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Selbstfahrertour durch Südafrika

Ein Reisebericht von Evelyn und Hanna Sütterlin, September 2011

Am 12. September 2011 betraten meine Kollegin Evelyn Kürz und ich Hanna Sütterlin den Airbus A380 der Lufthansa, der uns direkt von Frankfurt nach Johannesburg brachte. Gleich nach Annahme des Mietwagens in Johannesburg machten wir uns auf den Weg in das idyllische Städtchen Pretoria.

Ausgeschlafen fuhren wir am nächsten Morgen in Richtung der landschaftlich beeindruckenden Panorama Route. Am späten Nachmittag trafen wir in der aus nur 7 Chalets bestehenden Iketla Lodge in der Nähe von Ohrigstad ein. Den Abend ließen wir bei einem Drei-Gänge-Menü ausklingen und genossen den Ausblick.

Den darauffolgenden Tag nutzten wir intensiv, um die verschiedenen landschaftlichen Sehenswürdigkeiten der Panorama Route, wie God´s Window, Three Rondavels und Bourke`s Luck Potholes, zu erkunden.

Reich an Eindrücken der faszinierenden Landschaft fuhren wir weiter in den Norden nach Phalaborwa. Unser nächstes Ziel war die Sefapane Lodge direkt am Gate zum Krüger Nationalpark gelegen. Zahlreiche Aktivitäten wie Pirschfahrten, Pirschgang, Abendessen im Busch machen den Aufenthalt in der Sefapane Lodge zu einem richtigen Safari Abenteuer.

Über Hoedspruit ging es dann weiter in das private Game Reserve Klaserie. Das Ntambo Three Camp besteht aus 8 Baumhäusern, die durch ihre Höhe einen unvergesslichen Blick auf die Buschlandschaft bieten. Schnell brachten wir unser Gepäck ins Zimmer, um sogleich das Reserve mit dem Fahrzeug zu erkunden. Mit vielen Elefanten-, Giraffen-, und Antilopenbildern kehrten wir zurück ins Camp, wo schon das Abendessen auf uns wartete. Alle Gäste der Lodge aßen gemeinsam zu Abend, so konnten wir die Pirschfahrt noch einmal gemeinsam Revue passieren lassen.

Das nächste Ziel war das Timbavati Game Reserve. Das Timbavati Game Reserve ist für seinen Reichtum an Wildkatzen bekannt, was während unseren Safaris auch bestätigt wurde. Zuerst checkten wir aber in der sehr gehobenen Unterkunft Kings Camp ein. Kurze Zeit später saßen wir in einem Safari Fahrzeug der Lodge und hatten das Glück die seltenen Wildhunde zu sehen. Auf dem Game Drive am nächsten Tag beobachteten wir sogar einen Leoparden beim Jagen.

Begeistert von unserem Glück verließen wir das Timbavati Game Reserve und steuerten unser nächstes Ziel an: das weltbekannte Sabie Sand Game Reserve. Das Cheetah Plains Lodge, eine ebenfalls aus nur 8 Bungalows bestehende Unterkunft, war für diese Nacht unser Zuhause. Das Abendessen wurde uns im stilvoll dekorierten Essbereich serviert, welcher einen Blick auf einen Staudamm bietet.

Am frühen Morgen wurden wir mit Kaffee und Gebäck geweckt bevor unsere Safari noch im Morgengrauen startete. Das frühe Aufstehen wurde durch eine Leopardenmutter mit ihren Jungen belohnt.
Gestärkt durch einen reichhaltigen Brunch nach dem Morning Game Drive verließen wir das Sabie Sand Game Reserve und fuhren über Hazyview und Nelspruit nach Swaziland. Über den Piggs Peak Pass, landschaftlich sehr beeindruckend, fuhren wir in Richtung Manzini. Schnell bemerkt man den starken Kontrast zu Südafrika. Das ländliche Königreich ist noch sehr ursprünglich, geprägt von vielen kleinen Dörfern und Waldlandschaft. Swaziland gilt auch als Souvenir Paradies mit seinen berühmten Swazi Candles. In einer Ananasplantage befindet sich das Umdoni Guesthouse. In der kleinen und sehr schönen Unterkunft haben wir uns sofort wohlgefühlt. Wir besuchten einen traditionellen Markt bevor wir Swaziland am folgenden Tag verließen.

Unser nächstes Ziel war das Itala Nature Reserve. Besonders beeindruckend war die hügelige und abwechslungsreiche Landschaft, die wir auf den zahlreichen Rundwegen erkundeten. Übernachtet haben wir in einem der rustikalen Chalets des Ntshondwe Camp.
Am nächsten Morgen ging die Reise weiter zur Elephant Coast, nahe der mosambikanischen Grenze. Die schöne Unterkunft Rocktail Beach Camp ist mitten im Kosi Bay Forest gelegen, so dass ein Allrad-Transfer von einem Parkplatz zum Camp erforderlich ist. Die unberührte Natur, der weiße Sandstrand und die Stille machten diesen Aufenthalt zu einem Highlight. Untermalt wurde das Ganze von dem schönen, feststehenden Zeltcamp, dass sehr großzügig und komfortabel gestaltet ist und einen freien Blick auf das Meer bietet. Von den vielen Aktivitäten, die vom Camp aus angeboten werden, entschieden wir uns für eine Whale Watching Tour. Mit einem Schlauchboot fuhren wir auf das offene Meer und hielten Ausschau nach den Meeresriesen. Nach nur wenigen Minuten entdeckten wir eine Wasserfontäne und vorsichtig näherten wir uns den Walen bis auf einige Meter. Diese Meerestiere von einer so nahen Distanz beobachten zu können, ist ein einmaliges Erlebnis.

St. Lucia, ein Ort im „The Greater St. Lucia Wetland Park gelegen“, war unser nächster Halt. Der Ort ist nur über eine Brücke zu erreichen, da er durch das Estuary vom Festland getrennt wird. Am Abend der Ankunft besuchten wir eines der zahlreichen Restaurants, bevor wir am nächsten Morgen eine Bootsfahrt auf dem Estuary unternahmen. Vom Boot aus konnten wir Krokodile und Flusspferde beobachten. Am Nachmittag unternahmen wir noch eine Pirschfahrt im Maphelana Nature Reserve, wo wir eine große Giraffen Herde, Nashörner und Zebras entdeckten. An unserem letzten Morgen in St. Lucia machten wir einen Ausflug zum Cape Vidal. Die Fahrt führte durch einen weitläufigen Nationalpark mit endloser Landschaft. Von verschiedenen Aussichtspunkten bot sich die Gelegenheit, zahlreiche Tierherden in der schönen Landschaft zu beobachten. Am Cape Vidal angekommen, spazierten wir entlang des weiten und verlassenen Sandstrands.

Unsere Reise ging weiter nach Umdloti, ein Ort der kurz vor Durban liegt. Umdloti ist ein kleiner überschaubarer Ort und das Fairlight Beach House liegt direkt am Strand und ist daher ein idealer Ort, um zur Ruhe zu kommen und die zahlreichen Eindrücke unserer bisherigen Reise, setzen zu lassen.

Dieser Tag brachte uns ins Landesinnere Südafrikas in die beeindruckenden Drakensbergen. Das Antbear Gueshouse liegt auf einer großen Farm mit Blick auf die Drakensberge. Die Zimmer sind mit viel Liebe individuell eingerichtet und jedes Möbelstück aus Handarbeit gefertigt. Den Nachmittag verbrachten wir damit, die Umgebung der Farm zu erkunden.

Am nächsten Tag widmeten wir dem Royal Natal Nationalpark, der circa eine Stunde Fahrt entfernt liegt. Es war wirklich beeindruckend, das sogenannte Amphitheater in dem bewaldeten Gebirge zu sehen und ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Nach dem Besuch im Royal Natal Nationalpark verließen wir Südafrika und fuhren über die Caledonspoort Grenze in das Königreich Lesotho. Gleich nachdem wir die Grenze überquert hatten, bemerkten wir, dass Lesotho noch sehr viel ursprünglicher und lange nicht so touristisch erschlossen ist wie Südafrika. Vorbei an zahlreichen Dörfern und Hirten mit ihren Schafherden machten wir uns auf den Weg in den Tsehlanyane Nationalpark. In unserer Unterkunft Maliba Mountain Lodge ließen wir den Abend gemütlich bei einem hervorragenden Essen der Lodge ausklingen.

Unser Frühstück am nächsten Morgen nahmen wir auf der großzügigen Terrasse des Haupthauses mit Blick auf die gewaltigen Berge ein. Wir konnten jedoch nicht lang still sitzen und mussten unbedingt einen der zahlreichen Wanderpfade ausprobieren. Nach der Wanderung waren wir völlig erschöpft, aber zufrieden mit unserer Leistung. Wir ließen uns ins Auto fallen, um unsere Reise weiter in Richtung Malealea fortzusetzen. Malealea ist ein kleiner Ort weiter südlich in Lesotho. Hier übernachteten wir in einem Backpacker mit dem Namen Malealea Lodge.

Den ersten Tag verbrachten wir mit einer langen Wanderung durch Flussbetten, über Weiden und Felsen bis zu einem wunderschönen Wasserfall mit kristallklarem Wasser. Es war ein Anblick, welcher all unsere Anstrengungen auf der Wanderung gutmachte. Am Abend besuchten wir einen Auftritt eines traditionellen Chors des Dorfes. Anschließend aßen wir gemeinsam mit anderen Gästen im Gemeinschaftsraum zu Abend.

Am nächsten Morgen war frühes Aufstehen angesagt, denn ein langer Fahrtag lag vor uns. Wir verließen Lesotho und kehrten wieder nach Südafrika zurück. Durch die einsame, Hügel Landschaft bahnten wir uns unseren Weg bis an die Küste Südafrikas. Nach etwa 9 Stunden Fahrt erreichten wir schließlich den kleinen Ort Cintsa nordöstlich von East London. Den folgenden Tag verbrachten wir damit, den kleinen Ferienort zu erkunden, Spaziergänge am langen Sandstrand zu unternehmen und in unserer Unterkunft, der Crawford’s Beach Lodge, zu entspannen.

Nach einem kurzen Abstecher nach East London ging unsere Reise weiter in Richtung Westen. Wir besuchten die beiden privaten Game Reserves Kariega und Amakhala und fuhren anschließend weiter nach Kirkwood, dem Gemeindesitz der Region Sunday’s River Valley, dessen Hauptattraktion der Addo Elephant Nationalpark ist. Am nächsten Tag unternahmen wir einen Tagesausflug in diesen Nationalpark, der für seine großen Elefantenherden bekannt ist. Aber leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung: bei strömendem Regen konnten wir auf unserer Rundfahrt durch den hügeligen Park nur einen Elefanten in der Ferne erspähen, auch die anderen Tiere hielten sich überwiegend versteckt.

Unsere Route brachte uns an die Küste nach Port Elizabeth und weiter in Richtung Westen. Unser nächstes Ziel war die Oyster Bay Lodge, ein weiteres Highlight unserer Reise. Fernab von Trubel und umgeben von Farmland liegt die Lodge idyllisch in einem wunderschönen Küstenschutzgebiet an einem unberührten Küstenabschnitt zwischen Tsitsikamma Nationalpark und Jeffrey’s Bay. Am Nachmittag erkundeten wir zu Fuß dieses private Schutzgebiet mit seinen Dünen, Buschwäldern, einer Lagune und einem privatem Sandstrand.

Leider mussten wir uns am nächsten Tag schon wieder verabschieden, es ging weiter über Plettenberg Bay nach Knysna. Die besondere Lage an der Lagune zwischen Meer und Bergen machte Knysna zu einem beliebten Ferienort. Wir erkundeten die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten. Bei einem köstlichen Abendessen in einem Restaurant mit Blick auf die Lagune ließen wir schließlich den Tag gemütlich ausklingen.

Unser nächster Stopp war Wilderness. Dieser kleine, verschlafene Erholungsort trumpft auf mit seinen Naturschönheiten: kilometerlanger Sandstrand, eine malerische Lagune, Seen, Flüsse, und dichte Bergwälder. Wir übernachteten im Mes Amis Gästehaus, das auf einer Anhöhe direkt am Meer liegt und fantastische Ausblicke bietet.

Von Wilderness fuhren wir auf der beeindruckenden Seven Passes Road bis nach George. Von George ging es dann weiter in die Kleine Karoo nach Oudtshoorn. Von hier aus unternahmen wir eine Rundfahrt über De Rust und durch die beindruckende, etwa 20 km lange Meiringspoort Schlucht, die durch die Swartberge führt. Über den kurven- und aussichtsreichen Swartberg Pass ging es dann wieder zurück nach Oudtshoorn. Wir besuchten auch die Cango Caves und erforschten auf einer Abenteuertour die schmalen Tunnel und kleinen Kammern dieses Höhlensystems.

Unsere Reise führte uns von Oudtshoorn weiter auf der imposanten und landschaftlich reizvollen Route 62 durch die Kleine Karoo bis nach Montagu, das mit seinen vielen viktorianischen und kapholländischen Gebäuden malerisch in einem Talkessel liegt und als Grenze zwischen dem Weinanbaugebiet und der Kleinen Karoo gilt.

Unser nächstes Ziel war Hermanus. Dieser Ort ist besonders während der Walsaison aufgrund der guten Beobachtungsmöglichkeiten vom Festland aus bei Touristen sehr beliebt. Wir besuchten das Fernkloof Nature Reserve mit seiner vielfältigen und einzigartigen Pflanzenwelt und unternahmen eine kleine Wanderung. Wir fuhren auf dem Rotary Drive und genossen den spektakulären Ausblick auf Hermanus und Umgebung. Außerdem spazierten wir entlang des Klippenpfades und hatten das Glück, Wale zu beobachten, die sich nur wenige Meter von der Küste entfernt im Meer tummelten.

Von Hermanus nahmen wir die Küstenstraße bis Gordon’s Bay, Tagesziel war Kapstadt. Immer wieder boten sich faszinierende Ausblicke auf das Meer und die felsige Küste. Bei Betty’s Bay legten wir einen Zwischenstopp ein, um der Pinguinkolonie beim Stoney Point einen Besuch abzustatten. Auf einem erhöhten Holzsteg kann man entlang der Küste spazieren und die Brillenpinguine beim schlafen, sonnen, watscheln oder schwimmen beobachten.

Aufgrund früherer Besuche fiel ein Aufenthalt der Mutterstadt Südafrikas diesmal nur kurz aus. Dieses Mal konzentrierten wir uns lediglich auf den Vorort Camps Bay unterhalb des Tafelbergs. Camps Bay besticht mit seiner palmengesäumten Bucht und schönem Sandstrand, seiner schicken Promenade und guten Restaurants, die sowohl bei den Einheimischen als auch bei den Touristen sehr beliebt sind.

Die letzte Station unserer Reise war das Weinanbaugebiet rund um Stellenbosch. Wir besuchten die Matjieskuil Farm, auf der eigener Wein produziert wird und besichtigten das dazugehörige Hawksmoor House, von dem wir beide gleichermaßen beeindruckt waren. Wir fuhren nach Stellenbosch und erkundeten die zweitälteste Stadt Südafrikas, die aber auch zugleich quirlige Studentenstadt ist. Auch das reizende und sehr gemütliche Franschhoek durfte auf unserem Besichtigungsprogramm nicht fehlen. Nach einer letzten Übernachtung in Somerset West hieß es dann leider Abschied nehmen. Am Flughafen von Kapstadt gaben wir unseren Mietwagen ab und flogen mit einer Maschine von Kulula.com nach Johannesburg, um dort unseren Rückflug mit Lufthansa nach Deutschland anzutreten.

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