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Kunst, Kultur und Unterhaltung in Kapstadt – Unsere Insidertipps für die schönste Stadt der Welt

Sie kennen die Iziko Museen mit Planetarium, Slave-Lodge, South African Museum, South African National Gallery und anderen, ein Besuch von Robben Island steht schon auf Ihrer Liste und auch vom District Six Museum haben Sie schon gehört.

Doch Kunst, Kultur und Unterhaltung in Kapstadt sind so vielfältig und lebendig wie die Menschen, die hier leben. Es lohnt sich, auch außerhalb der bekannten Institutionen nach Gelegenheiten Ausschau zu halten, um die Kultur dieses bunten Landes mit seiner oft dunklen Vergangenheit verstehen zu lernen.

1. First Thursdays – Donnerstag ist Kulturtag

An jedem ersten Donnerstag im Monat werden die Bürgersteige der „Slaapstadt“ etwas später hochgeklappt als sonst: Bis 21 Uhr bleiben Kunstgalerien und andere kulturelle Sehenswürdigkeiten an diesem Tag unter dem Slogan „First Thursdays“ geöffnet. In der Innenstadt kann man Galerien und kulturelle Events besuchen, bei einem Glas Sekt mit Künstlern und anderen ins Gespräch kommen und sich einfach treiben lassen. Sie erkunden die Stadt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Skateboard. Es gibt keine geführte Tour, aber auf der „First-Thursdays“-Webseite können Sie sich vorab über Galerien und Veranstaltungen informieren, die Sie gerne besuchen möchten. Wenn Sie Galerien bisher nur von außen gesehen und sich nicht hinein getraut haben, bieten Ihnen die „First Thursdays“ den idealen Rahmen, um Kunstluft zu schnuppern, ohne Fachwissen vortäuschen zu müssen.

Wie komme ich hin: Die teilnehmenden Galerien finden Sie in der Innenstadt, hier liegen auch Stadtpläne aus, an denen Sie sich orientieren können. Suchen Sie sich auf der Webseite einen Startpunkt aus und lassen Sie sich einfach treiben!
Wie viel kostet es: Der Besuch der Galerien ist an den „First Thursdays“ kostenlos.

2. Book Lounge – Bücher, Lesungen, Gespräche

Diese Buchhandlung in der Roeland Street lädt nicht nur zum Stöbern ein, sondern ist vor allem bekannt für ihre regelmäßigen Lesungen. Schauen Sie in der Book Lounge vorbei, wenn Sie gerne in Ruhe durch Bücherregale schauen, in gemütlichen Sesseln bei einer Tasse Kaffee ein Buch anlesen und durch Literatur mehr über Land und Leute erfahren möchten. Lesungen finden unter der Woche meist mittwochs und donnerstags um 17:30 Uhr statt, um eine Voranmeldung per E-Mail wird gebeten. Die Lesungen sind eine gute Gelegenheit, um im Dialog mehr über die gesellschaftliche Situation des Landes und seine Geschichte zu lernen.

Wie komme ich hin: Die Book Lounge finden Sie in der 71 Roeland Street, Ecke Buitenkant Street. Vom Bahnhof kann man zu Fuß die Buitenkant Street entlanglaufen. Sie sehen die Buchhandlung an der großen Kreuzung auf Ihrer rechten Seite.
Wie viel kostet es: Die Lesungen sind kostenlos.

Foto: Die Book Lounge

Foto: Die Book Lounge

3. The Fugard Theater – Theater und Taverne im District Six

Als Theaterliebhaber sollten Sie eine Vorführung im The Fugard Theatre nicht verpassen. Im Dristrict Six gelegen greifen auch die Produktionen die Geschichte des einst pulsierenden Stadtteils auf wie zum Beispiel in District Six – Kanala, das ab November 2016 nach dem großen Erfolg Anfang des Jahres auf die Bühne zurückkehrt. Kapstadts Theatergänger kombinieren einen Besuch im Fugard gerne mit einem Abendessen in der Dias Tavern. Fine Dining erleben Sie hier zwischen Plastiktischdecken und Fähnchen-Deko nicht. Dafür aber ehrlich gemeint herzliche Stimmung und wirklich leckere portugiesische Küche. Das Fugard ist gleich nebenan und Sie können zu Fuß vom Restaurant zum Theater gehen. Sowohl im Fugard als auch bei Dias Tavern sollten Sie unbedingt reservieren!

Wie komme ich hin: Das The Fugard Theater liegt zentral an der Ecke Buitenkant und Caledon Street, nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Dias Tavern finden Sie gleich nebenan in der 15 Caledon Street.
Wie komme ich an Tickets: Reservierung für einen Theaterbesuch: Am besten über Computicket oder direkt beim Box Office des Theaters: 021 461 4554. Reservierung bei Dias Tavern: 021 465 7547

Unterhaltung in Kapstadt

Möglichkeiten sich in Kapstadt zu amüsieren, gibt es sicherlich so viele wie Sandkörner am Blouberg-Strand– oder zumindest beinahe so viele. Als Besucher werden Sie versucht sein, Ihren Abend auf der Long Street zu starten und … Ihren Abend auf der Long Street zu beenden. Die Energie der Partymeile sollte man sicherlich einmal erlebt haben, aber wer sich umschaut, wird noch viel mehr entdecken.

1. Dine with Khayelitsha – das „conversational dinner“

Jeden Freitag laden Sie eine Gruppe junger Leute aus Khayelitsha zum Dinner ein. Das Dinner findet in ihren eigenen Wohnzimmern im Khayelitsha Township statt. Anders als bei einer sogenannten „Township-Tour“ geht es den Machern darum, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft ins Gespräch zu kommen, Freundschaften zu schließen, neue Perspektiven kennenzulernen und einfach eine gute Zeit miteinander zu haben. Seit 2015 veranstaltet das „Dine with“-Team das mittlerweile wöchentliche Event; das Konzept hat in der Stadt hohe Wellen geschlagen und viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Alle Teilnehmer versammeln sich an einem Treffpunkt und gehen von dort in kleineren Gruppen durch Khayelitsha zu ihren Gastgebern. Es kommen nicht nur leckere Gerichte, sondern auch interessante Themen auf den Tisch. Im Anschluss treffen sich alle wieder für ein paar Drinks in einer lokalen Bar. „Wir kommen zu euch in die Stadt“, sagen die Macher. „Warum kommt ihr nicht mal zu uns nach Khayelitsha?“

Wie nehme ich teil: Ihre Anmeldungen für das Dinner und Sitzplatzreservierung im Shuttle können Sie an info.dinewithkhayelitsha@gmail.com schicken. Informieren Sie sich über den nächsten Termin auf Facebook. Hier gibt es auch viele Fotos der letzten Dinner.
Wie komme ich hin: Ein Minibus-Shuttle fährt von der Innenstadt (Treffpunkt Central Library) zum Treffpunkt in Khayelitsha und zurück.
Wie viel kostet es: Das Dinner kostet 120 Rand pro Person. Der Transfer hin und zurück kostet 50 Rand pro Person. Plus Getränke in der Bar. Zum Dinner selbst können Sie Ihre eigenen Getränke mitbringen.

2. Ein Singer-Songwriter-Abend im The House of Machines

Ein gewöhnlicher Dienstagabend kann auch in unserer 3 Millionen Einwohnerstadt überraschend ruhig sein. Wenn Sie Live-Musik und unverhofft gute Performances von lokalen Newcomern und Alteingesessenen erleben möchten, schauen Sie im The House of Machines vorbei. Bei dem „Songwriter Showcase“ haben lokale Musiker und Durchreisende die Chance, ihre eigenen und Cover-Songs zu performen. Neben vielen Akustikgitarren hören Sie auch die ein oder andere überraschende Querflöte oder Trommel. An der Bar gibt es außerdem hauseigenes Lager und gut gemixte Cocktails. Die „open mic“-Nacht beginnt um 21 Uhr. Kommen Sie schon etwas früher und ergattern einen der Tische. Wenn Sie alleine reisen, ist dies ein guter Ort, um einen Abend allein zu genießen oder mit anderen ins Gespräch zu kommen. Die stylische, im Biker-Stil designte Bar ist tagsüber ein Café, wo Sie auch zu Mittag essen können.

Fotos: Andy Lund / The House of Machines

Fotos: Andy Lund / The House of Machines

Wie komme ich hin: The House of Machines finden Sie in der Shortmarket Street, Ecke Loop Street in der Innenstadt. Mit dem Taxi oder Uber können Sie bis vor die Bar fahren; Ihren Mietwagen parken Sie am besten in der Loop Street.
Wie viel kostet es: Der Eintritt zum „Songwriter Showcase“ ist frei. Ein Bier kostet ca. 50 Rand.

3. PechaKucha und TedX – Ideen, die geteilt werden wollen

Wir können Ihnen versprechen: Nach einem Abend bei PechaKucha oder TedX wird Ihre Welt nicht mehr die gleiche sein. Hier teilen Kapstädter ihre Ideen, Leidenschaften, Ziele, eröffnen eine neue Welt mit neuen Perspektiven in einer Atmosphäre, in der man spürt, dass diese Stadt und ihre Menschen mehr wollen: Eine Physikerin, die ohne Rückflugticket zum Mars will, ein Sportler, der am Äquator entlang einmal um die Welt läuft oder eine Biologin, die zu „resurrection plants“ forscht, Pflanzen, die extreme Dürre überstehen. In unter sieben (PechaKucha) bzw. 15 Minuten (TedX) tragen die Redner ihre Ideen vor und begeistern ihr Publikum. Die Veranstaltungsorte werden auf den jeweiligen Webseiten bekannt gegeben.

Foto: Stephen Cruickshank / PechaKucha

Foto: Stephen Cruickshank / PechaKucha

Wann findet es statt: Die PechaKucha-Nacht findet mehrmals im Jahr statt, das ganztägige TedX-Event nur einmal im Jahr, meist in der zweiten Jahreshälfte. Neben der größten Veranstaltung, TedX-Cape Town gibt es aber viele kleinere Veranstaltungen, zum Beispiel TedX-Table Mountain oder TedXStellenbosch.
Wie viel kostet es: Der Eintritt zur PechaKucha-Nacht kostet 20 Rand, die ganztägige TedX-Cape Town Veranstaltung kostet 550 Rand.

4. Das Labia Kino – im Urlaub ins Kino gehen?

Ja, hier lohnt sich ein Kinobesuch auch im Urlaub. Denn die Filme, die Sie im Labia sehen, werden Sie vielleicht nirgends sonst sehen. Das älteste Kino der Stadt liegt zentral auf der Orange Street und zeigt – neben dem ein oder anderen Blockbuster, zugegeben – internationale und lokale Produktionen, die es nicht in die großen Kinos schaffen. Wenn Sie Glück haben, findet gerade eines der regelmäßigen Filmfestivals statt und der Filmemacher oder Dokumentarfilmer ist selbst vor Ort. Das Beste am Labia: Die „Movie Meal Specials“! Bei diesem Deal für Zwei bekommen Sie ein Abendessen in einem ausgewählten Restaurant und den anschließenden Kinobesuch ab 90 Rand pro Person.

Wie komme ich hin: Das Kino liegt zentral auf der Orange Street. Von der Kloof Street können Sie in fünf Minuten zu Fuß laufen. Wenn Sie sich für das „Movie Meal Special“ entscheiden, sollten Sie ein Taxi oder Uber vom Restaurant zum Kino nehmen.
Wie viel kostet es: Ein Kinobesuch im Labia kostet im Durchschnitt 45 Rand pro Person. Das „Movie Meal Special“ gibt es für 90 bzw. 110 Rand pro Person.

Unser Tipp für den Sommer: Genießen Sie von Ende Oktober bis Ende April Klassiker im Galileo Open Air Kino. An mehreren Orten in der Stadt können Sie unter freiem Himmel Notting Hill, Titanic oder Love Actually schauen. Vor Ort können Sie Decken oder Stühle ausleihen und Snacks kaufen. Oder Sie bringen Ihren eigenen Picknick-Korb mit.

Unser Tipp für Südafrika-Kenner: Wenn Sie bereits mehrmals in Südafrika waren, planen Sie dieses Mal unbedingt einen Abend im Cape Town Comedy Club mit ein. Der Alltag in Südafrika ist bei weitem nicht immer rosarot – hier können Sie mit den Locals über die oft so ernsten Themen einmal lachen. Um mitlachen zu können, sollten Sie allerdings über aktuelle gesellschaftliche Themen Bescheid wissen und Ihr Englisch auf Zack sein.

*Alle Preise sind angegeben in südafrikanischen Rand, Stand August 2016 und ohne Gewähr.

Ann-Kristina Rönchen

Ann-Kristina lebt seit 2012 in Südafrika und schreibt von Kapstadt aus über Reise- und Naturthemen aus dem südlichen und östlichen Afrika. Während ihres Studiums lebte sie in Lettland, Kenia, Thailand und Südafrika, wo sie schließlich ihr Politik- und Soziologiestudium abschloss. Im bunten Kapstadt ist sie nun zu Hause, packt aber bei der nächstbesten Gelegenheit gleich Zelt und Wanderschuhe ein, um die Natur des Western Capes zu genießen.

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