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Veröffentlicht am 20. Juni 2016 von Juan Proll

Paviane am Straßenrand

Wer Paviane lebensecht sehen möchte, geht entweder in den heimischen Zoo oder kommt nach Afrika und besucht Länder wie z.B. Angola, Botswana, Mosambik, Namibia, Südafrika oder Sambia. Hier sind die Tschakma Paviane zu Hause, … gern gesehen von den Touristen, … gemieden von den Einheimischen. Sie verbreiten Freude und Schrecken, zeigen sich scheu oder gefährlich.

Wohl weil sie unter den verschiedenen Pavian-Spezies mit einer Größe von bis zu 115 cm und einem Gewicht von bis zu 31 kg die größte Unterart bilden, werden sie im Deutschen Bärenpavian genannt. Sie leben in Wäldern, Savannen, (Halb)Wüsten und bergigen Regionen. Gegenden, die zumindest Felsen, Hügel oder Bäume haben und ihnen einen geschützten Schlaf ermöglichen.

Ein Urlaub im südlichen Afrika ist kaum möglich, ohne irgendwo auf diese Primaten zu stoßen. In manchen Gegenden säumen sie den Straßenrand wie Unkraut. Sie sitzen dort auf Straßenschildern oder Zaunpfosten oder einfach nur im Gras. Viele Mamis tragen ihren Nachwuchs je nach Alter entweder unterm Bauch oder auf dem Rücken. Und nicht selten sitzen jung und alt schnuckelig beieinander, um sich gegenseitig das Fell von Ungeziefer zu säubern. Es sind beschauliche Eindrücke, die zum Anhalten und Fotografieren einladen.

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Doch der Straßenrand ist ebenfalls ein Ort der Futtersuche. Neben Früchten, Samen, Blüten, Blättern und Fleisch (Reptilien, Vögel, Säugetiere) picken sie gerne auch aus dem Auto Geworfenes auf oder betteln auf Parkplätzen Touristen an. Obwohl sie eigentlich an Nahrung von relativ niedriger Qualität angepasst sind und sich über lange Zeit sogar allein von Gräsern ernähren könnten, sind sie letztlich aber Allesfresser – sofern biologisch verdaubar – und beim besten Willen keine Kostverächter. Tschakmas stürzen sich daher ebenso gerne auf landwirtschaftliche Erzeugnisse der Farmer oder Lebensmittel in Häusern und Fahrzeugen. Den Bauern sind sie deshalb häufig eine Plage und manchen Wohngegenden ein echtes Gräuel.

In der Regel sind Paviane ängstlich genug, um vor Menschen das Weite zu suchen, wenn sie ihnen zu nahe kommen. Aber es gibt Gebiete, so z.B. in der Kapregion Südafrikas, wo man auf Pavian-Truppen stoßen kann, die einem Angst machen. Dort wissen sie in Häuser einzusteigen und Autos zu öffnen, oder sie verwandeln romantische Picknicks in Hitchcock ähnliche Szenarien des Grauens, rauben Essbares und verteidigen sich und ihre Gefolgschaft mit Bissen. Gerade die Eckzähne der Männchen, von denen sich selbst die Löwen beeindruckt zeigen, können dabei böse Löcher hinterlassen.

Große Vorsicht ist hier also geboten!

Doch Bärenpaviane sind auch sehr intelligente Tiere, die zu Größerem berufen sein können.

In Namibia soll es schon Paviane gegeben haben, die als Jungtiere an Ziegen gewöhnt wurden, um sie später als deren Hirten einzusetzen.

In Südafrika gab es dagegen sogar mal einen Pavian namens Jack, der 9 Jahre lang einem beinamputierten Streckenwärter als Assistenten diente, ihn auf seinem Gleistrolley zum Bahnhof schob und sogar die Schalthebel betätigte, um die Weichen umzustellen. Jack durfte sich sogar einer Schrankenwärter-Prüfung unterziehen. Er bestand sie bravourös und wurde daraufhin von der Bahn angestellt. Es heißt, er verdiente fortan 20 Cents pro Tag, tägliche Essensrationen und ein Bier am Samstag. Jack wurde schnell zur lokalen Berühmtheit. Die Menschen hatten ihre helle Freude an ihm und nannten ihn „Jack, the Signalman“. Fotografien im ehemaligen Bahnhof von Uitenhage halten sein Andenken auch weit nach seinem Tod im Jahre 1890 weiterhin aufrecht.