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Veröffentlicht am 13. November 2017 von AK Rönchen

In Tansania trinken Elefanten Sand – oder was ist hier los?

Nicht weit von Tansanias Safarihauptstadt Arusha liegt der Tarangire Nationalpark. Wenn Sie hier auf Safari gehen, werden Sie mit großer Sicherheit die oft riesigen Elefantenherden bewundern können, die zwischen den vielen Baobab-Bäumen stolz durchs goldene Grasland ziehen.

Doch zwischen Juli und Oktober, wenn der letzte Regen schon lange zurückliegt und die Wasserreserven des Parks immer kleiner werden, geschieht etwas Sonderbares: Sobald sich der Tag dem Ende neigt und es kühler wird, wandern Elefantenfamilien zum Tarangire River und versammeln sich im ausgetrockneten Flussbett, um – ja, was genau tun sie da? Um Sand zu trinken?

Knapp daneben. Elefanten nutzen ihren vielseitigen Rüssel, um eine Art Brunnen in den Sand zu buddeln und Wasser unter der sandigen Oberfläche zu extrahieren. Genial! Dank unzähliger Rezeptoren in ihrer langen Nase können die grauen Riesen Wasser aus mehreren Kilometern Entfernung riechen. Sogar, wenn es unterirdisch fließt. Dann nutzen sie einige der über 40.000 Muskeln ihres Rüssels, um nach Wasser zu buddeln und sich anschließend acht bis zehn Liter auf einmal als Durstlöscher in den Mund zu spritzen.

Mit etwas Glück, können Sie sogar die Kleinsten der Herde dabei beobachten, wie sie versuchen, mit ihrem noch ungeübten Rüssel ins Erdreich vorzudringen. Ein so langes Organ zu koordinieren ist genauso schwierig wie Sie es sich vorstellen und junge Elefanten müssen in ihren Kindheitsjahren erst lernen, ihren Rüssel richtig einzusetzen und unter Kontrolle zu halten. Das gucken sie sich bei ihren ausgewachsenen Verwandten ab.

Wenn es sein muss, können Elefanten bis zu vier Tage ohne Wasser auskommen. Normalerweise trinkt ein ausgewachsener Elefant aber fast 200 Liter Wasser pro Tag. Eine ganze Menge, mag man denken, wenn das menschliche Auge weit und breit keinen einzigen Tropfen sieht. Der Tarangire River ist die Lebensader des Nationalparks und führt das ganze Jahr Wasser, doch die Wasserstände variieren saisonal sehr stark. Im Oktober, kurz vor den ersten und langersehnten Regentropfen im November, ist der Fluss an vielen Stellen komplett ausgetrocknet – so scheint es zumindest. Doch Elefanten haben eine erfinderische Methode entwickelt, um nicht nur reguläre Trockenzeiten, sondern auch lange und unerwartete Dürren zu überleben.

Sobald sie weitergezogen sind und noch bevor sich der provisorische Brunnen wieder schließt, ergreifen andere Tiere, die nicht mit dem Wunderwerkzeug Rüssel ausgestattet sind, die Chance und stillen ihren Durst.

Ein Besuch des Tarangire Nationalparks und seiner Elefanten ist vor allem während der Trockenzeit ein ganz besonderes Erlebnis. Hier offenbart die Tierwelt eine ihrer raffinierten Strategien, die uns Menschen staunend zurücklässt.

Wenn Sie die Sand-trinkenden Elefanten des Tarangire Nationalparks selbst erleben möchten, geht’s hier gleich los!