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Mit dem Mietwagen durch Namibia: Was Sie wissen sollten, bevor es losgeht!

Auf einem Roadtrip durch Namibia gibt es viel zu entdecken und Teil des Abenteuers ist es, nicht auf jede Eventualität vorbereitet zu sein. Ein paar grundlegende Regeln zu beachten, ist trotzdem wichtig, denn ein Roadtrip durch Namibia ist keine Sonntagsfahrt durch den Schwarzwald.

Generell gilt in diesem pragmatischen Teil der Erde aber: „We will make a plan.“ Wir machen einen Plan und finden eine Lösung.

Was es zu beachten gibt, um nicht in die Verlegenheit eines Plan Bs zu kommen, haben wir hier für Sie zusammengetragen:

Was muss unbedingt in den Koffer – die Basics

 

Kleidung – bequem unterwegs

Auf langen Autofahrten gilt natürlich vor allem die Faustregel: bequem muss es sein! Zu enge Jeans kann in der Wüste keiner gebrauchen. Trotz hoher Temperaturen sollten Sie flatternde, kreischend bunte Sommerkleidchen aber auch zu Hause lassen: Bunte Kleidung ist nicht unbedingt empfehlenswert, wenn man wilde Tiere beobachten will. Den Schritt zur Tarnkleidung sollten Sie aber auch vermeiden, da es hier Probleme mit den örtlichen Staatsvertretern geben kann. Zum Schutz vor Mückenstichen – und somit als wichtigste Vorbeugung gegen Malaria – sollten Sie in den Morgen- und Abendstunden langärmelige Oberteile und lange Hosen tragen. „Bei der Hitze lange Sachen?“, fragen Sie jetzt? Sobald die Sonne untergeht, wird es frisch in Namibia! Auch dünne und luftdurchlässige Materialien helfen gegen Hitze und Mücken.

Die Taschenlampe

Wenn Sie in einer europäischen Großstadt leben, werden Sie überrascht sein, wie finster der Abend und die Nacht hier draußen sind, denn außerhalb der Städte ist die „Lichtverschmutzung“ sehr gering. Auch wenn Sie nachts eigentlich nicht mehr auf den Straßen unterwegs sind, sondern den Sternenhimmel genießen, ist eine Taschenlampe empfehlenswert. Mit einer Stirnlampe auf dem Kopf haben Sie nicht nur den Durchblick, sondern auch beide Hände frei. Ersatzbatterien nicht vergessen! Allen anderen ist eine Reise bei Vollmond zu empfehlen.

Hut, Sonnencreme und Sonnenbrille

Na klar, denken Sie, das habe ich im Urlaub sowieso immer dabei. Wir können aber nicht oft genug darauf hinweisen, wie wichtig Sonnenschutz im südlichen Afrika ist, denn die Sonnenstrahlen sind hier besonders intensiv. Ob bewölkt oder wolkenfrei: Hut, Sonnencreme und Sonnenbrille sind immer dabei. Es lohnt sich übrigens, in eine gute Sonnenbrille zu investieren, denn Brillen ohne integrierten UV-Filter schaden mehr, als dass sie nützen. Dunkle Gläser ohne UV-Filter gaukeln den Augen Schutz vor, die Pupillen weiten sich und bieten somit noch mehr Angriffsfläche für schädliche UV-Strahlen, als wenn Sie gar keine Sonnenbrille tragen.

Der Erste-Hilfe-Kasten

Zwar sollte in Ihrem Mietwagen ein Erste-Hilfe-Kasten sein, doch kann es sinnvoll sein, seinen eigenen Vorrat an Verbandsmaterialien mitzubringen. Denken Sie daran, Ihre persönlichen Medikamente oder auch Kontaktlinsen für die gesamte Zeit dabeizuhaben.

Schutz für die Kamera gegen Wüstensand

Namibia ist Wüstenland, spektakuläre Fotos sind also beinahe garantiert. Spektakulär ist aber auch, in welch kleine Ritzen Ihrer Kamera sich der feine Sand einnisten wird, wenn Sie sie nicht schützen. Verstauen Sie Ihre Kamera deshalb immer direkt wieder in einer geschlossenen Kameratasche, haben Sie ein achtsames Auge auf Ihr Objektiv und reinigen es regelmäßig und schließen Sie unterwegs alle Fenster, wenn Sie hinter einem anderen Fahrzeug fahren oder vorbeifahren.

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Tipp: Statt durch die Linse lohnt sich oft auch ein Blick durch das Fernglas! Unbedingt einpacken!

Der Rockstar der Tour – Ihr Auto

 

Der Mietwagen: SUV oder Kleinwagen

Die Wahl des richtigen Mietwagens ist wohl mindestens so wichtig wie die Wahl der richtigen Unterkunft. In Ihrem Auto werden Sie so einige Stunden verbringen. Die Hauptstraßen, die den Süden und Norden Namibias verbinden, sind geteert und viele andere Straßen sind gut planierte Schotterpisten. In der Trockenzeit können Sie diese Strecken auch mit einem Kleinwagen meistern. Ein SUV ist jedoch gut investiertes Geld, da sich das Mehr an Beinfreiheit, Stauraum und Fahrkomfort spätestens ab Tag 3 bemerkbar machen wird.

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Die Reifenpanne wird kommen – seien Sie vorbereitet

Die Führerscheinprüfung liegt nun schon ein paar Jährchen zurück und der europäische Stadtverkehr bringt Reifen auch nicht der Reihe nach zum Platzen. Wenn Ihre letzte Reifenpanne also schon eine Weile zurückliegt, üben Sie lieber noch einmal für den Ernstfall. Denn wenn in Namibia der Reifen platzt und weit und breit nur Antilopen zur Hilfe parat stehen, wollen Sie nicht in Bedrängnis kommen. Schauen Sie bei der Mietwagenannahme deshalb auch nach, dass mindestens ein Ersatzreifen im Auto ist.

Tanken Sie, wenn Sie tanken können

Die unberührte Weite, auf die Sie sich in Namibia freuen können, bedeutet auch genau dies: Weit und breit nichts außer atemberaubender Landschaft. Im Fall eines leeren Tanks hilft Ihnen diese jedoch nicht weiter. Tanken Sie deshalb voll, wenn Sie volltanken können. Checken Sie auch jedes Mal den Öl- und Wasserstand des Autos; definitiv jedoch, wenn Sie „off road“ gefahren sind. In Namibia wird Ihnen ein Tankwart das Tanken abnehmen. Hier ist es üblich, bis zu 10 NAD als Trinkgeld zu zahlen.

An Tankstellen, genau wie in kleineren Städten, kann man oft nicht mit EC- oder Kreditkarte zahlen. Haben Sie immer genügen Bargeld auch in kleinen Scheinen dabei!

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Parken auf öffentlichen Parkplätzen

Gleiches gilt für die „Car Guards“: Auf öffentlichen Parkplätzen wird ein inoffizieller „Car Guard“ signalisieren, dass er während Ihrer Abwesenheit ein Auge auf Ihr Auto hat und Sie beim Parken ein- und auswinken. Ein Trinkgeld von ca. 5 NAD ist üblich, aber freiwillig. Eine wichtige Regel sollten Sie jedoch verinnerlichen: „Stash it, don’t flash it!“, was bedeutet: Lassen Sie keine Wertsachen sichtbar im Auto zurück, sondern verstauen Sie sie im Kofferraum. Nachts sollten keinerlei Gegenstände im Auto sein.

Immer im Blick: Der Autoschlüssel

Denn einen Reifen zu wechseln kann man zu Hause üben. Seinen Mietwagen aufzubrechen oder auf den Schlüsseldienst zu warten, weil man seinen Autoschlüssel im Sand verloren hat, wird die Reisefreude wohl trüben.

Tipps für unterwegs

 

  • Auch wenn Sie ein Navi dabeihaben, ist es sinnvoll eine detaillierte Straßenkarte einzupacken. Und diese sollten Sie nicht erst in Namibia aufklappen, sondern sich schon zu Hause einen guten Überblick über die Hauptverbindungsstraßen schaffen.
  • Wer zuerst kommt, fährt zuerst, oder: 4-Way-Stops. An Kreuzungen ohne Ampeln steht an jeder Zufahrt ein Stoppschild. In der Reihenfolge, in der man angekommen ist, darf man auch weiterfahren. Wagen Sie sich ruhig vorsichtig vorwärts! Blickkontakt zu den anderen Fahrern klärt letzte Zweifel.
  • Planen Sie Ihren Tag so, dass Sie vor Sonnenuntergang an Ihrer Unterkunft ankommen. Im Dunkeln übersehen Sie Tiere leichter, die plötzlich vor Ihr Auto springen. Sich nachts zu verfahren ist in einem dünn besiedelten Land wie Namibia ein Abenteuer, auf das man verzichten sollte.
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  • Um in Namibia Auto fahren zu dürfen, brauchen Sie einen Führerschein in englischer Sprache. Wenn Sie also nur einen deutschen Führerschein haben, reicht dieser nicht aus; Sie müssen zusätzlich einen internationalen Führerschein dabeihaben.
  • Sollten Sie ein Gatter öffnen, schließen Sie es wieder, sobald Sie durchgefahren sind! So ersparen Sie dem Farmer viel Ärger und die Suche nach seinem Vieh.
  • Wenn Sie viel „off road“ fahren, können Sie einen Müllsack über ihren Koffer stülpen. Das sieht zwar nicht schick aus, schützt aber vor Staub. Wichtig: Verwenden Sie den Müllsack nachher auch als solchen und werfen ihn nicht unbenutzt in den Müll.
  • Am besten jedoch: Vermeiden Sie Müll, wo immer es geht! Mit einem kleinen Vorrat an Stoffservierten, Camping-Besteck, Tupperbehältern und Einkaufsbeuteln gehen Sie schon einen großen Schritt. Bringen Sie eine Camping-Kaffeetasse mit. Wenn Sie sich unterwegs einen Kaffee zum Mitnehmen kaufen, können Sie diese statt der Einweg-Kaffeebecher verwenden und produzieren so weniger Müll.
  • Wasser, Wasser, Wasser: Trinken Sie regelmäßig und viel. Vermeiden Sie kleine Plastikflaschen und kaufen Sie Wasser lieber in großen Behältern auf Vorrat. Auch so produzieren Sie weniger Müll.
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  • Wer viel Wasser trinkt, muss es auch irgendwo lassen. Deshalb: Haben Sie immer eine Rolle Toilettenpapier dabei. Die öffentlichen Toiletten sind zum einen nicht immer in Reichweite, zum anderen nicht immer einladend. Bereiten Sie sich deshalb im Kopf schon darauf vor, auch mal hinter den Busch zu gehen. Benutztes Toilettenpapier bitte mitnehmen oder einbuddeln!
  • Die Stille zu genießen ist das Eine, doch bringen Sie zusätzlich CDs, Audiobücher oder Podcasts mit. Auf guten Radioempfang sollten Sie sich lieber nicht verlassen.
  • Sie müssen und sollten nicht jeden Ihrer Stopps bei Facebook teilen, aber geben Sie einem Freunde oder der Familie regelmäßig Ihren Standort durch. Handyempfang ist in den abgelegenen Teilen des Landes nicht gewährleistet, deshalb ist es auch hier gut, im Voraus zu planen.

Eine Bitte: Namibia ist ein sehr trockenes Land, Wasser ist knapp. Gehen Sie deshalb auf Ihrer Reise durch dieses wunderschöne Land sparsam mit dieser wertvollen Ressource um.

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise!

Ann-Kristina Rönchen

Ann-Kristina lebt seit 2012 in Südafrika und schreibt von Kapstadt aus über Reise- und Naturthemen aus dem südlichen und östlichen Afrika. Während ihres Studiums lebte sie in Lettland, Kenia, Thailand und Südafrika, wo sie schließlich ihr Politik- und Soziologiestudium abschloss. Im bunten Kapstadt ist sie nun zu Hause, packt aber bei der nächstbesten Gelegenheit gleich Zelt und Wanderschuhe ein, um die Natur des Western Capes zu genießen.

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