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Nass geworden: zur Regenzeit an den Victoria Falls in Sambia

Ob Simbabwe oder Sambia, Regen- oder Trockenzeit, es gibt viele Ratschläge, wann und wo man die berühmten Victoria Falls am besten besucht. Doch egal, auf welcher Seite Sie am Ende stehen und zu welchem Monat Sie die Wasserfälle erleben: Es wird imposant.

Und es bleibt nicht beim imposanten Anblick: Auf verschiedenen Wegen und kleinen Wanderungen kann man die sambischen Fälle erkunden und die Perspektive wechseln.

 

Der „Photography Trail”

Zwischen März und April laufen die Vic Falls wortwörtlich zu Höchstform auf: Bis zu 10.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde donnern mehr als hundert Meter in die Tiefe. Die Gischt gibt den Fällen selbst und dem sie umschließenden Nationalpark ihren Namen: Mosi-Oa-Tunya, der donnernde Rauch.

Bei einem Spaziergang entlang des „Photography Trails“, einem Wanderpfad, der auf Augenhöhe mit den Fällen die besten Ausblicke für Fotos gewähren soll, wird zu dieser Jahreszeit schnell klar: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.

Das ist bei genauerem Hinschauen jedoch eine absolute Übertreibung, denn obwohl die Wasserfälle selbst hinter einem Vorhang aus Wasser verschwinden, beeindrucken der üppige Wald, scharfe Felsen und reißende Strudel am Fuße der Wasserfälle. Und da geht es als nächstes hin: zum „Boiling Point“.

 

Der „Boiling Point”

Über einen steilen und steinigen Pfad geht es hinab zum „Boiling Point“, dorthin, wo sich die Wassermassen nach ihrem tosenden Sturz hinab der Fälle sammeln und zu reißenden Strudeln werden, bevor sie den Sambesi hinunterrauschen.

Ungefähr eine halbe Stunde laufen Sie langsam durch den üppigen Wald. Nehmen Sie unbedingt Wasser mit; bei feuchtheißer Luft weiß man schnell nicht mehr, ob Schweiß oder Wassertropfen auf der Stirn sitzen. Essen hingegen sollten Sie auf keinen Fall in Ihrem Rucksack haben. In den Bäumen leben Paviane, die wenig scheu und nicht immer freundlich auf Touristen zukommen, um zu sehen, ob sie Nüsse oder Sandwiches erbeuten können.

Der Weg ist nicht immer eben, teilweise müssen Sie über Stock und Stein krackseln und durch die Gischt ist es rutschig, doch es lohnt sich: Unten angekommen eröffnet sich eine ganz neue Sicht auf die Victoria Falls Bridge über dem Sambesi.

Finden Sie einen sicheren Platz nahe dem Wasser – hier können Sie sich in ein Gästebuch des Parks eintragen – nehmen Sie sich einen Moment Zeit und folgen Sie den tosenden Wassermassen mit den Augen den Sambesi hinab.

 

Die „Knife-Edge-Bridge“

Das Aufregendste zum Schluss! So nah wie auf der „Knife-Edge-Bridge“ kommen Sie sonst nirgends an die Wasserfälle heran. Hoch über dem Sambesi überquert man den Fluss mit direkter Sicht auf die Fälle. Zur Regenzeit steht das Wasser auf der Brücke, aber das Sicherheitsgeländer bietet guten Halt. Trocken kommt hier allerdings niemand weg. Auch Ihre Kamera verstauen Sie besser wasserdicht im Rucksack.

Übrigens: Wer Höhenangst hat und sich nicht auf die Brücke traut, hat auch von den Aussichtsplattformen vor der Brücke einen tollen Ausblick auf die Wasserfälle.

Praktische Tipps:

  • Wenn Sie genügend Zeit haben, laufen Sie zuerst den „Photography Trail“ entlang und wandern dann hinab zum „Boiling Point“. Sparen Sie die „Knife-Edge-Bridge“ bis zum Schluss auf, um die anderen Wege halbwegs trocken zurückzulegen – denn hier werden Sie garantiert nass.
  • Die meisten Besucher tragen Flipflops. Diese eignen sich zwar weniger für die kurze jedoch rutschige Wanderung bis zum „Boiling Point“, sind aber ansonsten das beste Schuhwerk, da nasse Turnschuhe schnell unbequem werden.
  • Wenn Sie nicht extra eine Regenjacke mitbringen wollen, können Sie sich vor Ort ein Regencape leihen.
  • Am besten trocknet es sich nach diesem nassen Erlebnis bei einer Cola im Café nahe der „Knife-Edge-Bridge“. Die kostet in Sambia auch an einem UNESCO-Weltkulturerbe nur schlappe 50 Cent.
  • Der bekannte „Devils Pool“, ein natürlicher Swimming-Pool am Rande der Klippe, ist zur Regenzeit aufgrund der starken Strömung und der Wassermassen geschlossen.
  • Um die Victoria Falls ausgiebig zu erkunden, sollten Sie ungefähr vier Stunden einplanen.

Ein Besuch bei den Victoria Falls – egal zu welcher Jahreszeit, es wird ein Erlebnis fürs Familienfotoalbum. Hier geht’s los!

Ann-Kristina Rönchen

Ann-Kristina lebt seit 2012 in Südafrika und schreibt von Kapstadt aus über Reise- und Naturthemen aus dem südlichen und östlichen Afrika. Während ihres Studiums lebte sie in Lettland, Kenia, Thailand und Südafrika, wo sie schließlich ihr Politik- und Soziologiestudium abschloss. Im bunten Kapstadt ist sie nun zu Hause, packt aber bei der nächstbesten Gelegenheit gleich Zelt und Wanderschuhe ein, um die Natur des Western Capes zu genießen.

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