Land Cruiser, in dem wir in den nächsten Tagen viele Stunden pro Tag verbringen werden. Von Fensterplätzen und aus einem großen hochklappbaren Dach heraus haben alle ungehinderte Sicht nach draußen.

Im 4×4 Land Cruiser unterwegs

Heute steht, wie immer am Beginn meiner Safaris, ein Ganztagesausflug in den Arusha National Park auf dem Programm. Dieser erste Tag eignet sich einfach perfekt für die Akklimatisierung. Die Landschaft ist atemberaubend, besonders wenn, wie heute der Fall, die Sicht zu den Bergen Mount Meru und Kilimanjaro frei ist.

Blick auf den Mount Kilimanjaro

Wir sehen heute Paviane, Warzenschweine, Zebras, Büffel und jede Menge Giraffen; im üppigen Regenwald am Rande des Ngurdoto Kraters die schönen schwarz-weißen Mantelaffen sowie die stets sanften und neugierigen Diadem-Meerkatzen. Wir konnten sogar eine Seltenheit beobachten, einen fast erwachsenen Albino-Pavian!

Eine seltene Sichtung: ein Albino-Pavian

Auch die vielen Flamingos an den Momella-Seen, unserem heutigen Highlight, sind alle da. Das ist sehr erfreulich, denn als ich am Vortag hier war, konnte ich nur eine ganz kleine Gruppe entdecken. Was deutlich belegt, dass immer Glück dazu gehört; jeder Tag ist anders und selten vorhersehbar.

Flamingos am Momella Lake
Friedliche Ansammlung von Huftieren auf einer Lichtung im Arusha Nationalpark

Nun ist es Zeit für Abenteuer. Die große Rundreise durch den nördlichen Teil dieses riesigen Landes beginnt. Nach einem kurzen Stopp in der quirligen Stadt Arusha geht es hinaus durch die schier endlosen Masai-Ebenen bis zum Tarangire Nationalpark, den wir kurz nach Mittag erreichen.

Im Herzen des Nationalparks liegt ein Flusstal wie aus dem Bilderbuch, gesäumt mit Leberwurstbäumen, Palmen, Akazien und Baobabs. Hier sehen wir unglaublich viele Elefanten, Gnus, Zebras und Büffel, und auch die ersten Löwen lassen nicht lange auf sich warten.

Durch die Mitte fließt der Tarangire River

Durch das offene Dach lässt sich gut in alle Richtungen fotografieren, ein Bohnensack auf dem Dachrand ersetzt das Stativ. Der Tag vergeht wie im Fluge, kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir unser Luxus-Zeltcamp am Ufer des Lake Burunge. In der Nacht hört man nicht sehr weit entfernt das typische Rufen einer Hyäne. Von Zeit zu Zeit kommt ein kräftiger Schauer herunter, auch Donner und Blitz sind über uns. Glücklicherweise sind unsere Hütten stabil gebaut.

Der nächste Tag gehört ganz der zahlreichen und vielfältigen Tierwelt des Tarangire Nationalparks. Wir fahren durch eine wunderschöne Flusslandschaft und sehen so viele Tiere, dass es einen schon fast erschlägt. Tarangire, bei ungünstigem Wetter manchmal wie leergefegt, präsentiert sich heute in seiner ganzen Pracht. Besonders die Elefanten, die im ausgetrockneten Flussbett graben und so Trinkstellen für sich und andere Tiere freilegen, sind sehr zahlreich.

Elefanten graben nach Wasser im Sand

Als wir drei junge Geparden-Männchen, wahrscheinlich Brüder, im Schatten eines großen Baumes ruhen sehen, sind wir begeistert. Sie hier zu sehen, ist etwas Besonderes. Eine kleine Gruppe Gnus nähert sich. Was sie ablenkt, ist nicht ganz klar, aber unter ihnen befindet sich ein Kalb, das urplötzlich den Jagdinstinkt der beiden Geparden in den Dornen auslöst. Dann geht alles extrem schnell: Ein Gepard dreht zur vollen Geschwindigkeit auf, sein Bruder folgt in kurzer Distanz, um wenn nötig einzugreifen.

Gepard auf der Jagd

Aber das Kalb ist erlegt, bevor es richtig mitbekommen hat, wie ihm wiederfährt. Witzigerweise hat der dritte Gepard auf der gegenüber liegenden Seite des Baumstammes die ganze Aktion verpennt und sucht erst eine Weile nach seinen Brüdern, bevor er sie beim gedeckten Mittagstisch entdeckt. Hastig fressen sie an dem Kadaver, bevor Hyänen oder gar Löwen auftauchen und ihnen die Beute streitig machen können.

Afrika wie aus dem Bilderbuch!

Wir verlassen Tarangire und fahren einige Stunden lang an der steilen Kante des Ostafrikanischen Grabenbruchs entlang bis zum heiligen Berg der Masai, dem Ol Doinyo Lengai.

Der heilige Berg der Masai: der Ol Doinyo Lengai

An der Südspitze des Lake Natron wohnen wir heute in einem einfachen, aber dennoch luxuriösen Zeltcamp mit riesigen Zelten. Bei einem Bier erholen wir uns von der Anfahrt und versuchen uns an der Vogelwelt im und um das Camp. Auch der Berg Lengai bietet ein ansprechendes Fotomotiv. Nach einem kurzen Gewitter ist die Luft klar, die Fernsicht ideal.

Ein Gewitter über unserem Camp am Lake Natron

Auch wenn man sich den vielen Flamingos am Seeufer des Lake Natrons nicht allzu sehr nähern kann, die Szenerie mit den faszinierenden Vögeln ist unbeschreiblich schön. Zu den anderen Vögeln, die wir sehen, gehören Weißstörche, Löffler, und sogar ein paar Säbelschnäbler. Und die eine oder andere Giraffe lässt sich auch blicken.

Am nächsten Morgen liegt eine friedliche Stimmung über dem Camp. Es ist leicht bewölkt, und das ist gut so, denn es ist eine lange Fahrt in die Serengeti und sie führt uns von einer Höhe von 650 Metern am See über zeitweise mehr als 2.100 Meter bei Waso, dem einzigen richtigen Ort auf dieser langen Strecke. Immer wieder ist die Landschaft spektakulär, ja wild. Von Zeit zu Zeit scheint es, als wäre man unvermittelt von einer Mondlandschaft mit grauem Geröll in eine Marslandschaft aus roten Felsen gefahren. Ein kurzer aber heftiger Regen hat ein Stück einer ansteigenden Straße so schmierig gemacht, dass wir die Piste mit der Schaufel bearbeiten und zur Vorsicht alle aussteigen müssen, bis Daniel die riskante Stelle überwunden hat.

Karge Landschaft am Lake Natron

Dann erreichen wir den wohl berühmtesten Nationalpark Tansanias, die Serengeti. Und zwar am sogenannten Klein’s Camp Gate, also ganz im Norden, hunderte Kilometer entfernt vom Hauptgate am Naabi Hill, durch den fast alle anderen Besucher kommen.

Die Lobo Wildlife Lodge, äußerst beeindruckend in einer Felsenburg gelegen, thront auf fast 1.800 Metern Höhe. Es ist kühl, recht windig und die Luft ist kristallklar. Hier ist so etwas Selbstverständliches wie Atmen schon ein Genuss!

Die Lobo Lodge versteckt in einer Felsenburg

In der landschaftlich sehr reizvollen Gegend um Lobo Hill finden wir die meisten der afrikanischen Wildtiere: Giraffen, Büffel, viele Arten von Antilopen und hier und da auf einem der vielen Felsen auch mal einen Löwen, der von dort den Überblick über sein Reich behalten will.

Auch in Lobo bleiben wir zwei Nächte, so dass wir einen vollen Tag haben, um diesen nördlichen Teil zu erkunden. Selbst ohne Tiere wäre die Landschaft einen Besuch wert, aber wir erleben wieder einen Tag mit allem, was die Tier- und Vogelwelt der Serengeti zu bieten hat. Immer wieder treffen wir große Herden an Gnus an.

Große Gnuherden streifen durch die Serengeti

Riesige Elenantilopen, unzählige Elefanten, tausende Zebras, ein für ein Foto leider etwas zu weit entfernter Leopard im Baum.

Elenantilope in der nördlichen Serengeti

Der Höhepunkt des Tages kommt am späten Nachmittag, kurz nach Aufbruch von der Lobo Lodge. Ganz dicht an der Piste, zwischen den Felsen, halb in einem grünen Busch versteckt, hockt ein Leopard. Relativ entspannt trotz unserer Nähe lässt er uns viele Minuten lang unsere Speicherkarten mit tollen Katzenbildern füllen.

Leopard auf der Jagd

Nach einer weiteren sehr angenehmen Nacht in der Felsenburg von Lobo wechseln wir über in die Seronera Gegend im Zentrum der Serengeti. Hier sind zwar deutlich mehr Safariautos unterwegs, aber dafür ist die Dichte an Tieren, besonders an Raubkatzen, sagenhaft.

Löwenfamilie in der Serengeti

Immer wieder finden wir größere Gruppen von Löwen, darunter viele Jungtiere in unterschiedlichen Altersklassen sowie stattliche Mähnenlöwen.

Wir sehen viele Jungtiere

Am Ende haben wir nicht nur alle großen Katzen wie Löwe, Leopard und Gepard gesehen, sondern auch noch den eher selten zu beobachtenden Serval.

Der sehr scheue Serval

Aber der wahre Höhepunkt ist unser Camp mitten im Busch, zwischen zwei Hügeln im Zentrum der Serengeti gelegen. So zelten wir mit unzähligen wilden Tieren direkt vor unseren Augen. Am Abend streifen mehrere Hyänen um uns herum; eine versucht sogar, während des Dinners in unser Messezelt zu kommen. Es ist unklar, ob sie etwas von unserem Kotelett ergattern wollte oder nur Schutz vor dem Gewitterregen suchte.

Hyäne nahe unserem Camp

An sich sind die täglichen Regenfälle nicht sonderlich störend, nur einige Pisten sind so langsam nicht mehr befahrbar und unser Aktionsradius wird etwas eingeschränkt. Aber Daniel ist ein extrem erfahrener Fahrer, der uns aus jeder Schlammgrube wieder herausbringt.

Eigentlich möchte hier so schnell niemand wieder weg, aber nach zwei Nächten im Busch durchfahren wir den südlichen Teil der Serengeti, um in die Ngorongoro Conservation Area überzuwechseln. Hier sind die Masai mit ihren Herden aus Kühen und Ziegen überall anzutreffen. Dann müht sich unser Land Cruiser die steile Straße hinauf, bis wir am Rande des berühmten Ngorongoro Kraters angekommen sind. Auch diejenigen, die diesen Ort aus Fotos und Filmen kennen, sind überwältigt.

Blick in den Ngorongoro Krater

Der Kontrast könnte nicht grösser sein: Nach zwei Nächten im Zeltcamp checken wir in ein Drei-Sterne-Hotel ein. Auch wenn wir dem Camp nachtrauern, eine ausgiebige Dusche, ein großes Schlafzimmer – in dieser Höhenlage von fast 2.600 Meter glücklicherweise beheizt – und ein riesiges Buffet zum Abendessen haben auch ihren Reiz.

Auch hier bleiben wir zwei Nächte, weil wir unseren Ausflug hinunter in den Krater ungestört genießen wollen. Das erlaubt es uns, ohne Gepäck, nur mit Kameras und Lunchbox ausgestattet, die wichtigsten Ecken im Krater abzufahren. Auch hier werden wir nicht enttäuscht.

Immer wieder Löwen, Schakale, Hyänen, die sich um Beute streiten, schöne Kronenkraniche und mehrere Dutzend Flusspferde dicht gepackt in einem viel zu kleinen Teich, um den Kuhreiher und Heilige Ibisse versammelt sind.

Der schöne Kronenkranich

Leider haben wir keines der inzwischen rund dreißig Nashörner der Kratergegend gesehen, dafür aber in der klaren, angenehmen Luft ein paar tolle Landschaftsaufnahmen gemacht.

Im Ngorongoro Krater

Dann ist der „wilde“ Teil der Reise beendet, es geht aus einer Höhe von fast 2.600 Meter Stufe für Stufe hinab ins Rift Valley und auf der in den letzten Jahren schön ausgebauten Straße zurück nach Arusha. In Usa River, zwischen Arusha und dem Flughafen gelegen, endet unserer Rundfahrt.

Ich danke allen, die mit mir unterwegs waren, für ihre Begeisterungsfähigkeit und wünsche ihnen, dass auf ihren Speicherkarten alles festgehalten werden konnte, was sie sich erhofft hatten. Es hat unglaublichen Spaß gemacht, „mein“ Tansania mit ihnen zu teilen.

Wenn Sie gemeinsam mit mir Tansania auf einer Fotosafari erkunden möchten, melden Sie sich bei uns – im November geht’s wieder los!