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Ein Ausflug ins Grüne – das Weinland am Kap

Eine meiner Lieblingsstrecken in der Kapstadt-Region führt mich von den Tafelbergen hinunter an die einladenden Badestrände von Kalk Bay und Muizenberg, setzt sich über die Landstraße R310 entlang der Küste fort, vorbei an Khayelitsha, dem größten Township der Region, mit seinen auf Sand gebauten Wellblechhütten, und endet schließlich inmitten der schönsten Weinanbaugebiete des Landes.
Die Kontraste von Reichtum und Armut sowie von urbaner Bebauung und außerstädtischer Grünlandschaft könnten größer kaum sein, und das alles in einem Umkreis von etwa 50 km.

Eine Fahrt ins Grüne endet hier meistens in einem der Weingüter, wovon es unzählige gibt. Über 100.000 Hektar Land sind mit Reben bestockt und werden von rund 3.500 Winzerbetrieben versorgt. Etwa 580 von ihnen produzieren ihren Wein selbst. Viele haben sogar ihre Tore geöffnet für den spontanen Gast, der oder die kurz entschlossen vorbeikommen und für ein paar Stunden die magische Anziehungskraft riesiger Trauben- und Parklandschaften genießen mag.

JPr_Weinland-Architecture

Die vielen garantierten Sonnenstunden, herrlich angelegte Gartenrestaurants inmitten kapholländischer Architektur und der Hauch von 350-jähriger Weintradition lassen mit oder ohne einem Gläschen Wein schönste Ausflugsgefühle hochkommen. Hier unter dem strahlend blauen Himmel zu sitzen, den faszinierenden Ausblick auf sattfarbige Bergpanoramen zu inhalieren und dabei das Gefühl zu haben, in der Zeit stehen geblieben zu sein, verschaffen den Touristen wie auch den alltagsgestressten Südafrikanern sofortige Entspannung und romantisches Prickeln im Bauch.

Was ich ganz besonders mag ist die immense Auswahl an sehenswerten Weingütern. Ob stadtnah, wie z.B. Constantia (Kapstadt), Vergelegen (Somerset West) oder Blaauwklippen (Stellenbosch) oder im Nahbereich der oben beschriebenen Route R310, wie z.B. Spier, Saxenburg, Delaire Graff, Ernie Els, Hazendal Estate oder Rust en Vrede. Es ist einfach unglaublich, wie abwechslungsreich man sich die Besuche von Weinfarmen gestalten kann. Zuweilen verwöhnen sie auch mit Konzerten oder Filmabenden. Selbst Picknick-Körbe werden angeboten, um sich ganz der Zweisamkeit zu widmen … auf saftigem Grün und von Rosen umgeben. Wer aber lieber im Restaurant speist oder an der Bar die Weine testen möchte, kann sich sicher sein, dass die Qualität hier ebenso erstklassig ist. Eigentlich muss man selbst nur noch für den Nachhauseweg sorgen. Also Vorsicht, denn leichte Weine sind nicht gerade in der Auswahl!

Juan Proll

Guide

Reisen war schon immer Juans große Leidenschaft: 3 Jahre in Lateinamerika, 2 Jahre in Südostasien und Ozeanien sowie „Kurzreisen“ bis zu 9 Monaten in Europa und Nordafrika. 2010 entschied er sich, seinen Beruf in Deutschland als Lehrer der Erwachsenenbildung und Leiter eines Kompetenzzentrums für Migrationsfragen an den Nagel zu hängen und in Südafrika Ranger bzw. Nature Guide zu werden. Seit 2011 ist Juan nun im südlichen Afrika unterwegs. Zunächst machte er seine Nature-Guide-Ausbildung in einem ‚Big Five‘ Wildreservat und verbrachte dort sein erstes Berufsjahr, bevor er Mitte 2013 zu Elefant-Tours wechselte und seitdem sein Wirkungsfeld als Guide auch auf die Tierwelten und Naturlandschaften der Nachbarländer Südafrikas ausdehnte. Juan ist Mitglied im Berufsverband „Field Guides Association of Southern Africa“. In unserem Blog schreibt er darüber hinaus über den afrikanischen Alltag in unseren Reiseländern, er informiert über Hintergründe, gibt Reisetipps und verrät kulinarische Besonderheiten.

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