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Meine erste Reise nach Tansania

„Karibuni sana“ (Herzlich willkommen), liebe Afrika-Freunde!

Es war der 3. März und für mich allerhöchste Zeit, endlich meine Koffer zu packen, denn schon am nächsten Tag ging es für mich nach Tansania. Ehe ich mich versah, saß ich auch schon im Flieger von Ethiopian Airlines. Von Frankfurt aus über Addis Abeba erreichte ich dann den Kilimanjaro Airport in Tansania.

Nachdem ich die ganzen Einreiseformalitäten hinter mich gebracht hatte, traf ich meinen Fahrer, welcher bereits auf mich wartete und mich herzlichst empfing. Es fällt mir schwer, die erste Fahrt in Tansania in Worte zu fassen. Wie war mein Eindruck? Was ist anders? Wie empfinde ich es? Das waren mitunter Fragen, die ich mir zu diesem Zeitpunkt selbst gestellt hatte. Ich sah die zahlreichen Massai am Straßenrand mit ihren Rindern und Ziegen oder kleine Stände, an denen Einheimische versuchten, ihre Waren zu verkaufen. Bilder, die man sonst nur aus dem Fernseher kannte, sah ich nun selbst mit eigenen Augen. Ein unbeschreibliches Gefühl.

Nach einer ca. einstündigen Fahrt war ich dann am Keys Hotel in Moshi angelangt und lernte als erstes unseren Mitarbeiter Christian (besser) kennen. Christian ist speziell für unsere Trekkingtouren zuständig und lebt selbst schon eine Weile in Tansania. Meine Mitreisende und Kollegin Jessica traf ich ebenfalls im Hotel. Somit waren alle an Bord und die Reise in Tansania konnte beginnen.

Die erste Nacht war vorbei und ich hatte ausgezeichnet geschlafen. Nach einem hervorragenden Frühstück wurden wir dann im Hotel abgeholt und in das nächste Hotel gebracht, das Sal Salinero Hotel. Zwischendurch hatten wir noch die Gelegenheit, mit unserem Fahrer die Kleinstadt Moshi ein wenig zu besichtigen. Wir besuchten den lokalen Markt („Sokoni“) und ich für mein Teil konnte kaum glauben, was dieser Markt zu bieten hatte. Er war nicht so groß wie ich es mir vorgestellt hatte, aber bot reichlich Früchte, Gewürze und Lebensmittel, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte.

Am nächsten Tag kam uns Christian im Hotel besuchen, um mit uns die wichtigsten Informationen für die anstehende Kilimanjaro-Besteigung auf der Marangu Route durchzusprechen. Nach einem tollen Lunch und späteren Abendessen war es höchste Zeit ins Bett zu gehen, um genügend Kraft für den nächsten Tag tanken zu können.

Am nächsten Morgen starteten wir endlich. Zunächst versammelten wir uns mit unseren Guides am Gate, wo die Registrierung vorgenommen wurde. Nun konnte sie also starten, die Besteigung des höchstens Bergs Afrikas (5895 m). Entgegen meiner Erwartung konnten wir zu Beginn der ersten Etappe sogar in T-Shirts und kurzer Hose laufen und kamen recht schnell voran. Doch mit zunehmender Höhe wurde es dann doch kühler und spätestens am zweiten Tag nahmen wir uns das „Pole-pole“ (= Suaheli für langsam, langsam) unseres Berg-Guides Kundeli zu Herzen und verlangsamten unser Tempo deutlich. Umso mehr waren sowohl meine Kollegin als auch ich über die zahlreichen Porter (Träger) erstaunt, die samt dem ganzen Gepäck grinsend, singend und mit hohem Tempo an uns vorbeizogen.

Die erste Etappe war noch von einer grünen und stark bewachsenen Umgebung geprägt. Mit jedem Höhenmeter schien sich das Landschaftsbild allmählich zu ändern und die üppig bewachsene Landschaft entsprach nun mehr einer Moorlandschaft. So zog es sich Etappe für Etappe immer weiter. Zwar wurden die Beine immer schwerer und die Luft etwas dünner, doch schon jetzt war der Ausblick vom Berg aus einfach unbeschreiblich schön.

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Sichtlich angeschlagen, aber ebenso glücklich, erreichten wir am vierten Tag die Kibo Hut auf ca. 3970 Höhenmeter. Hier sollten wir ein letztes Mal übernachten, ehe wir gegen Mitternacht und mit Stirnlampe gerüstet in Richtung „Uhuru Peak“ (Name des Gipfels) marschierten. Den Ausblick, den man vom Gipfel aus eigentlich zu sehen bekommt, ist den Bildern zufolge einmalig. Leider hatten wir einen der seltenen Tage erwischt, an denen es geschneit und gestürmt hatte. Mein sonst heller 5-Tage-Bart glich zu diesem Zeitpunkt eher dem des Weihnachtsmannes. Der Wille war dennoch zu groß, als dass uns der Schnee und die Kälte aufhalten konnten. Wir schleppten uns Meter für Meter weiter zum Gipfel und können heute stolz behaupten, die kompletten 5895m bestiegen zu haben. Beweisfoto folgt:

Uhuru-Peak

Trotz mittelmäßiger Sicht vom Gipfel war es ein unbeschreibliches Gefühl. Als wir den Berg dann recht schnell wieder hinabstiegen, wich die Enttäuschung der schlechten Sicht schnell dem Stolz, es überhaupt geschafft zu haben. Fazit: Es war jeden Meter wert und ich würde es jederzeit wieder tun.

Nachdem wir die erste Etappe unserer Reise hinter uns gelassen hatten, durften wir uns nun auf die Tierwelt Afrikas freuen. Im Rahmen einer 7-tägigen Lodge Safari konnten wir die Highlights Tansanias besichtigen. Gleich am nächsten Morgen ging es auch schon los. Mit unserem Safari Guide Enock starteten wir durch die bekanntesten Nationalparks des nördlichen Tansanias.

Zunächst besuchten wir den ca. 2800 km² großen Tarangire Nationalpark. Der Park ist vor allem für seine zahlreichen Elefantenherden bekannt. Unser Guide hatte schnell seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt und aus gefühlt 5 km Entfernung die ersten Elefanten gesichtet. Ich war verblüfft, denn selbst mit dem Fernglas sah ich nicht mehr als unser Guide ohne dieses Hilfsmittel. Wenige Minuten später standen wir ganz nah an einer Herde, stellten den Motor ab und konnten den Giganten in freier Wildbahn zusehen, wie sie ihren Alltag meistern. Ein tolles Gefühl.

Das nächste große Ziel auf unserer Safari war natürlich die weltbekannte Serengeti, „die unendliche Weite“. Beim Parkgate gab es die Möglichkeit, auf einer Erhöhung über die Serengeti zu blicken. Erst dann wurde mir bewusst, warum man den Park auch die „Unendliche Weite“ nennt.

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Der Park schien in jeder Richtung endlos zu sein. Über die Ereignisse selbst kann ich nicht so viel schreiben, als dass es den Geschehnissen gerecht würde. Ich sah Löwen bei der Paarung, Elefanten, die Löwen vertrieben, um ihre Jungen zu schützen, und sogar einen Leoparden, der Schutz in einer Baumkrone suchte. Die Wildkatze wurde von dutzenden Pavianen bedroht. Unser Guide erzählte uns, dass die Leoparden meistens junge Paviane jagen und fressen. Da war der Streit wohl vorprogrammiert.

Der Serengeti Nationalpark ist ein Ort unberührter Wildnis, in der man sich wochenlang aufhalten könnte.

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Unser letztes Ziel auf dieser Safari war der Ngorongoro Krater. Früh am Morgen durchfuhren wir das noch in Nebel gehüllte, üppig bewachsene Kraterhochland und bewegten uns hinab zum Kraterboden. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich schon, jedes Tier gesehen zu haben, tatsächlich fehlte mir aber noch das Spitzmaulnashorn. Diese seltenen Tiere waren nur sehr schwer zu sichten, doch mir schien die Wildnis einen Gefallen tun zu wollen. Gleich sechs der prachtvollen Tiere konnte ich im Krater sichten. Zwar konnte man sie nur durch ein Fernglas bestaunen, doch die Tatsache, überhaupt welche gesehen zu haben, reichte mir vollkommen.

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Nach ein paar langen und erlebnisreichen Tagen auf Safari fuhren wir zur Endoro Lodge, um dort ein letztes Mal zu übernachten.
Dieselben Nationalparks besuchten wir ebenfalls im Rahmen der Camping Safari „Tanzania – The Wild Side“. Wer sich mit der Natur verbunden fühlen möchte, dem empfehle ich wärmstens eine Camping Safari. In der Serengeti übernachten Sie beispielsweise mitten im Park ohne Zaun, welcher vor Tieren schützen sollte. Man liegt nachts im Zelt und hört Büffel oder Hyänen ums Zelt schleichen. Dann wird einem schnell klar, dass wir die Gäste in diesem Park sind, nicht die Tiere.

Nach ungefähr zwei Wochen Safari hieß es für uns, Abschied vom Festland zu nehmen und auf die Gewürzinsel Sansibar weiterzufliegen. Dass ein Abschied nach so kurzer Zeit so tränenreich verlaufen kann, hätte ich nicht für möglich gehalten. Jessica und ich verstanden uns mit unserem Guide so sensationell gut. Aus dieser Zeit hat sich eine wirkliche Freundschaft entwickelt, die bis heute anhält. Als die Tränen der Trauer beseitigt waren, hatte ich es auch schon mit einem weitaus unangenehmeren Gemütszustand zu tun – „Übelkeit“ während des Fluges.

Der Flieger nach Sansibar war – nun ja – ein Erlebnis. Mit gerade einmal 10 anderen Leuten flogen wir dann über den Ozean hinweg zum Sansibar Airport. Die Tatsache, dass ich dem Piloten über die Schulter schauen konnte, beruhigte mich eher weniger. Im Nachhinein war es halb so wild und die Ausblicke waren herrlich. Dennoch war ich recht froh, mit sicheren Füßen wieder an Land treten zu können.

Sansibar war einfach atemberaubend schön. Wir hatten viele tolle Hotels gesehen und in einigen hervorragenden Hotels übernachtet. Traumhafte Strände und unzählige Möglichkeiten, einen entspannten Badeurlaub erleben zu können, sind hier zahlreich gegeben. Die Insel ist recht klein und es gibt abgesehen von Stone Town auch keine weitere Stadt.

Trotzdem gibt es hier alles, was das Herz begehrt, von kleinen einfachen Bungalows bis zu den großen Luxusresorts.

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Nachdem wir nun den Kilimanjaro bestiegen, die Tierwelt Tansanias beobachtet und die Küsten Sansibars besucht hatten, endete eine erlebnisreiche und wundervolle Zeit in Tansania.
Vieles kann man einfach nicht so in Worte fassen, um es anderen näher zu bringen. Man muss es (wie man so schön sagt) mit eigenen Augen gesehen haben. Die Landschaft, die Kultur und vor allem die Leute selbst haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Natürlich bietet Tansania auch viel Fläche für Armut und Krankheiten, die das Leben der Einheimischen erschwert. Diesem Land gilt es mit viel Respekt zu begegnen, denn trotz all diesem Leid, das so vielen wiederfährt, gibt einem jeder einzelne das Gefühl von „Hakuna Matata“ – keine Probleme, keine Sorgen.

Ich freue mich auf das nächste Mal und bin gespannt, welche Erlebnisse ich dann schriftlich für Sie niederlegen darf. In diesem Sinne „Karibu tena“ – bis zum nächsten Mal.

Pascal Franco de la Corte

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