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Veröffentlicht am 2. April 2018 von AK Rönchen

Bernhard und Michael Grzimek: von den Männern, die die Gnus der Serengeti zählten

Mit ihrem Dokumentationsfilm „Die Serengeti darf nicht sterben“ prägten sie das Safaribild einer ganzen Generation. Fotos von ihrem schwarz-weiß gestreiften Dornier-Kleinflugzeug lösen einen unverkennbaren Aha-Moment aus. Bernhard und Michael Grzimek haben eine so bekannte und langandauernde Beziehung mit Tansanias Serengeti wie kaum andere Naturschützer.

Wir schauen uns das Vater-Sohn-Gespann noch etwas genauer an.

Vater Bernhard lernte die deutsche Öffentlichkeit als „Retter“ des Frankfurter Zoos kennen. Nach der Zerstörung des Zoos im Zweiten Weltkrieg etablierte er sich vor allem dank der Hartnäckigkeit und Entschlossenheit Grzimeks als einer der bekanntesten Zoos Europas. Bis in die 1970er Jahre stand der Zoo unter der Leitung Bernhard Grzimeks. Auch die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, eine weltweit angesehene Naturschutzorganisation, leitete Grzimek mehrere Jahrzehnte und verhalf ihr zu Wachstum, Bekanntheit und entscheidenden Erfolgen im Naturschutz.

Besucherzentrum in der Serengeti: Bernhard Grzimek und der erste Präsident Tansanias Julius Nyerere

Während seiner Besuche im Kongo, an der Elfenbeinküste und in Tansania wuchs Bernhard Grzimeks Faszination für den Kontinent und seine Wildtiere. Diese zu schützen kristallisierte sich immer mehr zum Leitthema seines Lebens heraus. Und so nahm er auch seinen Sohn Michael im Teenager-Alter mit auf seine Reisen durch den weitläufigen Kontinent.

Dieser war es auch, der seinen Vater davon überzeugte, sein erfolgreiches Buch „Kein Platz für wilde Tiere“ zu verfilmen. Das Vertrauen, das Vater Bernhard in seinen Sohn setzte, zahlte sich aus. Unerwartet wurde der Film ein großer Erfolg und brachte Geld ein, mit dem beide nicht gerechnet hätten. Diese Gelder wollten die Grzimeks in den Naturschutz investieren und schlugen vor, Land zu kaufen, um die Grenzen der Serengeti zu erweitern und so „mehr Platz für wilde Tiere“ zu schaffen.

Der damalige Direktor der Tanzania National Parks (TANAPA), Peter Molloy, verfolgte jedoch einen anderen Ansatz: Statt das Schutzgebiet zu vergrößern, wollte er zunächst einen Schritt zurück gehen und die Anzahl und Route der Tiere bestimmen. In einem nächsten Schritt könne man basierend darauf die Grenzen der Serengeti anpassen. Und so investierten die Grzimeks die Einnahmen des Films in eines der wichtigsten Forschungsprojekte in der Serengeti, das einen nicht unerheblichen Beitrag zur Artenerhaltung in Ostafrika beitragen sollte.

Die Grzimeks begaben sich in die Lüfte. Vater und Sohn legten die Pilotenprüfung ab und überflogen in ihrem heute berühmten Dornier-Kleinflugzeug die Serengeti. Sie folgten den Migrationsrouten der großen Herden und zählten die Tiere. Dies sollte als Ausgangsbasis für weitere Schutzvorhaben dienen. Ein Vorhaben für das Michael Grzimek mit seinem Leben zahlte. Mit 24 Jahren verunglückte er auf einem Flug tödlich, als ein Geier mit seinem Flugzeug zusammenstieß. 1960, nur ein Jahr nach Michael Grzimeks Tod, gewann der Film, der eine ganze Generation prägte, einen Oscar als „Beste Dokumentation“: „Die Serengeti darf nicht sterben“.

Während die Grzimeks vor allem für ihre Erfolge und unermüdlichen Einsatz im Naturschutz bekannt sind, hatte ihr Einfluss in der Serengeti Region auch nicht unumstrittene Folgen: In den 1950er und 1960er Jahren wurden Masai Communities aus der Gegend der heutigen Serengeti und Ngorongoro Conservation Area umgesiedelt. Mehr Platz für wilde Tiere ließ weniger Platz für die Menschen, die ihre Heimat schließlich verlassen mussten. Ein Ausdruck dessen, wie komplex Natur- und Artenschutz sind, die stets im Kontext zu ihrer Umwelt stehen.

Auf einer Safari durch Tansania können Sie sich selbst daran versuchen, die Gnus, denen die Grzimeks gefolgt sind, zu zählen – am besten auf einer Luft-Safari aus einem Heißluftballon heraus.

Auch im Serengeti Besucherzentrum in der Seronera-Gegend können Sie mehr über die Arbeit der Grzimeks erfahren. Hier geht’s los!