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Essen und Trinken in Kapstadt – Unsere Insidertipps für die schönste Stadt der Welt

Dass Kapstadt ein Paradies für kulinarische Genießer ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Wenn Sie jedes Restaurant mit guter Küche einmal besucht haben möchten, beantragen Sie am besten gleich Ihr „Permanent Residence“-Visum, denn beinahe wöchentlich eröffnen in der Stadt am Kap neue Restaurants, die noch mehr Köstlichkeiten servieren.

Doch auch außerhalb der klassischen Restaurants werden Sie in Kapstadt die Liebe der Südafrikaner zum guten Essen entdecken und teilen (lernen).

Essen und Trinken in Kapstadt

Südafrikaner lieben gutes Essen und Geselligkeit bei ausgedehnten Restaurantbesuchen in großer Runde, oft feuchtfröhlich und oft mit viel Fleisch. Dabei wird auch alltägliches Essen wie Burger oder Pizza in Kapstadt mit viel Liebe und Kreativität zubereitet. Es gilt: „Local is lekker“ und Bio-Produkte aus dem direkten Umland werden immer beliebter. Auf der Suche nach gutem Essen beginnen Sie am besten auf der Bree Street.

1. Bree Street – eine ganze Straße purer Genuss

Allgemein wird die Bree Street als neue „Long Street“ gehandelt, doch finden Sie hier weniger Trinkhallen und Durchschnittsessen zu hohen Touristenpreisen als auf Kapstadts bekannter Partymeile. Bei Inside and You’re Out (IYO) Burgers können Sie Ihren Burger mit gutem Gewissen essen, denn alle Produkte sind lokal bezogen, genau wie bei den Frankie Fenner Meat Merchants ein paar Häuser weiter. Clarke’s Bar & Dining Room versorgt müde Kapstädter schon seit Jahren mit dem besten Frühstück. Nicht nur Weinkenner finden in Kapstadt, wonach sie suchen. Bei Mother’s Ruin und in The Gin Bar gleich in der Nebenstraße finden Sie – Sie haben es geahnt – ausgefallene Gin Cocktails. Beide Bars haben außerdem einen kleinen und feinen Außenbereich, in dem man romantisch die Gläser klirren lassen kann.

Unser Tipp: Im Vorderbereich von The Gin Bar finden Sie das Honest Chocolate Café, wo Sie aus rohem Kakao und von Hand gemachte Schokolade genießen können – oder Ihren Liebsten zu Hause als Souvenir mitbringen, wenn Sie sie nicht vorher selbst verputzen.

Foto: Frühstück in Clarke’s Bar & Dining Room

Foto: Frühstück in Clarke’s Bar & Dining Room

Wie komme ich hin: Die Bree Street verläuft parallel zur Long Street in der Innenstadt/CBD. Auf der Bree Street selbst kann man zu Fuß von einem Restaurant ins nächste laufen. Wie immer und überall in Kapstadt sollte man aber auch hier gesunden Menschenverstand walten lassen und zu später Stunde nicht allein durch kleine Gassen wandeln.
Und sonst: Wenn Sie sich durch die Restaurants der Bree Streets gegessen und getrunken haben, lohnt es sich, die Kloof Street bis nach ganz oben hochzulaufen. Schaffen Sie es am Kloof Street House mit seinem märchenhaften Garten und ausgefallenen Menü und an Da Vincis mit den besten Pizzen der Stadt vorbei, finden Sie am oberen Ende der Straße den Bombay Bicycle Club. Der Ableger der Madam Zingara-Familie wird Sie garantiert in seinen Bann ziehen und verzaubern. Auf Ihrem Teller funkeln Wunderkerzen, während Sie am Tisch auf einer Schaukel schwingen und vor lauter Kitsch und Funkeln nicht wissen, wo Sie zuerst hinschauen sollen.

2. Nachbarschafts-Märkte – Schicke Sandwiches und Live-Musik

Märkte sind typisch Kapstadt und bei Locals und Touristen gleichermaßen beliebt. Sie erwartet ein Mix aus Essensständen, Live-Musik, Verkaufsständen für Kleidung, Taschen und Hüten, mehr Essensständen und viele, viele Menschen. Dabei machen sich die Macher der Märkte viel Mühe bei der Auswahl der Aussteller und Sie müssen nicht mit Ramsch und Nippes rechnen. Zu Stoßzeiten wie einem Samstagmorgen auf dem Neighbourgoods Market in der Old Biscuit Mill kann es allerdings ziemlich voll werden. Wenn Sie sich in Menschenmengen nicht wohl fühlen und Ihren Tisch nicht gern mit Fremden teilen, sind Sie zum Beispiel beim City Bowl Market an einem Donnerstagabend besser aufgehoben. Ein Highlight ist der Bay Harbour Market in Hout Bay mit großartigen Live-Bands und entspannter Atmosphäre. Die Marktszene endet damit nicht: Besuchen Sie die Oranjezicht City Farm und den Market on the Warf und schlemmen Sie weiter!

Foto: City Bowl Market

Foto: City Bowl Market

Wie komme ich hin: Je nach Markt mit MiCity, Mietwagen, Taxi, Uber oder Minibus. Den Neighbourgoods Market finden Sie in der Old Biscuit Mill in Woodstock, den City Bowl Market in der 14 Hope Street der Innenstadt und den Bay Harbour Market am Hafen in Hout Bay. Hier hält auch die Blaue Linie des roten „Hop on Hop off“-Busses.
Wann haben die Märkte geöffnet: City Bowl Market: donnerstags von 16:30 bis 20:30 Uhr. Neighbourgoods Market/Old Biscuit Mill: samstags von 9 bis 14 Uhr. Bay Harbour Market: freitags von 17 bis 21 Uhr und samstags und sonntags von 9:30 bis 16 Uhr.

3. Craft Beer – Südafrika kann mehr als nur Wein

Craft Beer ist der Übersetzung nach „handwerklich“ produziertes Bier. Das heißt, es wird in kleinen Mengen lokal gebraut und vertrieben und lässt den Brauern durch ihre Unabhängigkeit von großen Konzernen viel Spielraum für Kreativität. In den vergangenen Jahren ist die Craft Beer Szene Südafrikas rasant gewachsen. Aus den meisten Zapfhähnen der Restaurants und Bars in der Innenstadt fließen heute neben den regulären SABMiller Bieren auch Devil’s Peak, Darling Brew, Jack Black und CBC Biere. Die Theorie: Südafrikaner schätzen den feinen Geschmack von Wein, da ist der Weg zu speziellen Bieren nicht weit. Einige der größeren Mikrobrauereien bieten „Beer tastings“, Bier-Verkostungen an, so zum Beispiel die Aegir Project Brewery in Noordhoek oder die Devil’s Peak Brewery in Woodstock. Auf der „Super Cool Beer Tour“ können Sie auf einer halbtägigen geführten Tour zwei Mikrobrauereien und eine große Brauerei besichtigen. Das Banana Jam Café in Woodstock hat eine der größten Auswahlen an Craft Beer vom Fass und in der Flasche.

Wie komme ich hin: Je nach Brauerei mit MiCity, Mietwagen, Taxi, Uber oder Minibus. Woodstock ist nur zehn Minuten von der Innenstadt entfernt. Noordhoek liegt ein Stück Außerhalb. Die Fahrt lohnt sich vor allem, wenn man über die Chapmans Peak Panorama-Straße fährt und in Noordhoek einen Abstecher an den wunderschönen einsamen Strand macht.

Foto: Dwayne Senior / Aegir Project Brewery

Foto: Dwayne Senior / Aegir Project Brewery

4. Wine Tasting mit der Lila Tour – bequemer geht es nicht

Von den roten Doppeldeckerbussen haben Sie sicher schon gehört. Per „Hop on Hop off“-Bus kann man von Cape Point bis Kirstenbosch die ganze Stadt erkunden. Aber wussten Sie, dass sich der Bus hervorragend eignet, um eine Weintour zu machen? Kaufen Sie ein Ticket für die Blaue Linie und steigen Sie an Haltestelle 21 in den kleinen Bus der Lila Linie um. Er bringt Sie zu den drei Weingütern Groot Constantia, Eagles‘ Nest und Beau Constantia, wo Sie Wine Tastings und Käseplatten erwarten. „Ich bin doch kein Touri und fahr mit so einem Bus“, denken Sie sich nun, doch seien Sie nicht so streng mit dir: Selbst Locals haben die Tour für sich entdeckt und genießen es, Tourist in ihrer eigenen Stadt zu sein und auf Betriebsausflügen oder mit Verwandten auf die bequemste Art eine Weintour zu machen. „Drink and drive“ ist auch in Südafrika eine der schlechtesten Ideen überhaupt und der Busfahrer des „Hop on Hop off“-Busses bleibt ganz sicher nüchtern. Auf der Rückfahrt steigst du wieder auf die blaue Linie um und pünktlich zum Sonnenuntergang bist du in Camps Bay oder Sea Point. Ein traumhafter Weg, die Weintour zu beenden.

Unser Tipp: Starte die Tour bereits morgens gegen 10 Uhr. Die Weingüter schließen zwischen 16 und 17 Uhr und der ganze Spaß, inklusive Fahrt und Aufenthalt auf den Weingütern, dauert länger als man denkt.

Foto: Farina Fontaine / Eagles‘ Nest Weingut

Foto: Farina Fontaine / Eagles‘ Nest Weingut

Wie komme ich hin: Der „Hop on Hop off“-Bus fährt an der V&A Waterfront ab, wo du auch dein Ticket kaufen kannst. Du kannst an verschiedenen Stationen in der Stadt zusteigen, zum Beispiel an der Long Street.
Wie viel kostet es: Das Ticket für die Blaue Tour kostet 180 Rand. Die Lila Tour kannst du kostenlos mitbenutzen. Ein Wine Tasting mit vier bis sechs verschiedenen Weinen kostet ca. R40 pro Person.

*Alle Preise sind angegeben in südafrikanischen Rand, Stand August 2016 und ohne Gewähr.

Ann-Kristina Rönchen

Ann-Kristina lebt seit 2012 in Südafrika und schreibt von Kapstadt aus über Reise- und Naturthemen aus dem südlichen und östlichen Afrika. Während ihres Studiums lebte sie in Lettland, Kenia, Thailand und Südafrika, wo sie schließlich ihr Politik- und Soziologiestudium abschloss. Im bunten Kapstadt ist sie nun zu Hause, packt aber bei der nächstbesten Gelegenheit gleich Zelt und Wanderschuhe ein, um die Natur des Western Capes zu genießen.

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